Pressenautomatisierung Maßgeschneiderte Peripherie bringt Presse auf Spitzengeschwindigkeit

Redakteur: Dietmar Kuhn

Pressen sind meist für die Hochgeschwindigkeitsfertigung ausgelegt. Doch zu oft werden sie durch Zuführung oder ausgebremst. Um dies zu verhindern, hilft in der Regel nur eine angepasste, maßgeschneiderte Peripherie, eine Automatisierungslösung, die der Teilefertigung freien Lauf lässt. Nur damit lassen sich die Produktivität steigern und die Kosten bei gleichzeitiger Qualitätsverbesserung senken.

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Platinen-Stapelsystem APS 70 von GPA-Jakob an einer Presse; mit der idealen Lösung kann die Presse volle Geschwindigkeit fahren. Bilder: GPA-Jakob
Platinen-Stapelsystem APS 70 von GPA-Jakob an einer Presse; mit der idealen Lösung kann die Presse volle Geschwindigkeit fahren. Bilder: GPA-Jakob
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Presse scheint auf Hochtouren zu laufen. Im Dauerbetrieb nehmen so genannte Saugertoolings die aus der Presse kommenden Platinen ab und stapeln sie, in die richtige Lage gebracht, auf entsprechenden Plattformen ab. „Dies ist jedoch nicht überall der Fall“, sagt Dipl.-Ing. Gabriele Zimmermann, verantwortliche Projektleiterin der GPA-Jakob in Karlsruhe. „Automatisierung ist noch lange nicht Standard“, meint die erfahrene Vertriebsfrau. „In vielen Fällen ist noch Handarbeit angesagt“, verrät sie. Nicht so im Falle eines bedeutenden Automobilzulieferers. Er hat die Notwendigkeit erkannt und entschied sich deshalb für eine umfangreiche Automatisierungslösung.

Bei dem Hersteller unterschiedlich dick gewalzter Bleche für den Karosseriebau wurde die Handarbeit damit abgelöst. Die Platinen in den Abmessungen von maximal 1500 mm × 2500 mm werden in der Presse vom Coil getrennt und anschließend von einem Transfer übernommen, der die Teile weiter an ein Stapelsystem übergibt. Hierdurch kann auf ein aufwändiges Zentrieren der Platinen, beispielsweise durch ein optisches Kamerasystem, verzichtet werden. Dennoch ist auch dies keine alltägliche Lösung, die der Automatisierungsspezialist für seinen Kunden entwickelte.

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GPA-Jakob-Lösung lässt die Pressenanlage mit deutlich über 20 Hub pro Minute laufen

„So etwas macht man nicht im Handumdrehen“, sagt Gabriele Zimmermann, „denn wir gehen dabei auch immer auf die besonderen, spezifischen Wünsche und Anforderungen des Kunden ein.“ Im vorliegenden Falle waren die Anforderungen nach zahlreichen Abstapelmustern der Formplatinen vereint mit den geforderten Hubzahlen eine sportliche Herausforderung. In Folge davon musste das Stapelsystem beispielsweise auch für extrem hohe Beschleunigungen ausgelegt werden. Des Weiteren mussten in der Projektierung das Platinengewicht bis etwa 50 kg sowie ein maximales Stapelgewicht von 8 t berücksichtigt werden.

Die Lösung, die GPA-Jakob entwickelt hat, lässt die Pressenanlage jetzt mit deutlich über 20 Hub pro Minute laufen. Zum Einsatz kommt die Stapelanlage an dem Punkt, wo die Formplatine vom Pressentransfer auf ein so genanntes Shuttle übergeben wird, auf dem die Platine bereits durch das Saugertooling gehalten und somit zentriert bleibt. Das Shuttle ist in der Längsachse drehbar, hat also eine Wendefunktion, durch die die aufgenommenen Platinen wahlweise gewendet werden können – je nachdem, ob man Rechts- oder Linksteile fertigen möcht (Platinen-Stapelsystem APS 70 in Aktion (Video)).

Ein Doppelfeederportal mit einer Spannweite von über 10 m übernimmt dann die Platinen und gewährleistet kürzeste Transportzeiten. Je nach Konstellation der Anlage lassen sich damit bis zu vier Teile in Durchlaufrichtung der Presse oder bis zu acht Teile quer zur Durchlaufrichtung der Presse stapeln.

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