Teilereinigung Tipps für weniger Energieverbrauch bei der Teilereinigung

Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Bäder mit teils hohen Temperaturen und anschließende Trocknung der Bauteile – die Teilereinigung kann sich durchaus zum Energiefresser in der Produktion entwickeln. Experten erläutern, wie man gegensteuern kann, um Energie und damit auch bares Geld zu sparen.

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Genaues Hinschauen und Planen lohnt sich: Oft fahren bei der Teilereinigung die Anwender mit überdimensionierten Waschprogrammen, was unnötigerweise Geld kostet und außerdem noch die Umwelt belastet.
Genaues Hinschauen und Planen lohnt sich: Oft fahren bei der Teilereinigung die Anwender mit überdimensionierten Waschprogrammen, was unnötigerweise Geld kostet und außerdem noch die Umwelt belastet.
(Bild: Höckh Metall-Reinigungsanlagen)

Möglichkeiten für Ineffizienzen gibt es in der Teilereinigung genug: Leerlaufzeiten von Anlagen, nicht angepasste Reinigungsprogramme, unnötige Reinigungsschritte, zu lange Trocknungszeiten, falsche Chargierung oder eine nicht reinigungsgerechte Positionierung der Bauteile nennt Michael Höckh, Geschäftsführer der Höckh Metall-Reinigungsanlagen GmbH in Neuenbürg als Beispiele. „Effizienzsteigerungen bei bestehenden Reinigungsanlagen lassen sich nach unserer Einschätzung am einfachsten im Bereich der Prozessoptimierung realisieren. Wir beobachten hier sehr häufig, dass insbesondere, wenn die Anlagen mehrere Jahre in Betrieb waren, Prozessparameter nicht hinterfragt werden“, ergänzt Tobias Oberauer, Geschäftsführer der Karl Roll GmbH & Co. KG in Mühlacker. Dies bedeute, dass beispielsweise alle Teile mit dem gleichen Waschprogramm gereinigt werden, obwohl einfache Teilegeometrien oder Vorreinigungsprozesse kürzere Wasch- oder Trocknungszeiten zulassen würden.

Zu schnelles Verwerfen der Bäder ist teurer als einfache Analysen

Bei wässrigen Anlagen werde häufig der Badanalytik nicht genügen Augenmerk geschenkt. „Bäder werden nach festen Zyklen verworfen, obwohl der Zustand des Bades eigentlich ein Weiterbetreiben der Anlage noch zulassen würde oder über einfache Maßnahme auf Seiten der Reinigerchemie eine deutlich längere Standzeit möglich wäre“, sagt er.

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Höckh und Oberauer sind sich allerdings einig darin, dass sich Probleme dieser Art rasch beseitigen lassen: Oft genügt eine Sensibilisierung der Bediener durch entsprechende Schulungen. „Sowohl der eigentliche Reinigungsprozess als auch der Trocknungsprozess ist oft Kunden auf dem worst case abgebildet. Hier können individuell abgestimmte Reinigungs- und Trocknungsprogramme ganz erheblich dazu beitragen, die Energieeffizienz zu steigern“, berichtet Oberauer. Je nach Anwendungsfall ist es möglich, Behandlungszeiten zu verkürzen, Prozessschritte aus der Behandlungsfolge zu streichen, Einschaltzeiten von Reinigungsunterstützung oder Badaufbereitung anzupassen, Badtemperaturen zu senken, oderTrocknungszeiten, Trocknungstemperaturen und Warmluft-/Vakuumzyklen an die Anforderung anzupassen. „Viele Anwender fahren aus Angst vor Fehlbedienung oder Qualitätsproblemen mit unnötig langen Reinigungsprogrammen“, weiß auch Höckh.

Reinigungsprogramm sorgfältig an die jeweilige Aufgabe anpassen

„Grundvoraussetzung für einen effizienten Reinigungsprozess ist dessen optimale Anpassung an die jeweilige Reinigungsaufgabe“, erläutert Dr. Katja Mannschreck, Leiterin des Schulungszentrums Ecoctec der Dürr Ecoclean GmbH in Filderstadt. Zudem empfiehlt sie, die Prozesse stärker durchzudenken: „Grundsätzlich steigen die Kosten für die Reinigung, je höher die Sauberkeitsanforderungen sind. Es lohnt sich daher zu hinterfragen, ob die geforderten Restschmutzvorgaben für das jeweilige Bauteil beziehungsweise den entsprechenden Fertigungsschritt wirklich erforderlich sind.“ Auch die Verringerung der Schmutzmenge hat nach ihrer Auskunft Auswirkungen auf die Energieeffizienz: „Alles, was nicht abgereinigt werden muss, verursacht auch keine Kosten.“

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