Hohe Nachfrage Die deutschen Maschinenexporte klettern wieder

Quelle: VDMA / Verantw. Redakteur: Peter Königsreuther

Der Exportzuwachs in puncto Maschinenausfuhren aus Deutschland ist von Januar bis Ende September 2021 um fast 11 Prozent gestiegen.

Der VDMA registriert, dass die Maschinenauslieferungen aus Deutschland zwar anziehen, aber an das Vorkrisenniveau nicht ganz anknüpfen werden. Fehlende Logistikkapazitäten und die bekannten Lieferengpässe bremsen die Branche demnach vor dem Ziel noch aus.
Der VDMA registriert, dass die Maschinenauslieferungen aus Deutschland zwar anziehen, aber an das Vorkrisenniveau nicht ganz anknüpfen werden. Fehlende Logistikkapazitäten und die bekannten Lieferengpässe bremsen die Branche demnach vor dem Ziel noch aus.
(Bild: R. Dinger)

Die Maschinenexporte aus Deutschland haben sind im dritten Quartal 2021 gut gewachsen, berichtet der VDMA. Sie stiegen im Vorjahresvergleich um 8,8 Prozent auf 44,6 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt meldete. Im ersten Quartal lagen die Ausfuhren um 0,9 Prozent und im zweiten Quartal sogar um 24,5 Prozent über Vorjahresniveau. Dabei sei allerdings zu berücksichtigen, dass die Maschinenexporte im zweiten Quartal 2020 – dem Höhepunkt der Corona-Pandemie – um 21,1 Prozent zurückgingen, merkt der VDMA an.

Unterm Strich lagen die Maschinenausfuhren in den ersten neun Monaten diesen Jahres mit 133,2 Milliarden Euro etwa 10,8 Prozent über denen von 2020. Im Gesamtjahr 2020 musste dagegen ein Exportrückgang von 10,1 Prozent verkraftet werden. „Der Maschinenbau profitiert wieder einmal von seiner starken Auslandspräsenz“, kommentiert der VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Das Vorkrisenniveau der Maschinenexporte von 2019 sei aufgrund der guten Nachfrage aus dem Ausland schon zum Greifen nah. Lediglich die weit verbreiteten Material- und Logistikengpässe könnten noch ein Hemmschuh werden.

Besonders gefragte Maschinen und Anlagen

Die prozentual höchsten Zuwächse in diesen ersten neun Monaten steuerten die Sektoren Textilmaschinen (plus 28,2 Prozent), Halbleiterproduktionsanlagen und integrierten Schaltungen (Mikroelektronik) mit einem Plus von 23,9 Prozent bei und die Landtechnik-Nachfrage kletterte um 21,8 Prozent. Die Textilindustrie, betont der VDMA fährt weltweit wieder die Produktion hoch und investiert kräftig in die Modernisierung und Automatisierung ihrer Anlagen.

Außer einem starken Exportwachstum beobachten die Experten aber auch weiterhin hohe Auftragseingänge der Textilmaschinenbranche von deutschen Kunden.

Die durch die Lieferengpässe getriebene gestiegene Nachfrage nach Halbleitern führt zu Kapazitätserweiterungen bei den Chiphersteller. Das heizt wiederum die Nachfrage und den Export von Maschinen für die Herstellung von Mikroelektronik an. „Hohe Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse und die Erneuerung der alten Landmaschinenflotte – vor allem in den USA – führen zu verstärkten Investitionen und einem Rekordhoch im Export von Landmaschinen“, erklärt Wiechers.

Deutsche Exportlage mit Blick auf die Nachbarn

Im dritten Quartal lagen die gesamten deutschen Maschinenexporte in die EU-27 um 5,8 Prozent über ihrem Vorjahresniveau. Das Geschäft mit den drei wichtigsten Abnehmern aus der EU-27 stellt sich so dar: Frankreich (minus 1,7 Prozent), Italien (plus 17,3 Prozent). In den Niederlanden (plus 11,3 Prozent). Die Maschinenexporte nach Großbritannien wuchsen im dritten Quartal mit 38,7 Prozent sogar deutlich im zweistelligen Bereich. Der Inselstaat überholt deshalb jetzt die Niederlande und landet auf Platz 5 der Absatzländer. Im vergangenen Jahr lag UK noch auf Platz 8, wie der VDMA anmerkt.

USA und China importieren unterschiedlich aus der BRD

Die Maschinenexporte in die beiden größten Einzelmärkte USA und China charakterisiert eine unterschiedliche Dynamik im dritten Quartal. Denn in die USA wurden 18 Prozent mehr Maschinen geliefert. Die Anzahl ist im Jahresverlauf also gestiegen. Nach China wurden aber nur 3 Prozent mehr als im Vorjahr geliefert, was einen Rückgang bedeutet. Denn von Januar bis September lagen die Maschinenexporte in die USA und China bei 12,6 beziehungsweise 10,8 Prozent über Vorjahr.

(Bild: Statistisches Bundesamt)

Mit einen Mehrexport nach China sei kurzfristig nicht zu rechnen, denn wichtige Abnehmerbranchen wie Bau und Automobil senden keine expansiven Impulse, erklärt der VDMA-Chefvolkswirt.

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