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Kohler Maschinenbau

Wenn die Teilequalität eine Rolle spielt ist Kompetenz im Richten von Blechen gefragt

| Autor/ Redakteur: Dietmar Kuhn / Frauke Finus

Bleche müssen in der Regel nach dem Zuschnitt gerichtet werden. Denn die im Blech entstandenen Spannungen und der Verzug müssen vor der Weiterverarbeitung durch Schweißen, Abkanten oder Montagearbeiten spannungsfrei und plan sein. Wie das Teilerichten funktioniert und was machbar ist, dafür betreibt der Richtspezialist Kohler im badischen Lahr ein modern ausgestattetes Kompetenzcenter „Richttechnik“.

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Das neue Richt-und Entgratcenter der Kohler Maschinenbau bietet alles was moderne Richttechnik und Kantenbearbeitung zu bieten hat – für Kaufinteressenten und vor allem für Kunden die Kohler mit dem Teilerichten beauftragen.
Das neue Richt-und Entgratcenter der Kohler Maschinenbau bietet alles was moderne Richttechnik und Kantenbearbeitung zu bieten hat – für Kaufinteressenten und vor allem für Kunden die Kohler mit dem Teilerichten beauftragen.
(Bild: Kohler)

Auf diversen Europaletten lagern von Kunden gelieferte Blechteile unterschiedlichster Geometrien und Dicken. Der Zuschnitt erfolgte entweder durch Laserbearbeitung oder durch die Flamme. Wirft man einen Blick über die Oberflächen der Teile, so stellt man bereits mit bloßem Auge Verwerfungen und Unebenheiten fest. Was man nicht sieht, das sind die Spannungen, die durch den Wärmeeintrag im Bauteil entstanden sind und das Bauteil zusätzlich belasten.

Mit diesen durchaus negativen Einflüssen, die sich auf die spätere Qualität der Teile auswirken, können sie keinesfalls weiterverarbeitet werden – eventuell durch Biegen, Abkanten oder Umformen. Sie müssen zuerst gerichtet werden. Blechverarbeiter und deren Kunden setzen aus Qualitätsgründen schon seit Jahren auf einwandfrei ebene und spannungsfreie Blechteile, die sie entweder auf eigenen Maschinen und Anlagen bearbeiten oder, wegen der besonderen Komplexität des Richtens, als Lohnauftrag an einen Spezialisten vergeben.

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Zwei Fliegen mit einer Klappe

Besondere Erfahrungen und Kompetenzen, gerade in der Richtdisziplin, hat sich dabei die Kohler Maschinenbau GmbH in über 50-jährigen Aktivitäten vor allem in Entwicklung, Bau und der Installation von Richtmaschinen bei Kunden in aller Welt erworben. Diese Fähigkeiten und das Wissen nutzt das badische Unternehmen jetzt auch auf breiter Basis für das Lohnrichten von Blechteilen aller Art.

Seit 2014 agiert die Kohler vom Standort Lahr aus. Aus Kapazitätsgründen hat das Unternehmen seinen Firmensitz von Friesenheim in das neue Büro- und Produktionsgebäude dahin verlegt. Mit dem Standortwechsel und unter dem Dach der österreichischen Wintersteiger AG wurden nicht nur die Fertigungskapazitäten für Band- und Richtanlagen erweitert, sondern auch der neue Bereich Lohnrichten begründet.

„Dass dieser Schritt richtig und notwendig war zeigen uns die ersten Erfolge mit unserem Kompetenzcenter Richttechnik“, sagt Rainer Eichhorn, Leiter Service bei Kohler. Damit schlägt das Unternehmen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn neben dem Lohnrichten werden die installierten Maschinen und Anlagen auch für Test- und Versuchszwecke sowie für die Präsentation des Kohler-Maschinenportfolios genutzt. Mit von der Partie und ergänzend zur Richttechnik ist auch die Kanten- und Oberflächenbearbeitung der Paul Ernst Maschinenfabrik GmbH, ebenfalls eine Tochter der Wintersteiger AG.

Richten ist eine Kunst

„In der Regel“, so verrät Eichhorn, „sind unsere Auftraggeber für das Lohnrichten identisch mit den Maschinen- und Anlagenkäufer.“ Eine Maschine oder Anlage kauft ein Kunde, der durch größere Serien oder aufgrund breit gestreuter Geometrien auf Stückzahlen und damit auf Auslastung kommt. Ist die Auslastung einer Maschine jedoch nicht gewährleistet oder sind die Anforderungen an die Richtaufgabe besonders anspruchsvoll, dann treten die Firmen mit Kohler in Kontakt. „Unsere Kunden sind vor allem Teilehersteller mit häufig wechselnden Blechteilen und oft auch mit geringen Stückzahlen“, weiß Eichhorn zu berichten.

Blechteilehersteller, die ihre Teile im Kohler-Kompetenzcenter in Lahr richten lassen, setzen dabei vor allem auf die vieljährige Erfahrung des Maschinenbauers – nicht nur wegen des exzellenten Maschinen- und Anlagenbaus, sondern auch wegen der fachlichen Kompetenz der Kohler-Mitarbeiter. Denn Richten ist eine Kunst! Dennoch hat der Kunde auch die Chance unter fachlicher Anleitung eines Richtmeisters von Kohler seine Teile im Kompetenzcenter selbst zu richten. Ausschließlich auf einen Rundum-Service ausgerichteten Dienstleister getrimmt, unterstützt Kohler auch das Handling und den Transport der Teile – ganz nach Wunsch des Kunden.

Das neue lichtdurchflutete Firmengebäude in Lahr mit seinem großzügigen Platzangebot bietet Raum für eine ganze Reihe unterschiedlicher Kohler- und Ernst-Maschinen. Hier treffen Maschinenkäufer und Interessenten wie auch die Auftraggeber für das Lohnrichten von Blechteilen immer auf einen aktuellen und exzellenten Maschinenpark mit der modernsten Technik. Das schafft in jeder Hinsicht volles Vertrauen und der Richtkunde, wie auch Besucher, sind so stets auf dem neuesten Stand der Richttechnik und Kantenbearbeitung. Unterstützt wird diese vor allem durch die Kohler Maschinenbaureihen Peak Performer PG und Peak Performer GC.

Service wird weiter ausgebaut

Die Vorteile für Blechteilehersteller, die ihre Bleche nach Lahr zum Richten bringen, liegen schon allein durch eine absolut korrekte und nachvollziehbare Kalkulation eines Auftrages klar auf der Hand. Das Teilerichten ist sicherer und für den Kunden sorgenfrei. Auch deshalb wird Kohler den Service des Lohnrichtens weiter ausbauen. „Aufgrund der stetig wachsenden Qualitätsanforderungen bei Blecherzeugnissen wird gleichsam automatisch der Markt für das Lohnrichten mitwachsen. Die Richttechnik wird sich deshalb in der Prozesskette der Blechbearbeitung mehr und mehr als ganz normaler und unumgänglicher Fertigungsschritt etablieren“, konstatiert Rainer Eichhorn.

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