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Servospindelpresse sorgt für mächtig Hub im Automobilzulieferer-Presswerk

| Autor/ Redakteur: Ina Reichel / Dietmar Kuhn

Die Westfalia-Gruppe stellt als Automobilzulieferer Präzisionsteile für OEM her. Im sächsischen Crimmitschau sind es vor allem Sitzkomponenten wie Sitzschienen oder Body- und Chassiselemente aus hochfesten Stählen. Im April 2012 hat das Presswerk mit der neuen H&T-Servospindelpresse seine Produktionskapazitäten erweitert und die 550-t-Presse in Betrieb genommen.

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Einrichtarbeiten an der Servospindelpresse: Der Anwender Westfalia Presstechnik konnte dabei eine wesentlich kürzere Einrichtzeit verbuchen als bei herkömmlichen Pressen.
Einrichtarbeiten an der Servospindelpresse: Der Anwender Westfalia Presstechnik konnte dabei eine wesentlich kürzere Einrichtzeit verbuchen als bei herkömmlichen Pressen.
(Bild: H&T)

Die vier Pressen in der Werkhalle der Westfalia Presstechnik GmbH & Co. KG im sächsischen Crimmitschau haben seit April 2012 Zuwachs bekommen. Neben den mächtigen Kolossen fällt die fünfte Anlage nicht nur wegen ihrer geringeren Größe aus der Reihe.

Neue Servospindelpresse von H&T Produktions Technologie mit 550 t Presskraft

Die „Neue“ ist eine Servospindelpresse mit 550 t Presskraft, die ihre mechanischen Geschwister im Bereich von 630 bis 1600 t Presskraft in vielen Punkten überflügelt. Bereits im Juni erwies sie sich als die Anlage mit der höchsten Nutzhubzahl im gesamten Presswerk. Im Sekundentakt bringt sie Sitzleisten und Kopfstützenhalterungen aus. „Die gestanzten Teile haben außerdem einen hohen Glattschnittanteil. Dadurch entfällt die Nachbearbeitung und sie können sofort geschweißt werden“, benennt Geschäftsführer Jens Mogdans einen wesentlichen Anwendervorteil.

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Die Servospindelpresse ist eine Entwicklung der H&T Produktions Technologie GmbH (HTPT) Crimmitschau, wie Westfalia ein Unternehmen der Heitkamp & Thumann Group. Das Know-how der Presse liegt in ihrer Antriebskonzeption sowie in der Ansteuerung und Regelung der Antriebe. Im Vergleich zu herkömmlichen Pressen mit Exzenter- oder Gelenkgetriebe werden bei der Neuentwicklung sechs Direktantriebe eingesetzt, die den Pressenstößel über leistungsstarke Torquemotoren in Verbindung mit Planetenrollgewinde-Spindeln bewegen. Die modulare Bauweise der Antriebseinheiten ermöglicht eine gleichmäßige Kraftverteilung über die gesamte Stößelfläche. Eine Anpassung an unterschiedliche Pressengrößen und Einsatzbedingungen wird problemlos erreicht.

Höhere Präzision und angepasste Stößelbewegung mit neu entwickelter Servospindelpresse

„Uns ist es gelungen, eine neuartige Produktionspresse zu entwickeln, die sowohl eine höhere Präzision als auch die Anpassung der Stößelbewegung an den Umformprozess garantiert“, verweist HTPT-Geschäftsführer Mathias Schwarzendahl auf einen Vorzug der neuen Technik. Damit ergeben sich auch neue Fertigungsmöglichkeiten, insbesondere für die Herstellung hochpräziser Tiefzieh- beziehungsweise Stanzteile im Folgeverbund oder Transfer. Der Umformprozess kann ab jetzt problemlos mit weiteren Verfahren, wie beispielsweise Fügen, Seitenlochen, Schweißen, Laserbeschriften, Kunststoffeinspritzen oder Wärmebehandlungen, kombiniert werden.

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