Kanban Punktgenaue Anlieferung von C-Teilen entscheidet über Wahl des Lieferanten

Autor / Redakteur: Ralf Lagerbauer / Volker Unruh

In der Betrachtung von innerbetrieblichen Optimierungen steht das C-Teile-Management nicht unbedingt an vorderer Stelle. Dabei macht diese Artikelgruppe in Fertigungsbetrieben bis zu 65% aller Maschinenbauteile aus. Höchste Verfügbarkeit ist folglich oberstes Gebot. Und wer die richtigen Fragen stellt, findet auch passende Lieferanten.

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Erfolgreiches Kanban setzt einen lückenlosen Kreislauf voraus. Bilder: Würth Industrie Service
Erfolgreiches Kanban setzt einen lückenlosen Kreislauf voraus. Bilder: Würth Industrie Service
( Archiv: Vogel Business Media )

Wie lassen sich nachhaltig in der Materialversorgung der produzierenden Industrie Prozesse vereinfachen und Kosten optimieren, ohne dabei auf ein Maximum an Versorgungssicherheit verzichten zu müssen? Diese Frage gewinnt zunehmend an Bedeutung und deren Beantwortung so viel Interesse, dass dieser hochaktuelle Themenkomplex wiederholt in Fachkreisen der europäischen Industrie diskutiert wird.

So auch im Seminar „Kanban in der Praxis“ des Managementforums Starnberg, das bei der Würth Industrie Service GmbH & Co. KG in Bad Mergentheim stattfand. In diesem Rahmen wurden von der Würth Industrie Service exemplarisch die bei der Wahl eines C-Teile-Service-Partners auftretenden Fragestellungen sowie der dabei stattfindende Entscheidungsprozess aufgezeigt.

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Zu Beginn sei die Frage gestellt, was Industrieunternehmen dazu bewegt, immer wieder Bereiche mit Optimierungsbedarf zu definieren und eine schnelle Umsetzung zu verfolgen: Ist es der Trend, alles zu verändern, die Lust am Neuen, eine Mode, der alle folgen, oder eine existenzielle Notwendigkeit, um nachhaltig den Wettbewerb um Kunden und Märkte zu bestehen? Letzteres ist sicherlich der Kern, um den sich Gedanken und Methoden wie Lean-Management, Kaizen oder Kanban als Bausteine entwickeln und realisiert werden.

Anlagen bestehen bis zu 65% aus C-Teilen

In diesem Konsens sollen hier beispielhaft die so genannten C-Teile in den weiteren Fokus gestellt werden. C-Teile erscheinen aufgrund des Einkaufsvolumens unter rein betriebswirtschaftlicher Betrachtung im Ranking der beschaffungsseitig optimierungswürdigen Gruppen eher auf den hinteren Rängen. Hält man sich aber vor Augen, dass gerade die-se Artikelgruppe in den Fertigungsbetrieben bis zu 65% der Bauteile einer Maschine oder Anlage repräsentieren, so wird deutlich, welche Brisanz hier ein Versorgungsprozess mit maximaler Verfügbarkeit hat.

Gleich darauf folgt der Prozess an sich. Eine Vielzahl von Studien hat belegt, dass bis zu 50 Teilschritte notwendig sind, um ein Produkt mit einem Warenwert von wenigen Cent seiner letztlichen Verwendungsstelle zuzuführen. Dass hierbei theoretische Kosten von teilweise mehreren hundert Euro verursacht werden, ist eher sekundär, wenn man bedenkt, wie viel wertvolle Produktivität und Ressourcen Unternehmen hierdurch vernichten.

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