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Nicht jeder Gewinn ist ein Gewinn Trotz satter Profite in die Pleite

| Autor/ Redakteur: Günter Lubos / Claudia Otto

Der Satz „Gewinn ist nicht gleich Gewinn“ beweist sich, wenn Ergebnisse abschmelzen oder plötzlich einbrechen. Dann erkennt das Management, dass der Zusammensetzung und Entstehung des Gewinns zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Ein systematisches Gewinnmanagement ist gefragt.

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Die Anzahl der Einzelaufträge und die Erlösstruktur beeinflussen die Tragfähigkeit des Gewinns.
Die Anzahl der Einzelaufträge und die Erlösstruktur beeinflussen die Tragfähigkeit des Gewinns.
(Bild: Jürgen Fälchle - Fotolia.com)

In vielen Unternehmen passiert es schleichend und auf einmal stimmen die Zahlen nicht mehr. Der Hintergrund ist folgender: Der Gewinn der Vergangenheit war zwar in seiner absoluten Höhe auskömmlich. Er hat sich aber in seiner Struktur und Zusammensetzung unbemerkt verändert. Im Maschinen- und Anlagenbau verstärkt der zyklische Auftragseingang die Volatilität von Gewinnen noch zusätzlich.

Auf Phasen mit hoher Auslastung folgen oft Perioden mit niedrigerer Auslastung. Hohen Gewinnen der Vorperiode stehen aufgrund hoher Leerkosten niedrige Gewinne oder sogar Verluste in der Folgeperiode gegenüber. Damit ein Unternehmen nachhaltig erfolgreich und gewinnfähig ist, sollte der Unternehmensgewinn nicht nur ausreichend hoch sein, sondern zusätzlich den drei Kategorien Robustheit, Tragfähigkeit und Zukunftsfähigkeit genügen.

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Was auf die Robustheit des Gewinns Auswirkungen hat

Robustheit bewirkt einen Break Even, der „links“ liegt. Das Unternehmen erreicht die Gewinnschwelle bereits bei einer geringen Kapazitätsauslastung oder niedrigen Stückzahlen (siehe Bild S. 22). Ein Gleichgewicht aus angemessenen Stückerlösen, einem niedrigen Fixkostenniveau und beherrschbaren variablen Kosten bildet die Grundlage für eine robuste Gewinnsituation. Sind diese Faktoren nicht im Gleichgewicht, weil Fixkosten überproportional steigen oder Auftragsergebnisse aufgrund einer starken Umsatzorientierung und fehlender „Deckungsbeitragsdenke“ sinken, so führt dies zum Gewinnrückgang oder Verlust.

Viele Einzelentscheidungen führen häufig zum Verfall der Robustheit

Spätestens dann stellt sich die Frage: Warum ist das so gekommen? Oft erzeugt eine Vielzahl von Einzelentscheidungen den Verfall der Robustheit. Dem Wunsch nach Verstärkung der personellen Kapazität zur Bewältigung der Arbeit wird von den Führungskräften zu rasch nachgegeben. Aus der Kreativität der Produktentwicklung resultiert eine Zunahme der Variantenvielfalt. Jedem kostenintensiven Sonderwunsch eines Kunden wird mit einer Neukonstruktion entsprochen.

Der Vertrieb erkauft das Wachstum durch Preiszugeständnisse. Bei der Neukundengewinnung steigen durch „kleine Einstiegsaufträge“ der administrative Aufwand und die Fertigungskosten infolge sinkender Losgrößen. Keines dieser Ereignisse beeinträchtigt alleine die Robustheit. Jedoch verschiebt die Summe aller Entscheidungen den Break-Even nach „rechts“.

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