Von wegen Bagatelle!

Die Unfallursache Nummer eins wird in Unternehmen unterschätzt

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Die Mitarbeiter für Gefahren sensibilisieren

Der personenbezogene Teil des TOP-Prinzips beginnt aber bei jenen Personen, die eine Umgebung zum ersten Mal betreten. Wer neu im Betrieb ist, kennt Abläufe, Gefahrenbereiche und informelle Regeln natürlich noch nicht. Klare Kennzeichnungen helfen dann, sich schneller und sicherer zu orientieren. Entscheidend ist dabei, dass Beschäftigte Schilder und Markierungen wirklich verstehen und richtig einordnen, statt sie nur beiläufig wahrzunehmen. Deshalb gehört ihre Erklärung zwingend in die Erstunterweisung. Das Motto sollte heißen: „Erst die Theorie, dann die Praxis!“

Unfallverhütung durch spielerischen Ansatz

Diese Sensibilisierung lässt sich übrigens auch spielerisch anlegen: Ein Beispiel ist etwa die Azubi-Schilder-Challenge 2026. Das ist ein kostenloses Online-Quiz für Auszubildende und Berufsschulklassen in Deutschland, das noch bis Ende September 2026 läuft. Die Fragen stammen aus realen Arbeitsschutz-Szenarien und decken alle fünf Gruppen der Sicherheitskennzeichnung nach DIN EN ISO 7010 ab: Verbots-, Warn-, Gebots-, Rettungs- und Brandschutzzeichen. Nach jeder Frage folgt sofort eine kurze Erklärung, ein Übungsmodus bleibt dauerhaft offen. So greifen Wissen und Anwendung ineinander, ohne dass Arbeitsschutz als trockene Pflichtunterweisung daherkommt. Der Gedanke dahinter ist, dass Arbeitssicherheit durch Aufmerksamkeit und mit der Fähigkeit beginnt, Risiken früh zu erkennen – lange bevor überhaupt etwas passiert.

Eine Checkliste mit Blick auf Stolper-, Rutsch- und Sturzgefahren:

Jeder Punkt, der in der nun folgenden Liste nicht mit Ja beantwortet werden kann, ist sozusagen eine offene Frage an die eigene Wirksamkeit einer Unfallprävention:

  • 1. Eingangsbereiche und Übergänge: Sind Stellen mit wechselnden Bodenbelägen oder hereingetragener Nässe erkennbar markiert?
  • 2. Treppen: Sind Kanten kontrastreich gekennzeichnet und mit Antirutschprofilen gesichert?
  • 3. Hallen- und Verkehrswege: Sind Lauf- und Fahrwege durch Bodenmarkierung klar getrennt?
  • 4. Staplerbereiche: Warnen Hinweiszeichen frühzeitig vor innerbetrieblichem Verkehr und toten Winkeln?
  • 5. Kabel und Leitungen: Werden sie über Kabelbrücken geführt statt quer über Laufwege gelegt?
  • 6. Stell- und Sperrflächen: Sind sie eindeutig und dauerhaft sichtbar abgegrenzt?
  • 7. Zustand: Ist die Kennzeichnung aktuell, unbeschädigt und normgerecht nach ASR A1.3 und DIN EN ISO 7010?

Dennoch bleibt klar, dass Stolpern, Rutschen und Stürzen Probleme sind, die sich nicht vollständig vermeiden lassen werden. Wer die gefährlichen Schwachstellen aber sichtbarer macht, senkt das Risiko genau dort, wo es am größten ist.

* Antje Eggersdorfer ist Senior Marketing Manager bei Seton by Brady in Egelsbach.

(ID:50929916)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung