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Kompaktpresse für die Warmumformung

| Autor/ Redakteur: Dietmar Kuhn / Frauke Finus

Die Warmumformung hat sich vor allem in der Automobil- und Zulieferindustrie bei Karosserien und größeren Strukturbauteilen, wie B-Säule, durchgesetzt. Jetzt soll eine neue Idee der Warmumformung dieser Umformtechnik einen weiteren Schub verleihen, mit gleichartigen Werkstoffen, doch mit viel weniger Aufwand und für ein völlig anderes Teilespektrum.

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Die ersten Versuchsteile, die auf der Vert Press erzeugt wurden, zeigen bereits hervorragende Ergebnisse; sie schüren die mögliche industrielle Anwendung des neuartigen Presshärtens.
Die ersten Versuchsteile, die auf der Vert Press erzeugt wurden, zeigen bereits hervorragende Ergebnisse; sie schüren die mögliche industrielle Anwendung des neuartigen Presshärtens.
(Bild: Kuhn)

Fast alle einschlägigen Veranstaltungen, Vortrags- und Diskussionsreihen der Umformtechnik hatten in den letzten Jahren die Warmumformung auf der Tagesordnung. Es wurde nicht nur viel geredet und diskutiert, sondern es gab auch ordentliche Ergebnisse – auch unter dem Gedanken des automobilen Leichtbaus und dem Druck, hoch- und höchstfeste Werkstoffe nur warm optimal umformen zu können. Die Anlagen sind mächtig, brauchen viel Platz und viel Energie. Es braucht dazu neben einem etwa 30 m langen Ofen und der Presse auch eine aufwändige Peripherie – doch anders war Warmumformung bisher nicht realisierbar.

Jetzt soll eine neue und gleichsam geniale Lösung für neuen Schwung in der Warmumformung sorgen. Das revolutionäre an dieser Lösung – sie wird von den Entwicklern Vert Press genannt – lässt sich grob an wenigen Punkten festmachen:

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  • Es können damit dünne Bleche bis 0,5 mm (darüber hinaus auch dickere) verarbeitet werden,
  • der Platzbedarf ist mit ungefähr 4 bis 5 m2 äußerst gering,
  • aufgrund der Größe der Anlage ist auch das Investment auf einem sehr niedrigen Level,
  • der Energieverbrauch beträgt nur einen kleinen Bruchteil einer herkömmlichen Warmumformanlage,
  • mit Vert Press können auch wirtschaftlich Kleinserien realisiert werden,
  • das Bauteilspektrum, das bisher nur großen Automobilteilen vorenthalten war, kann jetzt wesentlich nach unten abgerundet werden und ist deshalb auch für andere Branchen, beispielsweise im Geräte- und Apparatebau oder für den Maschinenbau interessant,
  • die Erwärmungstechnik ist energieschonender und variabel und,
  • die Transferwege und das Materialhandling ist einfach und simpel gelöst.

Vert Press ist eine Gemeinschaftsentwicklung von Neue Materialien Bayreuth, Preccon Robotics in Bayreuth und der Schnupp GmbH & Co. Hydraulik KG in Bogen. Die Entwicklung wurde als Forschungsprojekt und innerhalb des Verbundprojektes „KMU-innovativ“ – Neue Prozesskette zum vertikalen Presshärten von hochfesten Stählen, Teilprojekt: Entwicklung der Hydraulikpresse und des Umformwerkzeuges, mit Mitteln des BMBF gefördert.

Viel Potenzial erkennbar

Die ersten Versuche wurden mittlerweile am Sitz Neue Materialien Bayreuth erfolgreich durchgeführt. Dazu sagt Jürgen Kaiser, der seitens der Materialforscher in Bayreuth für die Versuchsreihe mit verantwortlich ist: „Die ersten Ergebnisse die wir mit Vert Press erzielt haben, lassen bereits erkennen, welches Potenzial in dieser neuen Presshärtetechnik steckt. Damit ist ein völlig neues Teilespektrum möglich.“ Freilich ist die neue Warmumformtechnik erst noch im Versuchsstadium, aber die bereits reale Presstechnik in Bayreuth zeigt, dass das Kapitel Warmumformung neu aufgeschlagen wurde. Die Anlage, in den Abmessungen von etwa 2 m x 2 m, sieht so ganz anders aus, als man das bisher von der Warmumformung her gewohnt ist. Und man muss beim ersten Mal schon genau hinschauen, wie denn das Blech zugeführt, erwärmt und anschließend umgeformt wird. „Mit der Konstruktion sind wir dem einfachsten und wirtschaftlichsten Weg einer Warmumformung gefolgt“, sagt Konrad Schnupp, Geschäftsführer von Schnupp und für die Technik der Vert Press verantwortlich.

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