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Institut für Umformtechnik

Wirtschaft und Politik setzen die Zeichen für die Umformtechnik

| Redakteur: Dietmar Kuhn

Das Institut für Umformtechnik (IFU) in Stuttgart informiert am 22. und 23. Mai 2012 in Fellbach über neueste Entwicklungen der Blech- und Hydroumformung. Institutsleiter Prof. Dr.-Ing. Mathias Liewald MBA gab uns zur Veranstaltung und den umformtechnischen Trends bereits im Vorfeld interessante Einblicke.

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Prof. Dr.-Ing. Mathias Liewald, Leiter des Instituts für Umformtechnik (IFU): „Uns interessieren insbesondere die Veränderungen in den Produkten, die sich aus marktwirtschaftlichen und politischen Notwendigkeiten ergeben.“ (Bild: IFU)
Prof. Dr.-Ing. Mathias Liewald, Leiter des Instituts für Umformtechnik (IFU): „Uns interessieren insbesondere die Veränderungen in den Produkten, die sich aus marktwirtschaftlichen und politischen Notwendigkeiten ergeben.“ (Bild: IFU)

Herr Prof. Liewald, mit welchen Projekten der Umformtechnik befassen Sie sich derzeit?

Liewald: Wir haben in den letzten zwei Jahren unsere Forschungsstrategie kritisch analysiert und in verschiedene Richtungen erweitert und konkretisiert. Natürlich führen wir einerseits die etablierten Forschungsthemen in der Blech- und Massivumformung mit unseren Mitarbeitern weiter und präsentieren auch immer wieder die erreichten Ergebnisse in Publikationen und auf Konferenzen.

Andererseits haben wir uns während der letzten drei Jahre durch erhebliche Investitionen auch in den Bereichen Werkstoffcharakterisierung und Formgebungsverfahren im teilflüssigen Zustand verstärkt und bearbeiten auch auf diesen Gebieten insbesondere Themenstellungen zur Verringerung des Halbzeugeinsatzes sowie des Energieverbrauchs und bearbeiten Fragestellungen des Leichtbaus. Neue Forschungsthemen am Institut und in den Abteilungen entstehen oftmals durch unsere sehr zahlreichen Kontakte und Netzwerke mit produzierenden Unternehmen, aber natürlich auch durch den Forschergeist unserer jungen Wissenschaftler.

Im Mai finden in Fellbach die beiden Konferenzen Neueste Entwicklungen in der Blechumformung und Hydro-Umformung statt. Was werden Sie dort insbesondere berichten können?

Liewald: Die Kernthemen unserer Konferenz im Mai 2012 werden Aspekte, Konzepte und Lösungen für die Neugestaltung von Geschäftsprozessen, Wertschöpfungsketten sowie auch Produkten und Leistungen von Unternehmen sein, die sich aufgrund der Kundenmärkte im Bereich der Blechumformung in den letzten zwei bis drei Jahren seit der Finanzkrise ergeben haben. Uns interessieren insbesondere Veränderungen in den Produkten, die sich einerseits aus marktwirtschaftlichen Zusammenhängen und andererseits aus politisch hinzugekommenen Notwendigkeiten ergeben.

Vor diesem Hintergrund werden wir uns insbesondere den Bemühungen des Leichtbaus mit dem Thema mobile Strukturen sowie den Implikationen sich schnell verändernder Halbzeugmärkte und des Energieverbrauchs widmen. Von diesen Diskussionen sind auch die künftigen Produktionsprozesse nicht ausgeschlossen.

Der Wirbel um das Thema Hydro-Umformung hat sich mittlerweile ja gelegt. Was ist in diesem Bereich noch zu erwarten?

Liewald: In der Tat war in den 90er-Jahren die Hydro-Umformung in aller Munde. Es gab seinerzeit sehr optimistische Prognosen über die weitere Marktentwicklung, die tatsächliche Entwicklung blieb jedoch hinter diesen Prognosen zurück. Zwischenzeitlich hat sich diese Technologie am Markt etabliert, im Automobilbau sind zahlreiche Anwendungen im Bereich Fahrwerk und medienführende Bauteile zu finden. Aber auch im Non-Automotive-Sektor gibt es viele interessante Anwendungen.

In einzelnen Segmenten dieses Marktes ist heute nunmehr nur ein leichtes Wachstum zu erkennen, sowohl für Werkstücke in der Großserie für den Automobilbau als auch für Produkte der Nischenfertigung mit hoher Produktindividualität. Leichtbau, eine höhere Funktionalität der Bauteile und steigendes Konstruktionswissen über hydrogeformte Einzelteile sind heute maßgebliche Treiber für zukünftige Fortschrittte auf diesem Gebiet.

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