Wasserstrahlschneiden Den Kunden mehr bieten als großformatigen Wasserstrahlzuschnitt

Autor / Redakteur: Klaus Vollrath / Stefanie Michel

Selbst großformatige Teile mit Dicken von über 150 mm lassen sich mit Wasserstrahl schneiden – egal ob aus Metall, Kunststoff oder anderen Werkstoffen. Doch heute erwarten Kunden mehr als nur den Zuschnitt. Deshalb wird in weitere Bearbeitungsverfahren, Ergänzungen an den Anlagen und Baugruppenmontage investiert.

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Haspelstationen vor und hitner der Wasserstrahlschneidanlage können die schweren Gummimatten, die suaber abgeschnitten werden, ab- und aufwickeln.
Haspelstationen vor und hitner der Wasserstrahlschneidanlage können die schweren Gummimatten, die suaber abgeschnitten werden, ab- und aufwickeln.
(Bild: Aquatec)

Die meisten Aquatec-Kunden suchen keine isolierte Dienstleistung, sondern erwarten die Lieferung komplett einbaufertiger Teile. Deshalb hat das Unternehmen aus Emmerich zusätzlich zu seiner Kernkompetenz – dem Wasserstrahlzuschnitt großformatiger Teile – eine breite Palette weiterer Prozesse aufgebaut, um die jeweils gewünschte Fertigungstiefe darzustellen: Das reicht von der Beschaffungslogistik für das oft überformatige Vormaterial über vielfältige weitere Bearbeitungsverfahren bis zur Baugruppenmontage und der termintreuen Anlieferung kompletter Baugruppen in transportgerechter Verpackung.

Komplettleistung beim Wasserstrahlschneiden immer wichtiger

Für die Kundschaft, zu der neben Anlagen- und Sondermaschinenbauern auch zahlreiche Architekturbüros und Baufirmen gehören, wird diese Komplettleistung immer wichtiger. Gerade bei großformatigen Teilen, die oft nur in geringen Stückzahlen benötigt werden, ist für sie die Investition in eigene Fertigungstechnologie kaum wirtschaftlich.

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Auch die Auswahl zahlreicher Zulieferer für eine breite Palette von Leistungen vom Materialeinkauf und dem Zuschnitt über die mechanische Bearbeitung bis zur Beschichtung würde Aufwand, Kosten und Bauzeit enorm in die Höhe treiben. Schon allein die ausgedehnte Logistik solch großer Teile zwischen verschiedensten Standorten wäre zu teuer. Hinzu kommen erhebliche zusätzliche Aufwendungen an den Schnittstellen, denn jede Übergabe setzt die Ausarbeitung und Sicherstellung geeigneter Maßnahmen zur Qualitätssicherung voraus.

Höchstdruck-Wasserstrahl trennt Platten von über 150 mm Dicke

„Im Unterschied zu Brenner, Laser oder Plasma tritt beim Wasserstrahlschneiden keine thermische Schädigung des Materials auf“, erklärt Martin Meenen, Geschäftsführer der Aquatec GmbH. Als Werkzeug dient ein Höchstdruck-Wasserstrahl mit bis zu 4000 bar. Damit lassen sich selbst dicke Platten mit Wanddicken von mehr als 150 mm trennen.

Der von Wasser durchströmte Schnittspalt bleibt dabei in allen Phasen der Bearbeitung völlig kalt. Vor allem bei vielen hoch legierten Stählen sowie Sonderwerkstoffen, die zum Teil äußerst empfindlich auf thermische Beanspruchungen reagieren, ist dies ein entscheidender Vorteil. Zudem vermeidet man auch den beim Einsatz thermischer Trennverfahren häufig auftretenden Verzug sowie Aufhärtungen oder gar Vorschädigungen bis hin zur Bildung von Kantenrissen.

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