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Wasserstrahlschneiden Mikrowasserstrahl überzeugt mit höchster Präzision

| Autor / Redakteur: Wolfgang Klingauf / Stefanie Michel

Das Mikrowasserstrahlschneiden kann aufgrund seiner hohen Genauigkeit und der universellen Einsetzbarkeit immer mehr Anwendungsfelder erschließen. Der Entwickler dieser Technik, das Unternehmen Waterjet, zeigt, warum immer mehr Anwender auf solche Anlagen setzen. Auch der Pionier selbst hat nun seine Kapazität an Schneidanlagen verdoppelt, um die Produktion zu erweitern.

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Die Microwaterjet-Maschinen verfügen über ein beidseitig gelagertes Portal, das über zwei Kugelrollspindeln angetrieben wird (im Bild). Für die Positioniergenauigkeit im Mikrometerbereich sorgen unter anderem Glasmaßstäbe über die volle Länge.
Die Microwaterjet-Maschinen verfügen über ein beidseitig gelagertes Portal, das über zwei Kugelrollspindeln angetrieben wird (im Bild). Für die Positioniergenauigkeit im Mikrometerbereich sorgen unter anderem Glasmaßstäbe über die volle Länge.
(Bild: Daetwyler)

Für Walter Maurer, Gründer und Geschäftsführer der Waterjet AG, ist es eine Bestätigung: Die von ihm selbst entwickelte Technologie des Mikrowasserstrahlschneidens setzt sich bei immer mehr Anwendern durch. Bereits 34 Anlagen hat die für den Maschinenbau und Vertrieb zuständige MDC Max Daetwyler AG ausgeliefert. Der größte Kunde ist Walter Maurers Firma Waterjet AG selbst, denn bislang nutzt das Unternehmen sechs Microwaterjet-Anlagen zur Produktion und eine zu Entwicklungszwecken.

Die vorhandenen Maschinen sind weitgehend ausgelastet – die Perspektive für weitere Aufträge allerdings sehr vielversprechend. Deshalb stockt Walter Maurer nun seinen Maschinenpark um sieben neue Anlagen auf – und baut damit seine Position im Bereich hochpräzises Mikrowasserstrahlschneiden aus. Er orderte sieben zusätzliche Anlagen vom Typ Microwaterjet F4. Die erste ist bereits installiert und bis März 2013 sollen dann alle neuen Maschinen in Betrieb sein.

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Jeder Werkstoff wird beim Wasserstrahlschneiden schonend und präzise getrennt

Die Kunden, die für den Boom des Mikrowasserstrahlschneidens sorgen, kommen aus den unterschiedlichsten Industriezweigen, unter anderem aus der Medizintechnik, der Forschung, dem Prototypenbau oder dem Bereich Design. Sie eint in der Regel, dass sich die verwendeten Materialien mit anderen Verfahren nur schwer oder überhaupt nicht trennen lassen. So scheitert das Erodieren bei nicht leitenden Werkstoffen und ein Lasereinsatz scheidet aus, wenn das Material hitzeempfindlich ist. Schließlich möchte kein Kunde verbrannte Schnittkanten oder Strukturveränderungen, die die Funktionsfähigkeit des Teils beeinträchtigen. So bestehen viele der von Waterjet per Mikrowasserstrahl geschnittenen Teile aus Titan, Messing, Chromstählen und speziellen Funktionsstählen. Polymere, Keramik, Glas und exotische Materialien finden sich ebenfalls darunter.

An den Stärken des Wasserstrahlschneidens, das Walter Maurer schon seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Fertigung einsetzt, hatte er nie Zweifel: Das Wasserstrahlschneiden zeichnet sich generell dadurch aus, dass es kaum Wärme in die Werkstücke einbringt, das Materialgefüge nicht beeinflusst und für fast alle Materialien geeignet ist. Damit erweitert es den Spielraum der Konstrukteure bei der Materialwahl erheblich. Als allerdings die Miniaturisierung in der Technik immer weiter fortschritt, reichte die Genauigkeit nicht mehr aus. Dass er Aufträge aufgrund der begrenzten Präzision ablehnen musste, wollte Maurer nicht hinnehmen. Also entwickelte er ab dem Jahr 2000 in Kooperation mit der Fachhochschule Nordwestschweiz in Windisch die neue Mikrowasserstrahltechnik.

Dritte Generation der Anlage steigerte Genauigkeit um den Faktor zehn

Dem ersten Funktionsmuster der neuen Anlage von 2003 folgten 2004 die ersten beiden Prototypen, die Maurer von da an in der Produktion einsetzte. Dieser F1-Generation folgten 2006 zwei Anlagen des weiter verbesserten Typs F2. Das alles geschah nur mit Blick darauf, die Präzision des Wasserstrahlschneidens in der eigenen Produktion zu verbessern. „Wir hatten nie im Sinn, die Anlagen zu verkaufen“, erinnert sich Maurer.

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