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Verbindungstechnik

Der Laser ersetzt das WIG-Schweißen in der Edelstahlrohr-Fertigung

| Autor: Sonja Oelmeyer

Mit dem Wechsel der Schweißtechnik vom WIG-Verfahren auf den Laser konnte ein Rohrhersteller die Anzahl der Fertigungsanlagen von fünf auf drei senken – trotz steigender Stückzahlen. Dabei erfüllen die lasergeschweißten Edelstahlrohre die hohen Anforderungen bei Trinkwasserleitungen oder Kraftstoffrohren.

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Bild 1: Der Schweißrollentisch sowie der PWS-Sensor mit Tracking System erlauben μm-genaues Laserschweißen mit hohen Positioniergenauigkeiten und Bearbeitungsgeschwindigkeiten.
Bild 1: Der Schweißrollentisch sowie der PWS-Sensor mit Tracking System erlauben μm-genaues Laserschweißen mit hohen Positioniergenauigkeiten und Bearbeitungsgeschwindigkeiten.
(Bild: Rofin)

Die Fertigung des Siegerländer Rohrherstellers Esta Rohr GmbH hat sich in den vergangenen acht Jahren gravierend geändert. Man merkt es vor allem daran, dass die auffällige Hitze durch die Glühstrecken deutlich geringer ist. „Das liegt daran, dass wir unsere Produktion umgebaut haben und trotz stetigem Wachstumskurs nur noch drei statt fünf Rohrfertigungsanlagen betreiben“, bestätigt Sven Pitzer, Prokurist und technischer Leiter bei Esta Rohr.

2006 verarbeitete das Unternehmen noch 3000 t Stahl pro Jahr auf einer Laser- und vier WIG-Anlagen. Inzwischen hat man sich ganz dem Laserschweißen verschrieben und fertigte im vergangenen Jahr bereits längsnahtgeschweißte Rohre aus 4500 t Edelstahl. „WIG-geschweißte Rohre werden tatsächlich nur noch in Ausnahmefällen angefragt, wenn Baupläne oder komplizierte Prüfvorgaben, beispielsweise in Kraftwerken, dies erfordern“, erklärt Pitzer. In diesen Fällen ist man flexibel und stellt eine der Anlagen wieder auf WIG um. „Die Vorteile der lasergeschweißten Rohre sind aber so vielfältig, dass wir inzwischen komplett auf Laser umgesattelt haben.“

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Rohre aus spezieller Legierung auch ungeglüht gut verformbar

Als 2005 die erste Laseranlage in Betrieb ging, waren die Erwartungen an die neue Technik hoch. Kostengünstiger sollte produziert werden und neue Märkte wollte man erobern. Und genau das ist auch gelungen: Mit den drei CO2-Slab-Lasern von Rofin mit Leistungen zwischen 4,5 und 6 kW, kombiniert mit dem Profile Welding System (PWS), fertigt das Unternehmen heute rund 1 Mio. m Rohre pro Jahr allein für die Sparte Kraftstoffbefüllung in Automobilen. Die Anforderungen an diese speziellen Rohrleitungen werden dort nur von lasergeschweißten Rohren erfüllt – andere Techniken wie das klassische WIG-Schweißen sind kundenseitig nicht zugelassen.

Das Besondere an diesen Rohren ist, dass sie aus einem speziell legierten Stahl hergestellt werden und damit auch ungeglüht gut verformbar sind – ein weiterer Grund, warum es in der Halle nicht mehr ganz so heiß ist. Verfügten vor Jahren noch alle fünf WIG-Anlagen über eine Glühstrecke, sind heute nur noch zwei Laseranlagen mit einer solchen ausgestattet.

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