Supply Chain Management Die Versorgungssicherheit im Blick

Autor / Redakteur: Sabine Vogel / Volker Unruh

Fehlende Transparenz in der Bearbeitung von Aufträgen, Beständen, Prozessen und Ressourcen setzt Unternehmen oft einer harten Belastungsprobe aus. Will man die Kundenzufriedenheit auf eine solide Basis stellen, sind Informationen und Reaktionen in Echtzeit erforderlich – angesichts der zunehmend internationalisierten Supply Chains eine echte Herausforderung.

Firmen zum Thema

Nicht nur in der Bekleidungsindustrie sind für eine umfassende Nachverfolgbarkeit der Lieferketten globale und unternehmensübergreifende Netzwerke ebenso erforderlich wie qualifizierte und gut geschulte Mitarbeiter.Bild: Setlog
Nicht nur in der Bekleidungsindustrie sind für eine umfassende Nachverfolgbarkeit der Lieferketten globale und unternehmensübergreifende Netzwerke ebenso erforderlich wie qualifizierte und gut geschulte Mitarbeiter.Bild: Setlog
( Archiv: Vogel Business Media )

Unsere Welt wird immer komplexer und mit ihr die Supply Chains. Grund hierfür ist die zunehmende Verflechtung von Produktions- und Handelsstrukturen. Das macht die Welt einerseits zum sprichwörtlichen Dorf, andererseits wächst die räumliche Distanz zwischen Kunden und Lieferanten und die Zahl der am Wertschöpfungsprozess Beteiligten nimmt zu. Damit steigt aber auch das Risiko unplanmäßiger Zwischenfälle und Störungen.

Was in der Theorie eines strategischen Supply Chain Management (SCM) funktioniert, ist in der Realität nicht selten begleitet von Pech und Pannen. Wer ist noch Herr seiner Prozesse, wenn sich Bedingungen unplanmäßig ändern und zum Beispiel Engpässe in der Produktionsversorgung drohen? Und welche Navigationsmöglichkeiten gibt es, nahenden Turbulenzen proaktiv zu begegnen oder diese geschickt zu umschiffen?

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Dr. Christoph Kilger, Mitglied des Vorstandes der J & M Management Consulting AG, Mannheim, kennt sich aus: „Das Management globaler Beschaffungs- und Distributionsnetzwerke sowie internationaler Produktionssysteme erfordert eine enge Integration von Lieferanten, produzierenden Unternehmen und Kunden sowie die Koordination der Material-, Informations- und Finanzströme. Die richtigen Strategien, Steuerungs- und Controllingprinzipien und IT-Systeme entscheiden über den Erfolg. Denn die Komplexität ist nicht zu unterschätzen, und das bei mehr Flexibilität und Reaktionsschnelligkeit, da sich Trends global immer schneller verändern.“

Visibilität wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor

Gefordert ist eine klare und umfassende Sicht auf sämtliche Informationen über Waren und Bestände, Ressourcen und Prozesse entlang der Supply Chain. Visibilität wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor und die IT macht es möglich. Doch angesichts vielfach anzutreffender stark zerklüfteter Systeme birgt auch das wiederum Risiken.

Bertram Salzinger, Vorstand des Vorstandes der Inconso AG, Bad Nauheim, weiß um die Probleme: „In der Praxis finden sich vielfach unterschiedliche IT-Systemplattformen und vielfältige Schnittstellen. Es existiert keine übergreifende Online-Bestandsinformation und die Information über Transitbestände ist mangelhaft.“

Doch es gibt noch weitere Hürden für übergreifende SCM-Projekte. „ERP-Systeme verfügen nicht über alle zur Logistiksteuerung notwendigen SCM-Informationen und -Funktionen. Oft fehlt auch ein Logistik-Leitstand mit Dispositionsunterstützung für die Steuerung der logistischen Abläufe“, so Salzinger.

(ID:260487)