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Nachhaltigkeit

Ressourceneffizientes Lackieren entlastet auch bei den Kosten

| Autor/ Redakteur: Nadine Bernhardt und Dr. Christof Oberender / Stéphane Itasse

Die Schonung natürlicher Ressourcen ist ein hehres Ziel im Sinne der Verantwortung für künftige Generationen. Allerdings zögern beim Stichwort Ressourceneffizienz Entscheider in kleinen und mittleren Betrieben gelegentlich. Viele assoziieren damit Investitionen in neue Maschinen und Anlagen. Doch dies muss nicht so sein, wie mehrere Beispiele aus dem Lackieren zeigen.

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Die Blechwarenfabrik Limburg konnte durch die Erschließung ihrer Ressourceneffizienzpotenziale Einsparungen von mehreren Hundert Tonnen Blech und Lack realisieren.
Die Blechwarenfabrik Limburg konnte durch die Erschließung ihrer Ressourceneffizienzpotenziale Einsparungen von mehreren Hundert Tonnen Blech und Lack realisieren.
(Bild: VDI-ZRE)

Ein Beispiel: Die Blechwarenfabrik Limburg produziert pro Jahr rund 70 Mio. t Weißblechverpackungen. Durch eine neue Portalpresse kann die Stanzfläche des Blechs besser genutzt werden. Eine selbst entwickelte Folienkaschieranlage ersetzt darüber hinaus den Lackierprozess teilweise. Die Summe der jährlichen Einsparungen: 800 t Weißblech, 110 t Lack, 200.000 m³ Gas, 150.000 kWh Strom sowie rund 500 t CO2.

Schon einfache Ideen zur Ressourceneffizienz helfen beim Sparen

Aber auch eine andere, ganz simple Maßnahme zahlt sich überproportional aus. Wie die Azubis herausfanden, ließen sich die Arbeitshandschuhe ohne Qualitätsverlust bis zu sechs Mal waschen. Dadurch spart die Firma nun 80 % ihres Handschuhbedarfs ein. Für ihr Engagement in Sachen Ressourceneffizienz wurde die Blechwarenfabrik Limburg bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Materialeffizienzpreis und dem Großen Preis des Mittelstandes.

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Wer sich mit der Ressourceneffizienz in seinem Betrieb befassen will, sollte sich zuerst die Stoffströme im Unternehmen vergegenwärtigen. Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz, das im Auftrag des Bundesumweltministeriums arbeitet und von der Nationalen Klimaschutzinitiative finanziert wird, hat dafür unlängst ein kostenloses Tool namens Kostenrechner Ressourceneffizienz veröffentlicht.

Damit lässt sich nicht nur die eigene Kostenstruktur mit dem Branchendurchschnitt vergleichen. Es werden auch die Materialflüsse in den einzelnen Prozessschritten dargestellt, um die Kostentreiber zu finden.

Optimierungen von Prozessen erhöhen den Auftragswirkungsgrad

Um das eingesetzte Material Lack effizienter einzusetzen, kann man bereits vor dem eigentlichen Lackierprozess geeignete Schritte ergreifen. Der Hersteller von Abfallsammelfahrzeugen Faun nutzt dafür eine Strahlanlage. Die gründliche Vorbehandlung – ob maschinell oder von Hand – spart jede Menge Material: Der Lack haftet optimal, Staubeinschlüsse werden vermieden und die Schicht platzt später nicht ab, was die Ausschussquote reduziert.

Je nach Bauteil ist das eine oder das andere Lackierverfahren optimal, um das beste Ergebnis und einen höchstmöglichen Auftragswirkungsgrad zu erzielen. Das mittelständische Unternehmen Faun Umwelttechnik reduziert seinen Overspray mit dem elektrostatischen Verfahren, bei dem eine Spannung von 30.000 V an das zu lackierende Teil angelegt wird. Der Lack wird vom Bauteil angezogen, weniger Lack fliegt vorbei. Die elektrostatische Aufladung bewirkt weiterhin, dass die Lackschichten gerade an den häufiger belasteten Kanten eines Bauteils etwas dicker sind. Zusätzlich wird die Schlauchlänge der Lackiergeräte so kurz wie möglich gehalten. So ist anschließend weniger zu reinigen und das spart Lösemittel. Wird darüber hinaus die Düse in ihrer Größe an den zu lackierenden Gegenstand angepasst, wird der Overspray verringert.

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