Manufacturing-Execution-Systeme Mit MES-Kennzahlen Anlagenstillstände um die Hälfte reduzieren

Autor / Redakteur: Reinhold Schäfer / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Kennzahlen sollen dafür sorgen, zeitnahe Entscheidungen im Produktionsbereich leichter zu fällen. Es müssen jedoch die richtigen Kennzahlen abgefragt werden. Mit einem Manufacturing-Execution-System lässt sich die Arbeit erleichtern. 50% weniger Anlagenstillstände sind möglich.

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Manufacturing-Execution-Systeme sollen auch dazu beitragen, die Kennzahlen aus der Fertigung leichter zu erhalten. Bild: Schäfer
Manufacturing-Execution-Systeme sollen auch dazu beitragen, die Kennzahlen aus der Fertigung leichter zu erhalten. Bild: Schäfer
( Archiv: Vogel Business Media )

Key Performance Indicators (KPI) sind betriebswirtschaftliche Kennzahlen, anhand derer der Fortschritt oder der Erfüllungsgrad hinsichtlich wichtiger Zielsetzungen oder kritischer Erfolgsfaktoren innerhalb einer Organisation gemessen werden können. So die Theorie.

Es müssen immer die richtigen Kennzahlen sein

Um die Kennzahlen aber auch nutzen zu können, ist es nach Aussage von Jochen Schumacher, Leiter des MPDV Campus der MPDV Mikrolab GmbH in Mosbach, erforderlich, die richtigen Kennzahlen zu sammeln: „Es genügt nicht, viele Kennzahlen abzufragen; Sie müssen sich immer fragen, ob dies für Ihren Betrieb die richtigen Kennzahlen sind.“ Bruno Hildebrand, IT-Verantwortlicher bei der Amcor Flexibles Kreuzlingen AG in Kreuzlingen (Schweiz), die pharmazeutisches Folien-Verpackungsmaterial herstellt, bestätigt: „Die Kunst ist, so wenige wie nötig, aber die richtigen Daten zu sammeln.“

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Manuelle Datenerfassung sorgt oft für Verdruss

Bisher ist es laut Schumacher so, dass acht von zehn Managern mit ihren derzeitigen Kennzahlen unzufrieden sind. Dies liege daran, dass die Datenerfassung oftmals noch manuell erfolgt, was sehr zeitaufwendig ist. „Deshalb wird dies häufig auf ein Minimum beschränkt“, erklärt Schumacher. Auch werde mit den Kennzahlen mitunter das Falsche getan.

So ist es laut Schumacher überhaupt nicht motivierend, wenn öffentlich an einer Infotafel der Krankenstand der Mitarbeiter aufgezeigt wird. Nachteilig sei auch, wenn im Betrieb mit sich widersprechenden Kennzahlen gearbeitet wird: „Es nützt überhaupt nichts, wenn in einer Abteilung eine hohe Auslastung angestrebt wird und in der nächsten kurze Lieferzeiten gefragt sind.“

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