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Zusätzliches Blechlager perfekt integriert

| Autor/ Redakteur: Denise Much / Frauke Finus

Ein eigener Online-Shop, umfangreiche Fertigungskapazitäten und ein hocheffizienter Materialfluss: Der niederländische Stahlhändler und Blechlohnfertiger De Cromvoirtse ist gut aufgestellt. Damit der Spezialist für Halbzeuge aus Blech seinen Kunden kurze Lieferzeiten garantieren kann, setzt er auf automatische Lagertechnik von Kasto.

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Ein doppelseitiges Längslagersystem vom Typ Uniline mit knapp 1.000 Lagerplätzen sorgt bei dem Spezialisten für angearbeitete Halbzeuge aus Blech für eine effiziente Bereitstellung.
Ein doppelseitiges Längslagersystem vom Typ Uniline mit knapp 1.000 Lagerplätzen sorgt bei dem Spezialisten für angearbeitete Halbzeuge aus Blech für eine effiziente Bereitstellung.
(Bild: Kasto)

Online-Shopping liegt im Trend – und das nicht nur bei Mode, Büchern oder Elektronik, sondern auch beispielsweise im Stahlhandel. Immer häufiger bestellen Fertigungsbetriebe ihre benötigten Materialien bequem per Mausklick. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten, da sich die verschiedenen Angebote mithilfe des Internet ganz einfach vergleichen lassen. Die Händler sind aufgrund des steigenden Wettbewerbs jedoch gefordert: Wer erfolgreich sein will, muss nicht nur ein breites Produktsortiment und attraktive Preise bieten, sondern auch kurze Lieferzeiten und ein möglichst umfangreiches Dienstleistungsspektrum.

Das niederländische Stahlhandels- und Blechlohnfertigungsunternehmen De Cromvoirtse hat diese Entwicklung frühzeitig erkannt und sich entsprechend ausgerichtet. „Snel metaal op maat“ – schnelles Metall nach Maß, so lautet das Motto des in Oisterwijk bei Tilburg ansässigen Betriebs. 1982 gegründet, hat sich die Firma auf angearbeitete Halbzeuge in kleinen Losgrößen spezialisiert. Bereits seit 2008 betreibt De Cromvoirtse ein eigenes Online-Portal, über das mittlerweile etwa 70 % der Aufträge eingehen. Kunden können darauf Zeichnungen hochladen sowie verschiedene Spezifikationen festlegen und erhalten innerhalb von zwei Minuten ein automatisch berechnetes Angebot für die Herstellung des entsprechenden Bauteils

Kleine Losgrößen und kurze Lieferzeiten

Die Fertigungskapazitäten bei De Cromvoirtse umfassen mehrere Laserschneidmaschinen und Abkantpressen. Verarbeitet werden zu etwa 90 % Bleche aus Stahl, Inox und Aluminium, der Rest sind Rohre und Profilmaterialien. „Die meisten unserer rund 1.200 Kunden sind kleine und mittelständische Unternehmen, zum Beispiel Landmaschinenhersteller, Karosserie- und Maschinenbauer“, erzählt Janwillem Verschuuren, einer der beiden Geschäftsführer. „Eigene Maschinen und Fachpersonal rentieren sich für sie oft nicht, da sie nur geringe Stückzahlen benötigen.“ Mit der maßgeschneiderten Fertigung von Kleinmengen hat De Cromvoirtse sich erfolgreich am niederländischen Markt etabliert. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sind die kurzen Lieferzeiten: „Lasergeschnittene Teile bieten wir in der Regel in 24 bis 48 Stunden, abgekantete Bleche innerhalb von einer Woche“, unterstreicht Verschuuren.

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Um den wachsenden Kundenstamm zuverlässig und schnell bedienen zu können, hat De Cromvoirtse nicht nur den Bestellprozess, sondern auch die Teilefertigung weitgehend automatisiert: Die Bearbeitungsmaschinen laufen rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, davon 1,5 Tage komplett mannlos. Ein anderer wichtiger Faktor für den Erfolg ist der hohe Lagerbestand. Zwischen 400 und 500 t Material liegen am Standort durchschnittlich auf Vorrat. Auch die Lagertechnik ist modern: Ein doppelseitiges Längslagersystem vom Typ Uniline von Kasto mit knapp 1.000 Lagerplätzen sorgt nun schon seit 2011 für eine effiziente Bereitstellung der Bleche. Für die verschiedenen Materialien, Formate und Reststücke stehen unterschiedliche Palettentypen zur Verfügung. Ein Regalbediengerät, das zwischen den beiden Reihen des Systems verfährt, lagert die gewünschten Artikel auf Anforderung vollautomatisch ein und aus.

Konstruktive Zusammenarbeit mit frischen Ideen

„Als wir uns damals für die Investition in ein neues Lager entschieden haben, fiel unsere Wahl schnell auf Kasto“, erinnert sich Janwillem Verschuuren. „Wo nämlich andere Hersteller uns nur unbefriedigende Standardlösungen angeboten haben, hat Kasto bereits in der Projektierungsphase konstruktiv mit uns zusammengearbeitet, neue Ideen einfließen lassen und ganz klar gesagt, was möglich ist und was nicht.“ Möglich war zum Beispiel, zwei Flachbett-Laserschneidmaschinen nahtlos in den durchgängigen Materialfluss zu integrieren. Dazu installierte Kasto an den Auslagerstationen des Uniline zwei Manipulatoren, die die Bleche aus dem Lager mithilfe von Vakuumsaugern direkt auf die Wechseltische der beiden Maschinen heben und auch die fertigen Teile und Reststücke wieder entnehmen.

„Mit der Kasto-Lösung können wir unser gesamtes Materialspektrum schnell, effizient und schonend handhaben“, beschreibt Ronnie van den Hurk, ebenfalls Geschäftsführer bei De Cromvoirtse. „Um die Wechselzeiten zu verkürzen, ist das Regalbediengerät mit zwei Palettenplätzen ausgestattet. Das vermeidet Leerfahrten, weil immer ein Ein- und ein Auslagervorgang parallel stattfinden.“ De Cromvoirtse konnte mit dem UnilineLager die Auslastung seiner Maschinen deutlich verbessern und die Durchlaufzeiten verkürzen.

Weiteres Turmlager für mehr Kapazität

Durch das boomende Online-Geschäft und wachsende Auftragszahlen stieß jedoch auch dieses System nach wenigen Jahren an seine Leistungsgrenzen. Der Stahlhändler wandte sich daher 2016 erneut an Kasto, um auszuloten, wie sich die Performance des Lagers noch weiter steigern ließe. „Unsere erste Überlegung war, das vorhandene Uniline um ein zweites Regalbediengerät zu erweitern“, erinnert sich Vertriebsteamleiter Klaus Seifermann. „Dieser Umbau hätte allerdings den laufenden Betrieb beeinträchtigt und kam daher für De Cromvoirtse nicht in Frage.“ Kasto entwickelte deshalb eine Alternativlösung: Ein separates Turmlager vom Typ Unitower B wurde neben dem bestehenden Längslager installiert, um für zusätzliche Kapazitäten zu sorgen.

Das kompakte Lagersystem besteht aus einem Doppelturm. Dieser bietet mit einer Höhe von 8,5 m auf einer geringen Grundfläche Platz für knapp 80 Paletten, die Bleche mit Abmessungen bis zu 3.000 x 1.500 mm aufnehmen. Das Handling der Ladungsträger übernimmt ein Regalbediengerät mit Lasttraverse, das in der Mitte angeordnet ist. Damit muss zur Ein- und Auslagerung nicht das ganze Lager bewegt werden, sondern nur die jeweilige Palette. Das sorgt für schnelle Zugriffszeiten und ermöglicht in Verbindung mit der energieeffizienten Antriebstechnik deutliche Energieeinsparungen. Für maximale Flexibilität ist das Unitower- an das bestehende Uniline-Lager angebunden: Eine Brücke mit einem Längswagen, der auf einer Schiene verfährt, verbindet die beiden Systeme in luftiger Höhe miteinander. „Damit können wir automatisch Paletten zwischen den Lagerbereichen tauschen, ohne dass uns am Boden wertvoller Platz verloren geht“, erklärt van den Hurk.

Maschinen herstellerunabhängig anbinden

Ebenfalls mit dem Unitower verknüpft ist eine weitere Laserschneidmaschine. Das Be- und Entladen erfolgt über ein vollautomatisches Handling-System eines Drittanbieters, das mithilfe von verschiedenen Greifern sowohl ganze Bleche als auch geschnittene Teile und Reststücke flexibel handhaben kann. „Auf diese Weise konnten wir unsere Fertigung noch leistungsfähiger und variabler gestalten“, freut sich Verschuuren. Ein besonderer Pluspunkt der Kasto-Lösung ist, dass sich Bearbeitungsmaschinen verschiedener Fabrikate problemlos integrieren lassen. „Damit sind wir – anders als bei vielen anderen Systemen – nicht von einem bestimmten Hersteller abhängig, sondern können die Maschinen einsetzen, die unsere Anforderungen am besten erfüllen“, erklärt der Geschäftsführer.

Kasto installierte das Turmlager in nur wenigen Wochen im laufenden Betrieb. „Wir wollten ausschließen, dass es durch den Umbau zu Lieferverzögerungen kommt – und das ist uns gelungen“, berichtet Verschuuren. Die Steuerung des neuen und des bereits vorhandenen Lagers übernimmt das Kasto-eigene Verwaltungssystem Kasto Logic. „Wir haben die Software so programmiert, dass sie beide Bereiche als ein zusammenhängendes Lager ansieht und regelt“, erläutert Teamleiter Seifermann. „Das erleichtert die Bedienung und erhöht die Bestandstransparenz.“ Zudem ist die Lagerverwaltung an das im Unternehmen eingesetzte ERP-System angebunden – das stellt einen durchgängigen Datenfluss und eine reibungslose Auftragsbearbeitung sicher. „Für uns war und ist es eine große Erleichterung, dass wir uns sowohl in Hardware- als auch in Software-Fragen immer an Kasto wenden konnten“, betont Verschuuren.

Per Fernwartung Störungen schnell beheben

Da ein erheblicher Teil des Betriebs bei De Cromvoirtse mannlos vonstattengeht, sind die Maschinen mit Kameras ausgestattet. Mitarbeiter bekommen im Ernstfall Störungsmeldungen direkt aufs Smartphone gesendet und können somit schnell reagieren. Sowohl das Uniline- als auch das Unitower-Lager sind darüber hinaus fernwartefähig: „Bei Bedarf können die Kasto-Experten von Deutschland aus online auf die Anlage zugreifen und Fehler beheben“, erklärt Ronnie van den Hurk. Nötig gewesen sei das bislang jedoch nicht oft. „Das Lager läuft absolut zuverlässig, und dank der eingehenden Schulung unserer Mitarbeiter durch Kasto sind auch Bedienfehler eine Seltenheit.“

Die beiden Geschäftsführer von De Cromvoirtse sind mit ihrer erneuten Entscheidung für den deutschen Säge- und Lagertechnik-Spezialisten rundum zufrieden. „Wie schon seit Beginn unserer Zusammenarbeit hat Kasto uns auch bei diesem Projekt optimal betreut, ist genau auf unsere Anforderungen eingegangen und hat uns dafür eine ideale Lösung präsentiert“, fasst Verschuuren zusammen. „Wir konnten unsere Produktivität nochmals deutlich steigern und zudem unseren Mitarbeitern die Arbeit erleichtern“, ergänzt van den Hurk. Kunden des Stahlhändlers profitieren von den weiterhin kurzen Lieferzeiten. „Unser Lager ist sogar für andere Unternehmen so interessant, dass wir regelmäßig Anfragen aus dem In- und Ausland erhalten, es sich einmal anschauen zu dürfen“, berichtet Verschuuren. „Auch das zeigt uns, dass wir hier gemeinsam mit Kasto eine Anlage realisiert haben, die es sicher nicht an jeder Ecke gibt.“

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