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Microstep / Stürmsfs

Multifunktionales Schneidcenter zur 3D-Bearbeitung von Blechen

| Autor/ Redakteur: Melanie Söhnel / Frauke Finus

Die Stürmsfs AG zählt zu den führenden Job-Shop-Centern in der Schweiz. Um für für komplexe und kurzfristige Aufträge gerüstet zu sein, wurde in den vergangenen Jahren in digitale Systeme, in einen hohen Automatisierungsgrad und einen topmodernen Maschinenpark investiert. Unter anderem neu ist eine Plasmaschneidanlage der Baureihe MG von Microstep.

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Die MG-Baureihe beim Schweizer Lohnschneidspezialist wurde mit einem R5-Rotator ausgerüstet. Dieser ermöglicht 3D-Plasmaschnitte zum Beispiel für die Schweißnahtvorbereitung bis zu 50°. Für exakte Wiederholungen der Ergebnisse sorgt die patentierte, automatische Kalibriereinheit ACTG von Microstep.
Die MG-Baureihe beim Schweizer Lohnschneidspezialist wurde mit einem R5-Rotator ausgerüstet. Dieser ermöglicht 3D-Plasmaschnitte zum Beispiel für die Schweißnahtvorbereitung bis zu 50°. Für exakte Wiederholungen der Ergebnisse sorgt die patentierte, automatische Kalibriereinheit ACTG von Microstep.
(Bild: Microstep)

Eingebettet zwischen dem hügeligen Appenzellerland und dem Bodensee empfängt Goldach seine Besucher in einer der reizvollsten Regionen der Schweiz. Inmitten dieser malerischen Szenerie befindet sich eines der modernsten Stahl-und Metall-Service-Center Europas. Denn mit der Stürmsfs AG ist in der Gemeinde Goldach der leistungsfähigste Anbieter von Gesamtlösungen im Bereich Stahl, Metall und alternativen Materialien auf dem Schweizer Markt ansässig, der führend in der Bearbeitung und Fertigung von Einzel- und Bauteilen ist. 40.000 t an Metallen und Stählen liegen an unterschiedlichen Standorten unter anderem in vollautomatischen Hochregallägern bereit, um täglich schneiden, produzieren und liefern zu können.

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An sechs Standorten in der Schweiz, Österreich und der Slowakei sorgen rund 260 Mitarbeiter für die Maßanfertigung von Bauteilen. Vom kleinen Schlosser über den Stahlbauer bis hin zum großen Anlagenhersteller vertrauen Firmen auf die hochwertigen Produkte des Job-Shop-Centers und deren fristgerechten Lieferung über die hauseigene LKW-Flotte. „Es ist die Vielfältigkeit, die unser Unternehmen ausmacht, wir sind der am breitesten aufgestellte Stahl- und Metallhändler in der Schweiz. Wir haben Kompetenzen in vielen Bereichen – sei es im spanenden Bereich aber auch im Brennbetrieb. Uns zeichnet zudem der hohe Automatisierungsgrad aus. Wir fungieren hier wirklich als verlängerte Werkbank für den Kunden“, erklärt Marcel Meier, Bereichsleiter Beschaffung & Unternehmensentwicklung.

Herausforderung: große Aufträge kurzfristig abarbeiten

Die Automatisierung des gesamten Produktzyklus – vom Bestellvorgang über die Fertigung bis hin zur Kommissionierung und Lieferung – ist eine der vielen Stärken des Unternehmens. So werden Großkunden beispielsweise individuell an das System von Stürmsfs angebunden, für schnellstmögliche Ergebnisse. „Bei der Produktion sind wir komplett flexibel – wir realisieren Losgröße 1 bis X“, sagt Meier, der in der zunehmenden Kurzfristigkeit der Bestellungen eine große Herausforderung für die gesamte Lohnschneidbranche sieht. „Man weiß, was man diese Woche schneidet, aber was die Woche drauf abgearbeitet werden muss, weiß man in vielen Fällen einfach nicht. Der Lohnschneider muss sich drauf einstellen, auch größere Aufträge kurzfristig abarbeiten zu können.“ Hierbei sollen automatisierte Abläufe und eine zunehmende digitalisierte Fertigung helfen. Basis bildet weiterhin das Know-how der Mitarbeiter gepaart mit einem Maschinenpark, der Raum für Flexibilität lässt und die nötige Geschwindigkeit und Qualität in der Produktion ermöglicht.

Im Rahmen eines groß angelegten Optimierungsprojekts entschied sich das Unternehmen eine neue Halle für den Brennerbetrieb zu bauen. Die mittlerweile fünf Jahre alte Plasmaschneidanlage sollte um eine zweite ergänzt werden, um den laufenden Plasmaschneidbetrieb ohne Produktionsausfälle in die neue Halle umziehen zu können. Nach ausgiebiger Analyse des Marktes sowie der aktuellen technischen Möglichkeiten und eigenen Bedürfnisse entschied man sich schließlich für eine Plasmaschneidanlage der Baureihe MG von Microstep. „Uns hat das Gesamtpaket überzeugt. Das ging von der Beratung bis hin zur Leistungsfähigkeit der Anlage. Wir hatten von Beginn an den Eindruck, dass wir das Fasenaggregat kriegen, das State-of-the-Art und technologisch führend ist“, blickt Marcel Meier auf den Moment der Kaufentscheidung Ende 2016 zurück. Zudem habe auch die Leistung des Bohraggregats überzeugt.

Seit Juli 2017 ist nun die Multifunktionsanlage im Zweischichtbetrieb im Einsatz – bei Bedarf wird darüber hinaus im Rahmen einer zusätzlichen Nachtschicht gefertigt. Der Lohnschneidbetrieb entschied sich für ein Plasmaschneidsystem mit der Technologie zum 3D-Plasmaschneiden, 2D-Plasmaschneiden, Bohren, Gewinden und Senken. Die Bearbeitungsfläche von 21.000 mm Länge und 3.500 mm Breite ermöglicht die schnelle und präzise Bearbeitung von großformatigen Blechen im Parallelbetrieb – in einem Bereich wird gefertigt und im anderen Bereich zeitgleich abgeräumt und neues Material aufgelegt. Geschnitten werden beim Stahl- und Metallexperten mit der Plasmaschneidanlage Blechstärken zwischen 5 und 35 mm. Die Bohrspindel und auch der endlosdrehende Fasenschneidkopf zur Vorbereitung von Schweißnähten kommen oftmals zum Einsatz. Für Produktionsleiter Massbleche Markus Egger hat sich die Entscheidung bewährt: „Wir sind sehr zufrieden mit der Anlage, sie ist insbesondere beim Bohren doppelt bis dreimal so schnell wie der Vorgänger. Wir haben einen großen Vorteil, wir können jetzt Gewinde schneiden, wir können senken. Und die Genauigkeit und auch die Fasen sind von der Qualität her sehr hoch“, zieht er ein Fazit.

Produktiv und prozesssicher fertigen

Mit der Umstellung auf ein Microstep-System ging auch die Umstellung auf Software von Sigma Nest einher. Denn die Stürmsfs AG implementierte die CAD/CAM-Software des amerikanischen Nesting-Spezialisten. Marcel Meier zeigt sich zufrieden: „Damit sind wir auch einige Risiken eingegangen, weil wir gleichzeitig zur Anlage auch noch den Anbieter der Schachtelungssoftware wechseln wollten beziehungsweise mussten. Und auch dort hat die ganze Umstellung mit Microstep sehr gut geklappt“, so der Leiter Projekte & Unternehmensentwicklung, der maßgeblich an den Investitionsentscheidungen beteiligt war.

Ein Projekt, das nach einem halben Jahr viele glückliche Gesichter bei den Verantwortlichen von Stürmsfs hinterlässt. „Die Anlage ist sehr produktiv und sie ist auch prozesssicher – sie hat sämtliche Erwartungen erfüllt“, so Meier. „Unsere Bediener schätzen es, dass sie aktiv auf das Schneidergebnis Einfluss nehmen können, dass sie mehr Möglichkeiten an der Anlage haben.“

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