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Smartes Fügen und Messen ermöglichen den Leichtbau-Materialmix bei BMW

| Redakteur: Peter Königsreuther

Jüngst hat das BMW-Werk in Dingolfing ausgewählten Journalisten sehr tiefe und interessante Einblicke in seine Füge- und Messtechnik-Philosophie im Karosserie-Leichtbau gewährt.

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Bei BMW in Dingolfing gelingt der Karosseriebau mit CFK, höchstfestem Stahl und Aluminium durch den Einsatz diverser Klebeverfahren sowie Nieten oder gewindeformende Schrauben in Kombination mit Kollege Roboter. Hier sieht man die Montage diverser Komponenten an einem 7er-Karosseriegerippe im CFK-Stahl-Aluminium-Mix.
Bei BMW in Dingolfing gelingt der Karosseriebau mit CFK, höchstfestem Stahl und Aluminium durch den Einsatz diverser Klebeverfahren sowie Nieten oder gewindeformende Schrauben in Kombination mit Kollege Roboter. Hier sieht man die Montage diverser Komponenten an einem 7er-Karosseriegerippe im CFK-Stahl-Aluminium-Mix.
(Bild: BMW)

Anhand von Expertenvorträgen wurde verdeutlicht, wie der moderne Karosserie-Materialmix-Leichtbau im Premiumsegment produktiv, fast mannlos und in höchster Qualität funktioniert. Ein anschließender Rundgang durch die entsprechenden Hallen vertiefte diese Informationen mit Impressionen aus der Praxis. BMW setzt dabei von Anfang an auf moderne Messtechnik, etwa mit Scannern, die eine komplette Karosserie in relativ kurzer Zeit in 3D-Daten umwandeln. Abweichungen von den Sollwerten können damit so früh wie möglich identifiziert und Korrekturmaßnahmen rechtzeitig an die Fertigung gemeldet werden. Der Werkleiter Dr. Andreas Wendt: „Das übergeordnete Ziel ist es, eine langzeitstabile Produktion mit maximal möglicher Qualität zu erreichen. Das gelingt uns mit intelligenter Mess- und Fügetechnik auch beim Materialmix aus CFK mit hochfesten Stählen und Aluminium.“

Moderner Materialmix braucht den pfiffigen Fügemix

Der Mischbau stelle neue Ansprüche an die Fügetechnik, ergänzte Thomas Richter, der bei BMW unter anderem die Verbindungstechnik leitet. Schweißen scheide für CFK aus. Primär setzte man dabei auf kraftschlüssige Verbindungen durch Kleben. Viel Know-how konnte BMW dazu bei der Fertigung der Modelle BMW i3 und BMW i8 aufbauen, so Richter. Die Klebetechnik stelle beim Fügen von Karosserieteilen aus unterschiedlichen Materialien eine mechanische Verbindung ohne direkten Kontakt her und sorge dabei auch für einen optimalen Korrosionsschutz. Noch steifer und betriebsfester wird alles durch ergänzende Verfahren, wie diverse Nietprozesse oder neuartige Schraubverbindungen. Roboter sorgen dabei für die nötige Prozesssicherheit.

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Die richtige Kleberdosierung vermeidet zusätzliche Probleme

Außer dem Materialmix seien auch Weiterentwicklungen der Bauteile die Motoren, die für Innovationen in der Fertigungstechnik sorgten. Eine reduzierte Anzahl von Bauteilen etwa, bedeutet natürlich auch weniger Gewicht am Fahrzeug. Ein einziges Bauteil anstelle von bisher zig Einzelteilen etwa schafft zusätzliche Präzision allein durch die verkürzte Toleranzkette. Auch reduziert das die Bevorratung der Einzelkomponenten und alle Probleme die viele Einzelteile mit sich bringen können. Dennoch erforderten integrierte Bauteile zusätzliche und geometrisch komplexere Anbindestellen an benachbarte Bauteile. Beispielsweise kommt es beim Klebstoffauftrag auf eine besonders präzise Dosierung an, so Richter. Das sorgt sowohl für die Festigkeit der Verbindung als auch dafür, dass verschmutzte Karosseriebauanlagen und Lackbädern, etwa durch Klebstoffreste, nicht vorkommen, heißt es.

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