Blechbiegezentrum Moderne und automatisierte Biegetechnik steht für hohe Qualität

Redakteur: Dietmar Kuhn

Königsbach-Stein, ein Ort in der Nähe von Pforzheim inmitten zahlreicher Blech- und Bandverarbeiter – hier sitzt auch der Blechverarbeiter Stöhr GmbH. 2004 brauchte das Unternehmen für Schalt- und Verteilerschränke einen Investor. Mit Michael Erbar hat es einen erfahrenen Blechexperten gefunden. Er und seine Investitionen bringen das Unternehmen weiter voran.

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In diesem Fall wird die Platine automatisch von einer Palette in das Biegezentrum geführt. Das erledigen in erster Linie die Vakuumsauggreifer.
In diesem Fall wird die Platine automatisch von einer Palette in das Biegezentrum geführt. Das erledigen in erster Linie die Vakuumsauggreifer.
(Bild: Kuhn)

Ein Blick in die Fertigung verrät: hier werden ungewöhnliche Blechteile passgenau gefertigt. Es handelt sich dabei um die im Markt bekannten Stöhr-Verteilerschränke für Fußboden- und Flächenheizsysteme. Aber auch andere Blechteile jeglicher Art und bereits fertig montierte und einbaufertige Baugruppen, wie etwa Terminalgehäuse oder Servicestationen, sind hier zu finden. Letztere sind beispielsweise relativ neu und wurden erst unter der Unternehmensleitung von Michael Erbar, geschäftsführender Gesellschafter der Stöhr GmbH, aufgebaut und entwickelt.

Passgenaue Blechteile automatisiert gekantet

„Zum Unternehmer bin ich mehr oder weniger durch Zufall geworden“, sagt der symphatisch wirkende Firmenchef. Man schrieb das Jahr 2004, als Erbar von seiner jahrelang vertrauten Hausbank angesprochen wurde, ob er nicht den Weg in die Selbstständigkeit wagen möchte. Die Stöhr GmbH produzierte damals zwar noch für langjährige und treue Kunden hochwertige Blecherzeugnisse, aber um die Nachfolgeregelung sicherzustellen und weiter am Markt bestehen zu können, musste das Unternehmen sich neu ausrichten und investireren. Erbars Hausbank sah in ihm, der seit Jahrzehnten bereits in der Blechfertigung bei einem Automobilzulieferer Erfahrungen gesammelt hatte und dort auch als Abteilungsleiter tätig war, den richtigen Mann. „Nach zögerlichem Nachdenken und vielen Zahlenspielen habe ich mich dann doch für die Selbstständigkeit entschieden“, sagt Erbar. Es war ihm aber bewusst, dass das Unternehmertum mit der Stöhr GmbH kein Zuckerschlecken sein würde. „Heute, nach fast 10 Jahren“, so Erbar, „sehe ich meine Entscheidung aus einem ganz anderen Blickwinkel. Es ist sicher nicht alles so gekommen, wie ich mir das vorgestellt habe, aber meine circa 60 Mitarbeiter und ich und alle, die uns unterstützt haben, haben uns ein ganz schönes Stück vorangebracht“, erläutert der badische Unternehmer, der in der Nähe von Brandenburg mit einer mechanischen Fertigung einen zweiten, zwölf Mann starken Betrieb unterhält.

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Die Türen und Gehäuseteile, die bei Stöhr in der Mehrheit gefertigt und in der Regel einbaubereit ausgeliefert werden, sind überwiegend aus Edelstahl und Aluminium und liegen als Platinenzuschnitt vor. Verarbeitet werden in der Regel Blechdicken bis 2 mm, ganz selten geht es auch mal darüber hinaus. „Die fertigen Teile weisen oft irgendwelche Löcher oder Ausbrüche auf, die später im eingebauten Zustand haargenau zusammenpassen müssen“, erläutert Erbar und er führt weiter aus: „Mit dem hier vorgefundenen Maschinenpark war wohl kein Blumentopf mehr zu gewinnen.“

Eine Neuinvestition musste also her. Von den bestehenden Anlagen wurden bereits vor einiger Zeit drei Maschinen, wie zum Beispiel die Stanzmaschinen, durch völlig neue Maschinen ersetzt. Jüngste Errungenschaft aber bleibt das Salvagnini-Biegezentrum P4Xe. „Unter den Biegezentren in der engeren Auswahl hat mich die Salvagnini-Anlage am meisten begeistert, weil sie auch meinen Vorstellungen am nächsten kam“, konstatiert Erbar. Von Salvagnini fühlte sich Erbar am besten betreut und beraten und die angestellten Berechnungen, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und das breite auf der P4Xe realisierbare Teilespektrum sprachen für diese Investition. Gemeinsam mit Hans Schmid, für die Beratung und den Verkauf von Salvagnini-Maschinen in Baden-Württemberg verantwortlich, stand am Ende, das war im Januar 2013, das P4Xe-Salvagnini-Biegezentrum.

Biegezentrum kann manuell oder automatisch beschickt werden

Die Teilevielfalt, die bei der Stöhr GmbH auf dieser Maschine gebogen wird, liegt in den Abmessungen von 600 mm bis 700 mm Höhe, 110 mm Tiefe und zwischen 400 mm und 1500 mm Breite. Im Maximum reicht Letztere bis 2180 mm. In der Regel sind es einfache, manchmal aber auch sehr komplexe Blechteile, die das Biegezentrum schnell und passgenau erledigt. Die Salvagnini-P4-Baureihe hat bereits Tradition beim italienischen Maschinenbauer. Sie war eine der ersten Werkzeugmaschinen mit numerischer Steurerung. Das Stöhr-Modell ist freilich nicht mehr vergleichbar. Geblieben ist aber das Biegen von Blechtafeln (Platinen), die bereits in einem Vorgängerprozess gestanzt wurden. Das Einlegen und Abnehmen der Blechteile geschieht teils manuell, teils automatisch. Was sich innerhalb der Maschine tut, läuft vollautomatisch ab, selbst bei komplexen Biegungen. Das Geniale daran ist der hauptzeitparallele Werkzeugwechsel, der somit ohne Zeitverlust stattfindet. Die Anlage lässt sich je nach Kundenwunsch oder Anforderung individuell konfigurieren sowie teil- und vollautomatisieren. Durch die einfache Bedienung über Touchpanel und mit der Salvagnini-Software, schafft Michael Erbar alle anfallenden Arbeiten optimal. Die P4Xe eröffnet ihm darüber hinaus neue Möglichkeiten, die er für seine eigenen Produkte oder als Lohnfertiger für seine Kunden bestens nutzen kann. Für den Unternehmensleiter Erbar ist die Salvagnini P4Xe ein Stück Zukunftsinvestition. Damit kann er sein Unternehmen weiter nach vorne bringen, so wie es dem Jungunternehmer in den letzten neun Jahren sehr gut gelungen ist.

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