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IBN 4.0 Offene Industrie 4.0 Lösung live präsentiert

| Autor / Redakteur: Melanie Söhnel / M.A. Frauke Finus

Der Industry Business Network 4.0 e.V. gab anlässlich seines jährlichen Community Events in Bad Wörishofen eine erste Sneak Preview zur „Industry Fusion“ – einer skalierbaren Open-Source-Lösung zur herstellerübergreifenden Vernetzung der Industrie.

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Rund 80 Maschinenhersteller, Technologieanbieter, Systemintegratoren und Softwareentwickler kamen zum Community Event 2019 am Verbandssitz des Industry Business Network 4.0 im Microstep Competence Center im bayerischen Bad Wörishofen zusammen.
Rund 80 Maschinenhersteller, Technologieanbieter, Systemintegratoren und Softwareentwickler kamen zum Community Event 2019 am Verbandssitz des Industry Business Network 4.0 im Microstep Competence Center im bayerischen Bad Wörishofen zusammen.
(Bild: IBN 4.0)

Im Rahmen einer Open-Source Entwicklungspartnerschaft entwickelt das Industry Business Network 4.0 (IBN 4.0) gemeinsam mit den Firmen Intel, Iteratec, Decent, Codecentric und 5e Ecosystems die Vernetzungslösung Industry Fusion. Beim jährlichen Community Events des Verbands an seinem Hauptsitz in Bad Wörishofen wurde nun ein Einblick in die ersten konkreten Ergebnisse des Projekts gegeben. Gastgeber der Veranstaltung war die MicroStep Europa GmbH, die das Event gemeinsam mit dem Plasmaanlagenhersteller Kjellberg Finsterwalde sponsorte.

„Industry Fusion ist die erste herstellerübergreifende Open-Source Vernetzungslösung, die die interoperable Verknüpfung von Maschine, Fabrik und Cloud-Plattform schafft“, erklärte Dr.-Ing. Konstantin Kernschmidt, Leiter Forschung und Entwicklung bei der Microstep Europa GmbH, den rund 80 Teilnehmern des Community Events 2019 des IBN 4.0. An der konkreten Umsetzung werde mit Hochdruck gearbeitet: „Es freut uns sehr, dass mit den Firmen Intel, Iteratec, Decent, Codecentric und 5e Ecosystems fünf Unternehmen Ressourcen im Bereich Softwareentwicklung bereitstellen.“ Bereits das Engagement der vergangenen Monate habe sich gelohnt: Den Besuchern des Community Events wurde im Rahmen einer Livedemonstration gezeigt, dass die Basics von Industry Fusion bereits laufen. Die Teilnehmer konnten beim Zuschnitt eines Laserteils per Dashboard live nachverfolgen, wie sich die Maschinenzustände aller beteiligten Anlagen änderten: Welchen Stromverbrauch hat die Filteranlage während des Schneidvorgangs? Wie lange benötigt die Laserschneidanlage zur Abarbeitung des aktuellen Auftrags? Welcher Druck liegt an der zentralen Gasversorgung an?

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Doch das ist erst der Anfang: Bis zur Hannover Messe im Frühjahr 2020 wollen die beteiligten Entwicklerteams eine erste Beta-Version der Industry Fusion präsentieren. Und zur Messe EuroBlech in Hannover im Herbst des kommenden Jahres will man die Leistungsfähigkeit des Systems einem breiten Publikum live demonstrieren.

Vernetzung des Shopfloors

„Wir haben die besten Voraussetzungen, uns im Wettbewerb der Ideen im Bereich der Vernetzung des Shopfloors durchzusetzen: In Deutschland gibt es eine riesige Entwicklerszene im Bereich Open-Source, kein anderes Land der Erde ist im Maschinen- und Anlagenbau so stark aufgestellt und auch beim Thema Business Intelligence hat ein deutsches Unternehmen weltweit mit die Nase vorne – nämlich SAP“, betonte Rainer Sträter, Head of global Plattform Hosting bei 1&1 Ionos, in seinem Vortrag. Christian Donitzky, Global Account Executive Energy bei Intel, strich in seiner Keynote die Notwendigkeit heraus, neue Herausforderungen nicht als Einzelkämpfer sondern im Verbund mit mehreren Gleichgesinnten anzugehen: „Darum engagieren wir uns in diesem Projekt aktiv.“

Weitere Vorträge lieferten im Rahmen des Community Events spannende Einblicke in vielfältige weitere Aspekte, die bei der Vernetzung der Industrie eine Rolle spielen: Möglichkeiten, sich mittels RFID-Technologie gegen Produktpiraterie im Bereich Ersatz- und Verschleißteile zu wappnen, stellte René Steiner vor, Business Development Manager bei Turck. Und Matej Michalko, der Gründer des Unternehmens Decent, verdeutlichte eindrucksvoll, welch zentrale Rolle die Blockchain-Technologie im Bereich des vernetzten Shopfloors spielen wird. Warum auch sein Unternehmen sich dazu entschieden hat, im Rahmen des Open-Source-Projekts Manpower beizusteuern, erklärte Stefan Rauch, Digital Innovation Officer bei Iteratec. Und Frank Wagner von Kjellberg Finsterwalde verdeutlichte, welch hohen Stellenwert das Thema Digitalisierung bei der Konzeption der neuen Plasmaanlage Q aus seinem Hause hatte. Wie für innovative Ideen in kurzer Zeit Wagniskapital von Kleinanlegern eingesammelt werden kann, erklärte George Salapa, der Gründer von Bardicredit.

„Das Feedback, das wir auf dem Community Event 2019 von den Teilnehmern erhalten haben, hat eindrucksvoll gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freut sich Igor Mikulina, der bei der anschließenden Mitgliederversammlung des IBN 4.0 am Tag darauf erneut zum Vorsitzenden des Vorstands gewählt wurde. Er appellierte an alle Besucher, sich aktiv zu engagieren: „Je mehr sich unserem Verband und unserer Open-Source-Initiative anschließen, desto schneller kommen wir ans Ziel!“

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