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BTM Europe

Bleche dicht und verdrehsicher verbinden

| Autor/ Redakteur: Hans-W. Fisch / Dietmar Kuhn

Das Clinchen wurde in den 80er-Jahren als mechanische Fügetechnik eingeführt und hat sich bis heute vor allem bei Leichtbauanwendungen etabliert. In der Nutzung ist dieses Fügeverfahren ausgesprochen kostengünstig. In vielen Bereichen, vor allem im Automobilbau, ist der Einsatz im Hinblick auf seine mechanischen Eigenschaften Stand der Technik.

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Oval-Loc ist eine Kombination aus Tog-L-Loc und Lance-N-Loc und vereint die Vorteile der Verdrehsicherheit und Dichtheit.
Oval-Loc ist eine Kombination aus Tog-L-Loc und Lance-N-Loc und vereint die Vorteile der Verdrehsicherheit und Dichtheit.
(Bild: BTM)

BTM gilt als einer der Pioniere sogenannter Clinchsysteme. Das Unternehmen hat stetig an der Weiterentwicklung seiner Werkzeuge gearbeitet und nach neuen, besseren Anwendungen und Anwendungslösungen gesucht. Jetzt hat der Verbindungsspezialist mit dem Oval-Loc erfolgreich einen weiteren Meilenstein gesetzt.

Im Markt sind vor allem sogenannte Rundpunkt- und Balkenpunktsysteme bekannt. Der Tog-L-Loc Rundpunkt von BTM zeichnet sich durch einen nicht schneidenden Fügeprozess aus, bei dem die Fügepartner kreisrund, sprich über 360°, miteinander verriegelt werden. Dieser Punkt ist in allen Richtungen dicht und weist gleiche Festigkeiten ebenfalls in allen Richtungen aus. Darüber hinaus ist diese Verbindung gas- und flüssigkeitsdicht.

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Der Lance-N-Loc-Balkenpunkt dagegen schneidet lokal die Blechlagen partiell ein und verschränkt die beiden Fügepartner im Schnittbereich miteinander. Auch das hat Vorteile. Hier können mehrere Lagen als nur zwei sicher miteinander verbunden werden. Auch Kombinationen mit nicht metallischen Partnern (beispielsweise Glasfasergewebe und Kunststoffe) können mit dem Lance-N-Loc sicher geclincht werden.

Der einzelne Rundpunkt als natürliche Scharnierwirkung

Des Weiteren stellt er bei beschichteten Blechen gerade aufgrund dieses Schneidanteils eine sichere Stromübertragung her. In der weißen Ware wird der Lance-N-Loc deshalb allgemein als Erdungspunkt bezeichnet. Darüber hinaus wird der Balkenpunkt dort als Verdrehsicherung eingesetzt, wo der einzeln gesetzte Rundpunkt eine natürliche Scharnierwirkung aufweist. Durch den Schneidanteil wird natürlich die als Korrosionsschutz eingesetzte Zinkschicht zerstört und das kann bei verschiedenen Einsatzfällen zu Korrosion an diesen Stellen führen.

Was aber tun, wenn man nun eine verdrehgesicherte Verbindung ohne Schneidanteil benötigt? Aus diesem Grund wurden bislang in solchen Fällen verschiedene Klimmzüge gemacht. Konstruktiv wurden zusätzliche Nasen, Abkantungen und Klipse eingebaut, um weiterhin einen Rundpunkt verwenden zu können.

Deshalb hat BTM schon 1986 den Multi-Loc™, ein Mehrfachrundpunkt-Werkzeug entwickelt. Hier sind in einem Werkzeug zwei oder drei Rundpunkte integriert. Danach folgte 1986 der BTM-Square-Loc™. Mit nur einem rautenförmigen Punkt konnte der für das Werkzeug benötigte Bauraum wieder reduziert werden. Beide Verbindungen sind dicht und weisen die gewünschte Verdrehsicherheit auf.

Lance-N-Loc™, Multi-Loc™ und Square-Loc™ gehören in die Familie der Geometriepunkte und werden als GEO-Clinch® bezeichnet, ein rechtlich geschützter Begriff. Die Geometrie der zu verbindenden Baugruppe wird sofort eindeutig eingefroren.

Diese GEO-Clinch®-Familie wird nun durch den Oval-Loc™ erweitert. Baugleich zu den bekannten BTM-Rundpunktwerkzeugen wurde der Oval-Loc entsprechend angelegt. Es gibt ihn in der Version mit den Stempelabmessungen 3 mm × 6 mm und 4 mm × 8 mm. Die Einstellparameter der Rundpunktwerkzeuge können nahezu 1:1 übertragen werden.

Mit nur einem Standardwerkzeug können nun kostengünstig mit ebenfalls nur einem Punkt die gewünschten Eigenschaften erzeugt werden. Gerade im Automobilbau ist dieses Werkzeug von besonderem Interesse. In den sogenannten GEO-Stationen werden Bauteile vorfixiert, die später vollständig verclincht oder verschweißt werden. Auch dort, wo platzsparend nur ein Punkt zum Einsatz kommen kann, ist dieses Werkzeug die Lösung. Beispielhaft ist eine Batteriehalterung eines namhaften Automobilherstellers gezeigt, bei dem platzbedingt nur ein Punkt gesetzt werden konnte. Ein weiteres Beispiel zeigt ein Verstärkungsblech, das nun anstatt mit zwei Punkten nur mit einem Oval-Loc™ verbunden wird. Die Verbindung ist ebenfalls korrosions- und verdrehsicher bei gleichen Eigenschaften wie der bekannte Rundpunkt.

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