Funkenflug im Griff

Schutzausrüstung für Schweißarbeitsplätze richtig auswählen

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Der richtige Schweißerschutz heißt Systemschutz

Vollständig wird der Schutz erst im Zusammenspiel. Das heißt, Augen- und Gesichtsschutz mit verfahrensgerechter Schutzstufe ist am Lichtbogen ohnehin gesetzt. Wer aber über Kopf oder in Zwangslagen schweißt, ergänzt die Kleidung um Kopfschutz, Schürzen oder Gamaschen aus schwer entflammbarem Material, denn in diesem Fall landen die Spritzer nicht auf dem Boden, sondern auf dem Träger. Und die beste Ausrüstung nützt wenig, wenn sie falsch getragen wird! Hochgekrempelte Ärmel, offene Taschen oder eingesteckte Hosenbeine sind deshalb Tabu, denn sie schaffen genau die Fangstellen für glühende Partikel, die Normen und Konstruktionen der Schutzkleidung eigentlich ausschließen sollen.

Als Fazit kann deshalb resümiert werden: Schweißerschutz ist eine Systementscheidung! Verfahren und Arbeitsposition bestimmen dabei die Klasse der Kleidung, den Handschuhtyp und den Schuh – nicht die Gewohnheit. Wer Bestell- und Ausschreibungstexte einmal auf die konkreten Kennzeichnungen umstellt (EN ISO 11611 Klasse 1 oder 2 mit A1/A2, EN 12477 Typ A oder B, WG nach EN ISO 20349-2), macht die Beschaffung schließlich auch reproduzierbar und prüfbar. So verhindert man, dass ausgerechnet am spritzerintensivsten Arbeitsplatz des Betriebs die falsche Ausrüstung liegt und der Schweißer gefährdet ist.

* Philipp Wiedemann ist Gründer und Geschäftsführer der Arbeitsschutz-Express GmbH aus Leipheim.

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