WIG-Schweißen WIG-Schweißen lässt MAG-Schweißen hinter sich!

Redakteur: Peter Königsreuther

Bei der Gebrüder Stahl GmbH hat das WIG-Schweißen das konventionelle MAG-Handschweißen weitgehend abgelöst. Klingt erfunden, ist es aber nicht...

Firmen zum Thema

Bei der Gebrüder Stahl GmbH hat das WIG-Schweißen das übliche MAG-Handschweißen abgelöst. Wegen des Drahtvorschubs „tigspeed“ von EWM geht WIG auch noch viel schneller und hochwertiger.
Bei der Gebrüder Stahl GmbH hat das WIG-Schweißen das übliche MAG-Handschweißen abgelöst. Wegen des Drahtvorschubs „tigspeed“ von EWM geht WIG auch noch viel schneller und hochwertiger.
(Bild: EWM)

Das zu bearbeitende Materialspektrum bei Gebrüder Stahl reicht von austenitischen Stählen über Duplexstähle und Sonderwerkstoffe wie Monel 400, Alloy 59* und Hastelloy C4* bis hin zu hitzebeständigen Stählen wie 1.4828, 1.4841 oder 1.4749. Letztere werden bei der Herstellung von Muffeln eingesetzt. Je nach Einsatzgebiet und gewünschter Werkstoffeigenschaft sind Temperaturen bis 950 °C notwendig. Deshalb müssen die Werkstoffe vor allem hochtemperaturfest sein. Eine gute Korrosions- und Oxidationsbeständigkeit sowie eine hohe Zeitstandfestigkeit bei hohen Temperaturen kommen hinzu. Klar, dass auch die Schweißnähte diese Anforderungen erfüllen müssen.

WiG-Schweißen verhindert zwar Heißrisse, ist aber langsam

Bis zu 3 m Durchmesser und 30 m Länge haben zum Beispiel die Wärmetauscher, die man bei Gebrüder Stahl baut. Diese wiegen maximal 35 t. Der Einsatz der hochlegierten Sonderwerkstoffe erfordert auch entsprechenden Zusatzwerkstoff beim Schweißen der Nickel-Basis-Legierungen. Röntgensichere Schweißnähte braucht es außerdem. Allerdings neigen diese Werkstoffe zu Heißrissen. Reduziert man jedoch den Wärmeeintrag beim Schweißen, mildert man das Problem ab und erhält auch hochwertigere Schweißnähte. Deshalb werden die Nähte mit dem WIG-Schweißverfahren (Wolfram-Inert-Gas) gefügt, was qualitativ besonders hochwertige Schweißnähte mit hervorragenden mechanischen und metallurgischen Eigenschaften ergibt – bei allerdings sehr geringer Schweißgeschwindigkeit – bisher!

Bildergalerie

Anders wird es mit dem passenden Drahtvorschubsystem

Selbstverständlich kommt beim MIG/MAG-Schweißen der Zusatzwerkstoff von der Rolle. Doch auch für das WIG-Schweißen bietet der Schweißgerätehersteller EWM aus Mündersbach ein Drahtvorschubsystem an: tigspeed. Dieses Drahtvorschubsystem ist genau auf die Anforderungen beim WIG-Schweißen ausgelegt und fördert den Zusatzwerkstoff von der Rolle. Dabei kann der kontinuierlichen Drahtförderung eine zusätzliche Bewegung überlagert werden, die den Draht vorschiebt und zurückzieht. Der Zusatzwerkstoff wird immer wieder aus dem Schmelzbad herausgezogen und geht tropfenweise über. Das Ergebnis ist ein sehr gleichmäßiges Nahtbild. Doch die höhere Abschmelzleistung und die dadurch höhere Schweißgeschwindigkeit ist nur ein Aspekt, der die Arbeitszeit reduziert. Da das Verfahren zudem weitgehend spritzerfrei arbeitet und durch den Einsatz der großen Jumbo Gasdüse kaum Anlauffarben aufweist, sind auch die Nacharbeiten minimal – ebenfalls eine deutliche Zeitersparnis.

Mehr Energie, heißt höhere Schweißgeschwindigkeit

Beim Heißdrahtschweißen wird der Zusatzwerkstoff bereits vorgewärmt. Folglich wird weniger Energie aus dem Lichtbogen benötigt, um den Zusatzwerkstoff aufzuschmelzen. Die zur Verfügung stehende Energie kann in eine höhere Schweißgeschwindigkeit umgesetzt werden, was mit einer deutlich reduzierten Wärmeeinbringung in das Material einhergeht und sich durch geringeren Verzug im fertigen Schweißteil äußert. Damit werden auch die Richtarbeiten reduziert, was sich wiederum positiv auf die Produktionsgeschwindigkeit auswirkt.

(ID:47035140)