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Kleinteileoptimierung in der Verbindungstechnik hilft Kosten sparen

| Autor/ Redakteur: Annedore Munde / Frauke Finus

Ein industrieübergreifender Marktstandard für die Verschraubung von Bauteilen wird vor dem Hintergrund einer steigenden Vielfalt und Komplexität der Anwendungen immer wichtiger. Die damit angestrebte Kleinteileoptimierung hilft, die Teilevielfalt zu reduzieren. Dass sich dies letztendlich positiv auf Prozessgestaltung und Herstellungskosten einer Baugruppe auswirkt, liegt auf der Hand.

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Ein industrieübergreifender Marktstandard für die innovative Verschraubung von Metallen und Kunststoffen wird vor dem Hintergrund einer steigenden Vielfalt und Komplexität der Anwendungen immer wichtiger.
Ein industrieübergreifender Marktstandard für die innovative Verschraubung von Metallen und Kunststoffen wird vor dem Hintergrund einer steigenden Vielfalt und Komplexität der Anwendungen immer wichtiger.
( Bild: Arnold )

Natürlich setzt ein Konstrukteur die Anforderungen der Entwickler passgenau um. Dabei greift er nicht nur auf die CAD-Programme zur Gestaltung zu, sondern auch auf die damit verknüpften Material- und Teiledatenbanken, die beispielsweise eine Übersicht über die passenden Verbindungselemente enthalten. Und diese Übersicht ist riesig. Die generelle Problemstellung „Finde das passende Verbindungselement in dem geeigneten Material für meine Baugruppe“ kann also auf jeden Fall optimal gelöst werden. Doch ist es wirklich optimal, wenn das Programm zwar für jede Verbindungsstelle das am besten geeignete Verbindungselement anbietet, in der Summe jedoch alle Verbindungselemente unterschiedlich sind, auch wenn sie nur geringfügig voneinander abweichen?

Die Arnold Umformtechnik aus Forchtenberg, ein Unternehmen der Würth-Gruppe und Hersteller von Verbindungselementen, reagiert auf genau diese Fragestellung mit entsprechend geeigneten Produkten. „Wir haben ein Standardprogramm für Direktverschraubung entwickelt, welches sich an den Anforderungen des Marktes orientiert“, sagt Michael Pult, im Unternehmen zuständig für Marketing und Produktmanagement. Unter dem Namen Eurofastener werden spezielle Verbindungselemente für die Bereiche Metall und Kunststoff angeboten. „Bei der Entwicklung der Sortimente Taptite 2000 für Metall und Remform für Kunststoff waren wir sehr nah an den Anforderungen unser Kunden, haben viele Gespräche geführt, gemeinsam über die konkreten Vorstellungen und Problemstellungen bei Verbindungslösungen gesprochen“, erläutert Pult weiter. Dies sei die grundsätzliche Voraussetzung. Aber Pult weiß auch: „Natürlich ist jede Verbindungsstelle einer ganz speziellen Baugruppe zugeordnet. Doch oft erfüllt das Verbindungselement A, welches die Datenbank anbietet, die Aufgabe genauso gut, wie das Verbindungselement B oder C. Anforderungsspezifika und Toleranzen einbezogen.“ Hier gelte es, zu optimieren.

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Ein Industriestandard reduziert die Variantenvielfalt

Die Verwaltungs- und Stückkosten einer Baugruppe wirken sich ganz entscheidend auf die Kosten einer Baugruppe aus. Egel ob Metall, Kunststoff oder Hybrid, egal ob Automobilindustrie oder Medizintechnik – ein industrieübergreifender Marktstandard würde helfen, die Kosten des Gesamtprozesses zu optimieren.

Doch wie können die Bauteile bereits im Konstruktionsstadium optimiert werden? Welche Einbauempfehlungen gelten für die Montage? Und welche Qualitätsrichtlinien sind für die jeweilige Verbindungsstelle einzuhalten?

Pult beschreibt die nötigen Faktoren, die es bei Eurofastener zu beachten galt: „In die Entwicklung der Verbindungselemente wurden die qualitativen Anforderungen an Sortenreinheit, Korrosionsschutz und Festigkeit sowie mechanische Ansprüche hinsichtlich Antrieben, Dimensionierung und Kopfgeometrien unterschiedlichster Industriebranchen einbezogen.“ Ziel sei es gewesen, einen Industriestandard zu schaffen, der sich am Maximum der vorherrschenden Anforderungen orientiert. Und er erläutert die Vorteile des zukünftig möglichen allgemeingültigen Industriestandards: „Er ermöglicht den Ersatz einer Vielzahl der bisher verwendeten Teilenummern durch eine einzige Eurofastener-Variante. Natürlich wird das die Einsparung von Verwaltungs- und Stückkosten zur Folge haben.“

Verknüpfung des Produktprogramms mit dem CAD-Programm

Doch bevor die Produkte aus dem Eurofastener-Standardprogramm letztendlich zum Einsatz kommen, sind Entwickler und Konstrukteure gefragt. „Mit dem e-Engineering-Tool Arncad möchten wir die Arbeit von Konstrukteuren und Entwicklern unterstützen“, sagt Pult. „Bereits im Entwicklungsprozess haben sie mit dem Tool einen kostenlosen, 24h-Zugriff auf die 2D- und 3D-Daten des Eurofastener-Programms.“

Um die Integration der Verbindungselemente in die Zeichnungen und Applikationen der Kunden zu erleichtern, hat die Arnold Umformtechnik dafür in Zusammenarbeit mit der Cadenas GmbH die CAD-Daten der einzelnen Produkte im 2D- und 3D-Format sowie die entsprechenden Einbauempfehlungen in einem elektronischen Produktkatalog online verfügbar gemacht. Durch die Zusammenführung der Datenbasis aus dem Produktprogramm und die Nutzung des Online-Portals Part-Community von Cadenas ist im Ergebnis das e-Engineering Tool Arncad entstanden.

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