Hoffmann / Meusburger

Probieren geht über Studieren: Normalien bestehen Testphase

| Autor: Frauke Finus

Martin Fischer von Hoffmann (li.) und Michael Kunzmann freuen sich über das eindrücklich gute Ergebnis der Testphase.
Martin Fischer von Hoffmann (li.) und Michael Kunzmann freuen sich über das eindrücklich gute Ergebnis der Testphase. (Bild: Finus)

Auf einer Versuchspresse neue Werkzeuge auszuprobieren, ist immer sinnvoll, aber eben doch nicht Dasselbe wie der Werkzeugeinsatz in der Alltagsproduktion. Das dachte sich auch die Hoffmann GmbH und hat in einer dreimonatigen Versuchsphase Führungssysteme von Meusburger getestet.

Auf der Landkarte gibt es ein paar Flecken in Deutschland, da wird Stanzen groß geschrieben. So auch im Pforzheimer Raum, wo die Hoffmann GmbH weltweit mit rund 140 Mitarbeitern als klassischer Entwicklungspartner auf Anlagen von Bruderer, Haulick+Roos und Bihler insbesondere Stanz-Biegeteile für die Automobilindustrie, Medizin-, und Elektroindustrie, die Telekommunikation und die Haushaltstechnik fertigt – und das sehr erfolgreich. Der nagelneue Firmensitz, der erst 2012 bezogen wurde, ist schon wieder zu klein: Die Fertigstellung des ersten Anbaus steht kurz bevor. In die neue Halle werden der Werkzeugbau und die Logistik einziehen.

Kleinste Teile sind möglich

Speziell auf die einzelnen Kundenanforderungen zugeschnitten, werden Werkzeuge-Unikate konstruiert und gebaut, die Blechdicken von 0,05 bis 4,00 mm und Bandbreiten bis 320 mm bearbeiten können. „Wir bauen unsere Werkzeuge modular, was uns sehr flexibel und auch für kleinste Teile fähig macht“, erklärt Martin Fischer, bei Hoffmann für die Arbeitsvorbereitung Werkzeugbau zuständig. „ Natürlich können wir auch größere Teile bis zu einer Presskraft von 1600 KN und einem Einbauraum von 2000 mm fertigen.“ Dafür werden Normalien verschiedener Hersteller gekauft, unter anderem von der Meusburger, GmbH & Co KG, die seit Mitte 2014 die Modultechnik ins Portfolio aufgenommen hat. „Bis dato hatte Meusburger zum Beispiel nur Gleitführungen im Angebot, die für die hohe Hubzahl von 800 Hüben/min, bei der Fertigung von Kontaktteilen für die Elektroindustrie, nicht geeignet sind“, sagt Fischer. Als die Österreicher vor gut zwei Jahren Führungssysteme mit Mittelbundsäulen, Führungsbuchsen und Kugelkäfigen ins Portfolio aufnahmen, trat Meusburger-Gebietsverkaufsleiter Michael Kunzmann an Fischer heran. „Ich wusste, dass Hoffmann mit Kugel-Führungssystemen arbeitet, deshalb wollte ich Martin Fischer die neuen Produkte vorstellen und Hoffmann als Partner für den Test der Neuentwicklung gewinnen.“ Dieser ergänzt: „Es ist natürlich schön, wenn bei einem nagelneuen Produkt auch an uns gedacht wird. Aber es ist nicht möglich, alles von heute auf morgen umzustellen. Drum vereinbarten wir eine Versuchsphase.“

An einem bestehenden Werkzeug, auf dem schon fast zehn Jahre lang die besagten Kontaktteile laufen, wurden also die Führungssysteme ausgetauscht. Nach anfänglichen Kinderkrankheiten konnte Hoffmann im Versuch 40 Mio. Stück innerhalb von drei Monaten fertigen, bevor die erste Komponente, einer der 16 Kugelkäfige, schlapp gemacht hat. „Das war ein eindrückliches Ergebnis für uns“, sind sich Fischer und Kunzmann einig. Mussten doch bisher etwa nach 16 Mio. Teilen die ersten Komponenten der Führungssysteme getauscht werden. „Die Mittelbundsäulen bekommen ein Superfinish bei uns, was ein wesentlich ruhigeres Gleiten der Kugelkäfige ermöglicht“, erklärt Kunzmann. Fischer ist mit der Umstellung der Führungssysteme hoch zufrieden und fasst zusammen: „Der Versuch hat sich gelohnt, wir haben ihn sehr erfolgreich beendet. Deshalb nutzen wir auch seitdem für dieses Kontaktteil auf dem Bruderer-Stanzautomaten die Führungssysteme von Meusburger.“

Hoffmann auf der Stanztec 2016: Halle GS, Stand A-67

Meusburger auf der Stanztec 2016: Halle GS, Stand A-26

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