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Hängelaufbahn Schneller Materialfluss beim Beschichten und Trocknen schwerer Bauteile

Autor / Redakteur: Gerhard Geist / Bernd Maienschein

Liebherr geht mit einer neuen Großteilelackieranlage für Hydraulikbagger neue Wege: Die bis zu 20 t schweren Teile werden frei hängend an einer deckengeführten Laufbahn durch die Anlage gefahren. Eine besondere Antriebslösung sorgt dabei für optimalen Explosionsschutz in den Lackier- und Trockenkabinen.

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Bild 1: Am Beginn der Großteilelackieranlage übernimmt der Be- und Entlademanipulator die Transporteinheiten (rot) mit den eingehängten Werkstücken. Je nach Bedarf können die Gehänge mit Einzelteilen oder mehreren Werkstücken bis 20 t bestückt werden.
Bild 1: Am Beginn der Großteilelackieranlage übernimmt der Be- und Entlademanipulator die Transporteinheiten (rot) mit den eingehängten Werkstücken. Je nach Bedarf können die Gehänge mit Einzelteilen oder mehreren Werkstücken bis 20 t bestückt werden.
( Archiv: Vogel Business Media )

Es ist beeindruckend: Wie schwerelos schwebt ein Bagger-Unterwagen durch eine Halle im schwäbischen Kirchdorf, begleitet von einem blinkenden Warnlicht und regelmäßigen Gongschlägen zum Schutz der Mitarbeiter. Gleich dahinter folgen einige Ausleger und Drehbühnen zu mehreren an einem Gehänge. Der Unterwagen wiegt rund 11 t – die anderen Teile bringen zusammen sogar über 15 t auf die Waage. Liebherr war auf der Suche nach einer Lösung, die einen schnelleren Materialfluss und eine höhere Wirtschaftlichkeit bei der Beschichtung und Trocknung der Werkstücke ermöglicht.

Liebherrs bisherige Hänge-Beschichtungsanlage war lediglich auf Lasten bis 4 t ausgelegt, schwerere Teile wurden manuell transportiert. Für sie stand nur Bodenfördertechnik zur Verfügung, was die Lackierung jedoch erschwert. Eine deckengeführte Anlage bis 20 t schien für Liebherr zunächst nicht realisierbar – es gab bisher niemanden, der so eine Anlage gebaut hat.

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Bereits seit 1949 fertigt, montiert und beschichtet Liebherr an seinem baden-württembergischen Stammsitz Hydraulikbagger. Das Einsatzgebiet der typischen gelben Riesen umfasst den Tief- und Tunnelbau, industrielle Umschlagtechnik, Abbruch- und Recyclingunternehmen sowie die Wasserwirtschaft.

Die Produktpalette beinhaltet Maschinen mit Einsatzgewichten zwischen 10 und 672 t. Im Werk Kirchdorf werden derzeit Bagger bis 77 t gefertigt – Tendenz steigend. Im Zuge einer Umstrukturierung der Produktion sollten deshalb der Beschichtungsprozess auch für schwere Teile automatisiert und die Lackierung auf umweltfreundliche, wasserlösliche 2-K-Hydrolacke umgestellt werden.

Neue Hängebahn für den Transport schwerer Teile

Eine Maschinenhalle, die bisher zum Schweißen von Teilen genutzt wurde, stand bereits zur Verfügung. Auf einer Gesamtfläche von 3500 m2 konnte also eine komplett neue Anlage erstellt werden.

Die Lösung lieferte Vollert Anlagenbau aus Weinsberg. Der Spezialist für schwere Lasten entwickelt neben Intralogistiksystemen für die Metall- und Automotive-Branche auch Förderanlagen für die Baustoffindustrie, unter anderem für BetonfertigteilWerke.

Aus diesem Bereich stammt das Prinzip der neuen durchgehenden Ein-Träger-Hängelaufbahn für Teile bis zu 20 t Gewicht. Für die neue Anlage konnte Vollert auf seine Erfahrung aus der Baustoffindustrie zurückgreifen. Hier wurden bereits ähnliche Anlagen konzipiert.

Die hohe Traglast ist bei einer deckengeführten Anlage bisher allerdings einzigartig. Die Herausforderung bestand zudem darin, eine Anlage zu entwickeln, die aus Gründen des Explosionsschutzes in den Lackierstationen ohne elektrischen Einzelantrieb der Transporteinheiten auskommen sollte – das ist gelungen.

Perfekter Ex-Schutz: kein Motor, keine Stromversorgung

Die Lösung ist so einfach wie genial: Die von Vollert speziell entwickelten Transporteinheiten bestehen aus einem Gehänge, an dem die Werkstücke je nach Größe und Gewicht einzeln oder zu mehreren eingehängt werden. Die Höhe kann dabei um 2 m variiert werden. Die Gehänge fahren auf einer deckengeführten Laufschiene durch die gesamte Anlage, an der in regelmäßigen Abständen stationäre Reibradantriebe installiert sind, die für den nötigen Vorschub sorgen.

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