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Schraubtechnik

Neue Gewindefurchschrauben-Generation sichert den Leichtbau

| Redakteur: Peter Königsreuther

Jeder will immer günstiger produzieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das klappt etwa, wenn man Arbeitsschritte weglassen kann. Das, und noch mehr, bieten gewindefurchende Schrauben.

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Die Familie Altracs, ihres Zeichens selbstfurchende Schrauben von Ejot, hat Zuwachs bekommen: Mit der Altracs Plus habe der Verbindungstechnikspezialist nun eine Type entwickelt, die die Montage im Leichtbaubereich, zum Beispiel mit Aluminium, einfacher und prozesssicherer machen soll.
Die Familie Altracs, ihres Zeichens selbstfurchende Schrauben von Ejot, hat Zuwachs bekommen: Mit der Altracs Plus habe der Verbindungstechnikspezialist nun eine Type entwickelt, die die Montage im Leichtbaubereich, zum Beispiel mit Aluminium, einfacher und prozesssicherer machen soll.
(Bild: Ejot)

Wer in der modernen Produktionswelt wettbewerbsfähig sein will, der muss stets ein Auge auf mögliche Kosteneinsparungspotenziale haben und diese dann auch umsetzen können. Nicht selten optimiert man dadurch auch das Produkt selber, sagt der Verbindungstechnikspezialist Ejot. Können bei der Montage mit Schrauben beispielsweise bisher typische Arbeitsgänge wie Bohren, Gewindeschneiden, Reinigen sowie oft noch folgende Optimierungsmaßnamen in den Bereichen Werkzeugbeschaffung, Lagerhaltung und kürzere Taktzeiten entfallen respektive reduziert werden, sinken die Kosten automatisch, heißt es. Mit Blick auf den zunehmenden Leichtbautrend in vielen Industriesektoren verweist Ejot auf die neue Generation gewindefurchender Schrauben. Denn diese könnten die Gesamtkosten einer Verbindung im Idealfall um bis zu 30 % reduzieren. Mithilfe des neuen Verbindungselements werde das Gewindefurchen in Leichtmetall auch bei anspruchsvollen konstruktiven Anwendungen erleichtert.

Spitzere Flanken stärken das gefurchte Gewinde

Um den parallel dazu stets steigenden technischen Anforderungen für Verschraubungen von höherfesten, thermisch und dynamisch beanspruchten Bauteilen aus Leichtmetall gerecht zu werden, hat Ejot die bereits existierende Schraube Altracs technisch optimiert, heißt es weiter. Das Ziel dieser Maßnahme war es, eine selbstfurchende Schraube zu schaffen, die bei der Verschraubung in Leichtmetall, wie Aluminium, ähnliche Verschraubungsparameter aufweist wie eine metrische 10.9-Maschinenverschraubung. Das Ergebnis heißt Ejot Altracs Plus und es behält laut Hersteller die spezifischen Vorteile der metrischen Kompatibilität bei.

Die metrische Steigung von 33° und die spezifische Gewindeflanke der Altracs Plus hinterlassen bei der Montage einen größeren Gewindezahn im „schwächeren“ Mutterngewinde des Leichtmetalls, erklärt Ejot. Dadurch könne jeder einzelne Gewindegang höher belastet werden. Die konstruktive Auslegung dieses Verbindungselementes erreiche das Versagenskriterium „Schraubenbruch“ so schon bei kürzeren Einschraubtiefen.

Relativ niedrige Eindreh- und hohe Versagensmomente sollen bei diesem Verbindungselement außerdem einen breiten Korridor zur sicheren Montage mit einfachen, pneumatischen und elektrischen Schraubgeräten freihalten. Der kreisförmige Gewindequerschnitt in Kombination mit verschiedenen Einschraubtiefen (1 bis 2,5 × d), heißt es, lässt dem Anwender die Wahl zwischen diversen Verschraubungssystemen, um das für den Anwendungsfall am besten geeignete davon zu finden. Auch der Einsatz anderer, beispielsweise drehmoment-/drehwinkelgesteuerter Verschraubungsverfahren, sei problemlos möglich. Die gleichmäßige Lastverteilung auf dem runden Schraubenquerschnitt hilft dabei, die Montagevorspannkraft auch unter thermischer und dynamischer Belastung aufrechtzuerhalten.

Geringerer Kraftaufwand bei der Handmontage

Die im Vergleich zu Schraubentypen mit 60°-Flankenwinkel beim Furchen schonendere Verdrängung des Leichtmetallwerkstoffs minimiert außerdem das aufzuwendende Furchmoment. Ejot erklärt, dass das durch eine konstruktiv optimierte Schraubenspitze erreicht wird: Die Gewindeflanken in der Schraubenspitze sind zwar analog zur älteren Altracs-Geometrie im Durchmesser kleiner bei anderen, bei der „Plus“ aber nun bis ganz nach vorn spitzer ausgeformt, beschreibt Ejot. So dringen die ersten Gewindegänge leichter in das Mutternmaterial ein. Der Anwender profitiere dabei insbesondere durch einen prozesstechnisch sichereren Start des Gewindefurchens und durch ein präziser zentriertes Ansetzen der Schraube. Das gelinge sogar bei gegossenen Löchern beim Einsatz von mit der Hand geführten Schraubwerkzeugen. Denn speziell von der ergonomischen Warte aus gesehen, zahlt sich bei Handarbeitsplätzen eine geringere Andruckkraft, die der Werker bei jeder Verschraubung aufbringen muss, auf Dauer gesehen aus.

Zusätzliche Sicherheit bei der Montage bietet die Altracs Plus auch, weil sie ohne Probleme zur Wiederholverschraubung eingesetzt werden kann, wie Ejot anmerkt. Was den Servicefall betrifft, so weist der Hersteller darauf hin, dass wegen der metrischen Kompatibilität der neuen, selbstfurchenden Schraube, ersatzweise auch eine metrische Schraube verwendet werden kann. MM

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