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Messdaten werden durch interne Verrechnung im Gerät generiert
Im Gegensatz zu allen herkömmlichen Messverfahren werden die Messdaten ausschließlich durch interne Verrechnung im Paralign-Gerät generiert. Eine optische Verbindung zu den Messobjekten – also eine Sichtlinie – ist nicht erforderlich, wie es sonst bei allen optischen Messverfahren unerlässlich ist.
Sehr komplexe Maschinen wie zum Beispiel für den Zeitungsdruck haben in der Regel einen kompakten, geschlossenen Aufbau, der die Anwendung traditioneller Messtechnik erschwert, wenn nicht gänzlich unmöglich macht. Wie die bisherigen Erfahrungen zeigen, kann ein Paralign-Gerät gerade in solchen Fällen helfen: zum Beispiel beim Vermessen einer Walze, die im Falzapparat einer Druckmaschine arbeitet (Bild 2).
Dabei setzt der Messtechniker das Gerät auf die Walze auf und bewegt es für den Messvorgang ein Stück über die Oberfläche, was von den Fachleuten auch englisch „sweep“ genannt wird. Dabei zeichnet das Gerät ein Bündel von Messwerten auf, die eine Software nach einem bestimmten Algorithmus auswertet.
Die Anwendung dieses Messverfahrens verkürzte die Messzeit auch bei der genannten Druckmaschine drastisch und stellte die gleiche Genauigkeit für jede zu messende Walze sicher, ganz gleich ob diese frei zugänglich war oder sich in einem eingehausten Bereich befand.
Der Anlass für die Messungen an der Druckmaschine mit einem Paralign-Gerät waren unkontrollierbare Bahnverläufe, wobei das bedruckte Papier nicht mehr zentriert in den Falzapparat hineinlief. Dadurch war das Papier nicht vorgesehenen Spannungen unterworfen, sodass es vermehrt zum Papierabriss kam. Doch jeder Papierabriss führt zum Anlagenstillstand, der die Verfügbarkeit der Druckmaschine reduziert.
Um die Ursache dieser Fehlfunktion zu ermitteln, hielt die Druckerei eine Überprüfung des Ausrichtzustands der Anlage für nötig. Dabei wurde die Druckmaschine in konkurrenzlos kurzer Zeit mit dem Paralign-Gerät vermessen und das Ergebnis dokumentiert. Innerhalb von zehn Stunden wurden drei Druckwerke mit sechs H-Walzentürmen komplett vermessen. In Bild 3 ist das Protokoll mit den Ergebnissen für ein Druckwerk und die Walzen um den Falzapparat darüber dargestellt.
Der Standpunkt des Betrachters ist die Bedienerseite, dargestellt durch den grünen Punkt. Die Antriebsseite (hinten) ist in roter Farbe markiert. Die Walze in blau steht senkrecht auf der Zeichenoberfläche und ist als Referenz gesetzt.
Die den Walzen zugewiesenen Messwerte decken eindeutig die Ursache für die beobachteten Probleme beim Bahnverlauf auf: Zu erkennen ist eine Verschiebung sowohl des oberen H-Walzenturms als auch der Walzen darüber in der Nähe des Falzapparates zu dem als Referenz gesetzten Druckzylinder.
Nach Korrektur des Versatzes lief die Maschine wieder symmetrisch
Die beiden Plattenzylinder K und L sind um 0,5 mm und 0,54 mm zur gesetzten Referenz versetzt. Die Spindeln darüber weichen im Schnitt sogar 1,0 mm ab. Dieser Versatz wurde korrigiert. Danach lief das Papier wieder symmetrisch in den Falzapparat. Der Papierabriss wurde auf ein normales Maß reduziert.
Über die Behebung der Fehlfunktion hinaus konnte mithilfe des Paralign-Geräts erstmals seit Aufstellung der Anlage auch ein Einblick in die Druckmaschine gewonnen werden – und das im Rahmen eines Routinestillstands.
Die Vermessung mit dem Paralign-Gerät wird von db Prüftechnik als Dienstleistung angeboten und bereits bei vielen walzenführenden Anlagen in der Papier-, Stahl- und Convertingindustrie eingesetzt.
Die drei in dem Gerät installierten Ringlaserkreisel stammen aus der Luft- und Raumfahrt. Sobald einer der Kreisel bewegt wird, ändert sich das Interferenzmuster von zwei gegensinnig umlaufenden Laserstrahlen. Die Änderung im Vergleich zum Interferenzmuster in Ruhe ergibt die festgestellte Abweichung. MM
* Matthias Ecker ist Head of Machinery & Paralign Service bei der db Prüftechnik Alignment Systems GmbH in 85737 Ismaning, Tel. (0 89) 9 96 16-3 27, matthias.ecker@pruftechnik.com
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