Zerspanungstechnik

Spezielle Spannsysteme fixieren große Rohre und Muffen

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In dieser Situation werden dann im Vorderendfutter, auf einer um etwa 80 mm weiter zurückliegenden zweiten Spannebene, ausgleichend spannende Backen aktiviert, die das in diesem Bereich nicht mittig liegende Rohr festhalten und dabei reibschlüssig im Futterkörper verblockt stehen bleiben.

Futterbetätigung erfolgt im Futterstillstand pneumatisch

Die geneigt verlaufenden Spannbolzen werden dann zurückgezogen und geben so die Zone des Rohres frei, auf die anschließend das Kegelgewinde aufgeschnitten wird. Die Rohre drehen sich dabei mit „ordentlicher“ Umfangsgeschwindigkeit und bleiben im hinteren, frei aus den beiden Futtern ragenden Bereich durch die „flexiblen“ Rollen des Rollenganges gedämpft gestützt.

Die Betätigung der Futter erfolgt im Futterstillstand pneumatisch über einen sogenannten Schwebering mit Dichtungsmembranen oder aber hydraulisch mittels Injektionszylindern.

Sensorsystem erkennt Druckabfall des Mediums

Während der Bearbeitung bleibt das entsprechende Medium im Futterkörper über Rückschlagventile eingesperrt und im hydraulischen Fall über Druckspeicher nachversorgt. Ein Druckabfall des Mediums wird über ein Sensorsystem erkannt.

Die Spannkraft des Hinterendfutters ist in der Regel so groß, dass damit das Drehmoment übertragen werden kann, elastische Verformungen am Rohr spielen dabei keine Rolle. Die Ausgleichsspannbacken der „hinteren“ Spannebene am Vorderendfutter dürfen dagegen nur so stark spannen, dass die von ihnen bewirkte elastische Rohrverformung sich nicht auf die Geometrie des Kegelgewindes auswirkt, müssen andererseits aber – und das ist die Kunst – doch so stark das Rohr festhalten, dass die herzustellenden Gewindeflanken blitzblank glatt herauskommen und keinerlei schwingungsbedingte Oberflächenmerkmale aufweisen.

* Dipl.-Ing. Johann Taglang ist Leiter Engineering der Röhm GmbH in 89567 Sontheim.

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