EMO 2013 Apps sollen künftig die Fertigung steuern

Redakteur: Stéphane Itasse

Die Messe EMO Hannover vom 16. bis 21. September 2013 wird vom Internet geprägt sein. Unter dem Motto „Intelligence in Production“ werden internetbasierte Anwendungen präsentiert, die weit über bisherige Online-Bestellungen, Klick-Orders und vernetzte Fernwartung hinausgehen, wie der Messeveranstalter VDW mitteilt.

Prof. Thomas Bauernhansl, Leiter der Stuttgarter Indstitute IPA, IFF, ISW und EEP: „Es geht im Grunde um eine intelligente Vernetzung von dezentralen Informationsträgern und Informationserzeugern.“
Prof. Thomas Bauernhansl, Leiter der Stuttgarter Indstitute IPA, IFF, ISW und EEP: „Es geht im Grunde um eine intelligente Vernetzung von dezentralen Informationsträgern und Informationserzeugern.“
(Bild: Frauhofer IPA/IFF)

Die Vision von der schönen, neuen Internetwelt, in der ganze Produktionsanlagen in Smart-Factories per Smartphone gesteuert werden, werde immer realistischer: Licht einmal kurz ein- und wieder ausgeschaltet, Heizung auf Sparflamme, Rollläden unverdächtig halb geöffnet – Fred Äpple, Inhaber eines mittelständischen Zulieferbetriebs, legt sein Mobiltelefon beruhigt zur Seite: In der heimatlichen Wohnung ist alles in Ordnung.

Maschinen mit Smartphones von überall steuern

Gerade will er sich in seinem Strandkorb an der Ostsee wieder zurück lehnen, da klingelt es erneut. Sein neues Bearbeitungszentrum ruft an: „Hallo Chef, der aktuelle Auftrag ist erledigt, was soll ich jetzt tun?“ Äpple denkt kurz nach, tippt ein paar Befehle ein, die Maschine bestätigt: „OK Chef, wird erledigt“ – und der Firmenchef weiß nun, dass auch in der heimatlichen Produktion alles wie geschmiert läuft.

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Apps sind in – mit modernen Handy-Heinzelmännchen lassen sich heute Maschinen, Anlagen und Komponenten via Smartphone steuern. Über 21 Millionen Deutsche, also gut jeder vierte Bundesbürger, nutzen nach aktuellen Angaben des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom), Berlin, mittlerweile Smartphone-Programme, so genannte Apps, auf ihrem Mobiltelefon. Durchschnittlich hat jeder Smartphone-Besitzer dabei 23 Apps installiert, jeder Siebte sogar mehr als 40. Apps gibt es inzwischen für jede Lebenssituation – bis hin zur Senioren-App, die im Notfall den Weg weist zu diensthabenden Ärzten und Apotheken.

Fraunhofer-Forscher arbeiten an intelligenter Vernetzung in der Fabrik

Nach Einschätzung von Dr. Volkmar Denner, für Forschung und Vorausentwicklung, Technikkoordination, Produktplanung und Technik zuständiger Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, „müssen wir uns alle darauf einstellen, dass wir vor einem Paradigmenwechsel stehen, dass sich unser Geschäftsleben durch das Internet der Dinge und Dienste grundlegend verändern wird“. Bosch stelle sich dieser Herausforderung: „Wir wollen die virtuelle und die physische Welt verbinden.“ Wenig planbar sei jedoch, welche Applikationen (zum Beispiel Apps für I-Phone) sich am Markt durchsetzen werden. Deshalb gelte es, explorativ, also erforschend, vorzugehen und agil zu sein.

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