Großteilbearbeitung Schneidroboter ersetzt mehrere Bearbeitungsmaschinen

Redakteur: Rüdiger Kroh

Das Bewegen der schweren Werkstücke im Stahlbau von einer Bearbeitungsmaschine zur nächsten ist sehr zeitaufwendig. Ein Roboter, der mit Plasmabrenntechnik ausgestattet ist, kann die Aufgaben von sieben Einzelanlagen übernehmen und so die gesamte Produktionsdauer um mindestens 20 bis 25% reduzieren.

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Bild 1: Eine Sechs-Achs-Konstruktion gibt dem Roboterarm maximalen Bewegungsspielraum. Dadurch kann die Stellung des Plasmabrenners zum Werkstück je nach Anforderung flexibel und genau verändert werden. (Bild: IBB)
Bild 1: Eine Sechs-Achs-Konstruktion gibt dem Roboterarm maximalen Bewegungsspielraum. Dadurch kann die Stellung des Plasmabrenners zum Werkstück je nach Anforderung flexibel und genau verändert werden. (Bild: IBB)

Walzprofile aufschneiden, Rundlöcher bohren, Markierungen anbringen und dazwischen immer wieder die Maschine wechseln: Die komplexen Prozessabläufe in der Stahlbearbeitung erfordern einiges an Logistik. Jede Bewegung der tonnenschweren und meterlangen Träger zwischen den spezialisierten Anlagen muss genau geplant werden.

Um diesen Aufwand zu verringern, hat das kanadische Unternehmen Burlington Automation einen optimierten Roboter mit einem präzisen Plasmaschneider kombiniert. Als erster Betrieb in Europa setzt seit Ende 2010 der baden-württembergische Stahlbauer IBB Bönnigheim einen solchen Plasmabrennroboter für unterschiedliche Aufgaben ein. Je nach Komplexität der Werkstücke werden dadurch Zeiteinsparungen von 20 bis über 50% erreicht.

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Robotersteuerung wird mit CAD-Daten gefüttert

Ein Roboterarm in Schlangenoptik, der sich über dem Werkstück windet, um aus jeder Position und aus jedem Winkel arbeiten zu können, ist das Markenzeichen der Anlage mit dem Namen Python X. Für eine besonders hohe Schnittgenauigkeit sorgt die Software. So kann der Brennroboter Löcher mit dem halben Durchmesser der Materialdicke herstellen.

Um diese hohe Bearbeitungsqualität zu erreichen, ist die Software so ausgelegt, dass DSTV- und DXF-Daten aus fast allen herkömmlichen CAD-Programmen direkt in die Steuerung des Roboters übertragen werden können. Dieser identifiziert in der Vorlage alle Besonderheiten und Abmessungen und generiert automatisch die notwendige Schnittsequenz für das gesamte Werkstück.

Roboter prüft Werkstück und erstellt Schnittsequenz automatisch

Entscheidend ist die genaue Steuerung des Brenners durch die Software, um präzise Schnitte in allen Dimensionen zu gewährleisten. Ist die Anlage mit dem Rohteil beladen, prüft der Roboter dessen genaue Lage und seine tatsächlichen Dimensionen, bevor der Schneidvorgang beginnt.

Durch dieses Abtasten können nicht nur Walztoleranzen im Material kompensiert werden, das Gerät setzt so auch nach Unterbrechungen im Brennprozess sofort wieder an der zuletzt bearbeiteten Position an.

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