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Eisenmann

Lackiertechnik mit Potenzial zur Kosteneinsparung

| Redakteur: Josef-Martin Kraus

Wer Eisenmann auf der Fachmesse Paintexpo in Karlsruhe besuchte, kann das vom Böblinger Anlagenbauer gewählte Messe-Motto kaum übersehen: Eine 5 m breite Schautafel zeigte an einer Metall- und einer Kunststoff-Lackierlinie Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung innerhalb der Oberflächenbehandlung. Absoluter Schwerpunkt dabei ist angesichts der explosionsartig steigenden Preise die Energieeinsparung.

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Bild 1: KTL-Anlage mit energiesparender Badzusatzkühlung und kostengünstiger Online-Schichtdickenmessung
Bild 1: KTL-Anlage mit energiesparender Badzusatzkühlung und kostengünstiger Online-Schichtdickenmessung
( Archiv: Vogel Business Media )

Ansätze zur Einsparung sieht Eisenmann in der Reduzierung des Primärenergiebedarfs und in der Mehrfachnutzung von Wärme durch Rückgewinnung. Außerdem wurden auf der Messe Anlagenkonzepte vorgestellt, die den Wasser-, Chemikalien- und Lackverbrauch reduzieren. Von diesen Ansätzen und Linzepten gehören einige bereits zur Standardausstattung einer hochwertigen Lackieranlage, zum Beispiel die Standzeitverlängerung von Aktivbädern sowie die Spülwasser-Kaskadenführung im Vorbehandlungsbereich, A-Schleusen am Ein- und Auslauf von Konvektionstrocknern oder Einbrennöfen, aber auch die Nutzung von Verbrennungswärme aus der Abluft-Nachverbrennung.

Andere, derzeit noch weniger gebräuchliche Maßnahmen sollten von Anlagenbetreibern unbedingt in Erwägung gezogen werden: Der meist nur geringfügig höhere Investitionsaufwand amortisiert sich oft schnell, zumal er durch Energieeinsparung und andere Vorteile mehr als aufgewogen wird.

Nutzung der Außentemperatur zum Kühlen von KTL-Bädern.

Das ist zum Beispiel bei der kataphoretischen Tauchlackierung (KTL) der Fall, die laut Eisenmann aufgrund der Möglichkeiten, den Korrosionsschutz zu maximieren, „hochgeschätzt“ wird. Aus Qualitätsgründen muss das KTL-Bad kontinuierlich gekühlt werden, in der Regel über einen Kaltwassersatz (VL/RL 16/22 °C). Dabei bietet es sich an, den Kaltwasser-Rücklauf vom Bad zunächst über einen so genannten Freikühler zu führen, um die Außentemperatur mit zur Kühlung zu nutzen. Die Zusatzinvestition amortisiert sich laut dem Anlagenhersteller in weniger als zwei Jahren. Sie lohne sich auch bei einer Nachrüstung (Bild 1).

Automatische Schichtdickenmessung reduziert Ausschussquote

Fehlbeschichtungen im KTL-Bereich sind nur höchst schwierig oder gar nicht zu retten. Der Bad-Konstanthaltung kommt deshalb größte Bedeutung zu. Bisher übliche Kontrollen – meist einmal am Tag – sind in der Regel mit großem Aufwand verbunden. Fehlerhafte Schichten werden gegebenenfalls erst dann erkannt, wenn schon erheblicher Ausschuss angefallen ist. Erste Angebote automatischer Kontrollsysteme konnten sich laut Eisenmann unter anderem wegen sehr hoher Investitionskosten am Markt nicht durchsetzen.

Daher hat der Anlagenhersteller ein Verfahren zur Online-Schichtdickenmessung und -regelung entwickelt, das die Investitionskosten in Grenzen hält. Es wurde bereits in Pilotanlagen erprobt. Über einen fest installierten Regelkreis werden alle relevanten Werte geprüft und nötige Korrekturen automatisch ausgelöst. Außerdem lassen sich die Schichtdicke und alle anderen lackspezifischen Parameter chargenweise oder werkstückbezogen als Qualitätsnachweis archivieren. Darin wird ein Vorteil gesehen, der insbesondere für Automobilzulieferer von immer größerer Wichtigkeit ist.

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