Blechnet trifft ... Wenn die Blechdose zur Leidenschaft wird

Autor / Redakteur: Stefanie Michel / Stefanie Michel

Ein Geheimtipp ist es längst nicht mehr: das Blechdosenmuseum von „Herrn Kruscht“ in Karlsruhe. Der Besuch dieses ungewöhnlichen Museums lädt uns ein auf eine Entdeckungstour durch Blechdosentürme, Lagerräume und die erste „Patchwork-Küche“ aus Schrott in Baden-Württemberg.

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Das Blechdosen-Museum in Karlsruhe: ein ungewöhnlicher Museumsbesuch. Bild: Michel
Das Blechdosen-Museum in Karlsruhe: ein ungewöhnlicher Museumsbesuch. Bild: Michel
( Archiv: Vogel Business Media )

Entspannt sitzt Michael Böhm, „Herr Kruscht“, auf einem Metallstuhl vor seinem Haus in der Sommersonne. Wir sind in der Karlsruher Südstadt und treffen den Künstler vor seinem Blechdosenmuseum, einer wahren Kuriosität. Vor dem Haus, am Haus, in den Schaufenstern – seine Leidenschaft für Blech lässt sich nicht verleugnen: Dort stehen Kunstwerke aus Blech, ein alter Gussofen und natürlich Blechdosen.

Ein Haus voller Blechdosen

Staunend treten wir ein in sein „Blech-Refugium“: ein ehemaligens Ladengeschäft in einem alten Gründerzeit-Haus. Vorsichtig müssen wir uns einen Weg durch den großen Raum bahnen, vorbei an Türmen aus Keksdosen, Regalen mit den unterschiedlichsten Teedosen und prall gefüllten Schränken. Mit einem herkömmlichen Museum hat das Blechdosenmuseum nichts gemein: kein Eintritt, keine Vitrinen mit Exponaten, keine Beschreibungen, keine andächtige Stille. Dafür lassen sich hier die Exponate anfassen, sie dürfen sogar aus der Hand fallen – und aufmachen lohnt sich!

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Entstanden ist das Blechdosenmuseum ganz einfach, wie uns „Herr Kruscht“ erzählt: „Ich habe über Jahre hinweg immer Blechdosen gesammelt. Dann war der Laden leer und das Museum ist entstanden.“ Weil er hauptberuflich Wohnungsauflöser ist, kamen schnell mal eine Vitrine, mal ein Ofen und mal ein paar Ausstellungsstücke dazu. Die Menge an Blechdosen hat bis heute drastisch zugenommen.

Wie viele es genau sind, weiß Kruscht nicht; bei 5000 im Jahr 2008 hat er aufgehört zu zählen. Er schätzt, dass es jetzt sicher 10.000 sind.

Blechdosen statt Tapeten

Ungläubig schauen wir uns um, doch als wir in die „Privaträume“ hinter dem Museum geführt werden, wundert uns diese hohe Dosenanzahl keineswegs: Wir blicken auf eine Wand, die gerade mit Getränkedosen verkleidet wird. „Ich habe von einem Sammler über 3000 Dosen bekommen, die er in über 30 Jahren auf der ganzen Welt gesammelt hat. Die pimpe ich mit Silikon an die Wand.“ Diese Wand ist erst der Anfang; auch Schlafzimmer und Wohnzimmer will der Sammler „verdosen“.

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