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Qualitätssicherung in der Blechbearbeitung Höhenunterschiede werden deutlich erkennbar

| Redakteur: Helmut Klemm

Ein Messgerät liefert aussagekräftige 3D-Darstellungen von Flächen und Kanten zur Beurteilung der Qualität beim Schneiden von Bändern und Blechen mit Kreismessern.

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Das Messgerät ist für Teststücke bis 1350 mm Länge ausgelegt. Es kann deshalb Messungen über die gesamte Schnittlänge eines Kreismessers mit über 400 mm Durchmesser vornehmen.
Das Messgerät ist für Teststücke bis 1350 mm Länge ausgelegt. Es kann deshalb Messungen über die gesamte Schnittlänge eines Kreismessers mit über 400 mm Durchmesser vornehmen.
(Bild: Burghardt + Schmidt)

Der Schneid- und Richtmaschinenhersteller Burghardt + Schmidt hat auf der Blechexpo gemeinsam mit dem Imaging-Experten Focalspec ein neues, berührungslos arbeitendes Messgerät für Teststücke bis 1350 mm Länge vorgestellt. Dieses Maß entspricht dem vollen Umfang eines Kreismessers mit über 400 mm Durchmesser und gewährleiste dadurch die komplette Beurteilung der gesamten Schneidenlänge. Bislang würden meist nur Stichproben gemessen, sodass Fehler unbemerkt bleiben könnten.

Das Messgerät soll zu einer höheren Zuverlässigkeit bei der Beurteilung von Präzision, Gradbildung und Schnittflächen bei Metallbändern und -blechen beitragen. Es ist für Materialien bis 4 mm Dicke ausgelegt und erfasst neben dem Schnittgrad und der Schnittfläche auch die Kantenverrundung. Das Messverfahren des Geräts aus der EP300-Reihe basiert auf derselben Technik wie die bereits bewährte Variante für 250 mm lange Proben.

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Das Band wird nicht berührt

Bei Messen werden nach dem Lateral-Chromatic-Imaging-Verfahren (LCI) spezielle Lichtspektren erzeugt und auf den Schnittbereich gerichtet, wo sie von den feinen Strukturen im Metall reflektiert werden und anhand der dominanten Wellenlängen Höhenunterschiede deutlich erkennen lassen. Die Präzision liegt unter 1 µm, die Auflösung beträgt 2,2 µm x 20 µm.

Ein besonderer Vorteil ist, dass das Band nicht berührt wird. Dadurch ist eine realistische Wiedergabe ohne äußere Beeinträchtigung gewährleistet. Die Probe muss für die Messung auch nicht vorbereitet werden, sodass der Qualitätsstandard sehr einfach und bereits frühzeitig in der Produktion kontrolliert werden kann.

Um eine gleichmäßige Bewegung der Messeinheit über die ganze Länge bis 1350 mm sicherzustellen, ist das gesamte System – einschließlich einer schwenkbaren Halterung für PC, Monitor, Tastatur und Maus – auf einem stabilen Aluminiummesstisch montiert. Der federnd gelagerte, höhenverstellbare Messkopf wird mittels einer Linearführung elektromotorisch verfahren.

Das Führungssystem ist auf der Unterseite des Tisches angebracht und durch eine Abdeckplatte geschützt. Das soll Blockaden oder Unregelmäßigkeiten durch Verschmutzung verhindern und eine sehr hohe Messqualität gewährleisten. Für optimale Bedingungen empfiehlt Burghardt + Schmidt die Aufstellung des Geräts in einem Sauberraum.

Eindeutige Bilder geben Auskunft über die Schnittqualität

Das System umfasst zwei separate Aufnahmevorrichtungen für Bandproben, wovon eine auf die Messung von Schnittgrad und Kantenabfall und die andere auf die Untersuchung der Schnittfläche ausgelegt ist. Die Kalibrierung der LCI-Einheit erfolgt jeweils automatisch anhand eines integrierten Referenzprüfkörpers.

Die Verfahrgeschwindigkeit des Messkopfes liegt bei circa 50 mm/s; das bedeutet, dass eine Probe mit der Maximallänge in nur 30 s vollständig vermessen werden kann. Dabei wird pro Millimeter ein Profil mit einer optischen Breite von 4 mm erstellt, sodass sich ein detailliertes Bild der Schnittkante in ihrem größeren Umfeld ergibt.

Aus den erfassten Daten werden automatisch Messprotokolle, Grafiken und Reports generiert, die sich direkt am Gerät speichern und wiedergeben lassen oder zur weiterführenden Analyse übertragen werden können. Die grafischen Darstellungsformen reichen von Schnittgradprofilen am Messpunkt oder Profilen des Kanteneinzugs und der Schnittfläche bis zur 3D-Abbildung der Oberfläche um den Schnittverlauf.

Mithilfe des neuen, größeren EP300-Messgeräts sei es möglich, alle Fragestellungen rund um die Schnittqualität anhand eindeutiger Bilder und übersichtlicher Berichte zeitnah und vor allem für den kompletten Messerumfang verlässlich zu beantworten, resümieren die beiden Unternehmen.

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