Warmumformen Kirchhoff investiert in Warmumformlinie – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten

Redakteur: Dietmar Kuhn

„Aus der Wirtschaftskrise eine Chance machen“, schrieb Mitte 2009 Arndt G. Kirchhoff, geschäftsführender Gesellschafter der Kirchhoff-Gruppe, in der K-Mobil-Kundenzeitschrift. Damals hatte sich sein Unternehmen für zahlreiche Neu-Investitionen entschieden oder sie waren bereits realisiert. Eine dieser Investitionen ist eine Warmumformlinie, die in einer neuen Produktionshalle ain Iserlohn von AP & T installiert wurde.

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Die Kirchhoff-Gruppe investierte im Werk Iserlohn in eine neue Warmumformlinie. Damit bleibt das Unternehmen als Automobilzulieferer am Puls der Zeit und ist für künftige Entwicklungen gerüstet.
Die Kirchhoff-Gruppe investierte im Werk Iserlohn in eine neue Warmumformlinie. Damit bleibt das Unternehmen als Automobilzulieferer am Puls der Zeit und ist für künftige Entwicklungen gerüstet.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Kirchhoff-Gruppe zählt mit ihren vier Geschäftsbereichen und etwa 4300 Mitarbeitern weltweit zu den großen Industrie-Konglomeraten, die noch familiengeführt sind. Eckpfeiler der Unternehmensgruppe sind die Faun Umwelttechnik, die Witte Werkzeuge, die Reha Group Automotive und als zentrales Element die Kirchhoff Automotive als bedeutender Automobilzulieferer und -dienstleister. Wo rund um den Globus auch Autos gebaut werden, ist die Kirchhoff Automotive mit eigenen Produktionsstätten präsent.

Zwei dieser Produktionsstätten befinden sich in Deutschland und zwar in Attendorn und Iserlohn. Die jeweils etwa 500 bis 600 Mitarbeiter produzieren hauptsächlich Karosserieteile, die sich in den meisten Premium-Fahrzeugen namhafter OEM wiederfinden.

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Stoßfänger werden mit Warmumformung produziert

Seit Juni 2009 werden im Werk Iserlohn-Sümmern auch warmumgeformte beziehungsweise pressgehärtete Teile produziert, genauer gesagt, Stoßfänger, in der Fachsprache auch Bumper genannt. Das Engineering wie auch die Anlage wurden vom schwedischen Presswerkspezialisten AP & T (Automation-Presses-Tooling) mit Unterstützung der deutschen Niederlassung in Burbach geliefert und in Betrieb genommen.

Wie es zu der Entscheidung für eine Warmumformlinie kam, erklärt Markus Löcker, Leiter Vorentwicklung im Tec-Center der Kirchhoff Automotive Deutschland GmbH in Attendorn: „Kirchhoff Automotive fertigt ja nicht nur Serienteile, sondern ist auch mit unterschiedlichen Forschungsprojekten befasst – sei es in eigenem oder auch in fremdem Auftrag. Dabei ist, im Hinblick auf den automobilen Leichtbau, auch die Warmumformung ein unumgängliches Thema.“

Leichtbau mit modernen Stahlwerkstoffen erfordert Warmumformung

Wer leicht bauen möchte, der kommt um neue, moderne Stahlwerkstoffe nicht herum. Das bedeutet für die Warmumformung von Karosserieteilen, dass dabei Platinen aus modernen Stahlwerkstoffen, beispielsweise dem niedrig legierten Borstahl 22MnB5, zum Einsatz kommen, die sich aufgrund ihres Gefüges optimal nur warmumformen lassen.

„Bereits vier Jahre vor Inbetriebnahme der neuen Warmumformanlage, ich glaube es war auf einer Euroblech-Messe in Hannover, hatte ich erstmals mit Michael Hunger (Geschäftsführer der AP & T Deutschland) über die Möglichkeiten der Warmumformung gesprochen“, sagt Löcker. In der Folge hat das Umformteam um die beiden Spezialisten eine Reihe von Konzepten und Lösungen entwickelt, besprochen und teilweise auch wieder verworfen.

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