Roboter Yaskawa will Kapazität in der Roboterfertigung um 60 % ausbauen

Redakteur: Rüdiger Kroh

Vor 30 Jahren startete Yaskawa in Deutschland mit dem Anlagenbau und das Systemgeschäft ist weiter ein wichtiges Standbein. Jetzt wollen die Japaner mit ihren Robotern auch in den Rohbau der Automobilhersteller. Dafür wird die Produktionskapazität in den nächsten drei Jahren um 60 % erhöht.

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Erwarten steigenden Roboterabsatz: Manfred Stern (re.), President und COO der Yaskawa Europe GmbH, und Bruno Schnekenburger, President und Division Director der Robotics Division.
Erwarten steigenden Roboterabsatz: Manfred Stern (re.), President und COO der Yaskawa Europe GmbH, und Bruno Schnekenburger, President und Division Director der Robotics Division.
(Bild: Kroh)

Es begann im Jahr 1979, als Yaskawa seinen ersten Roboter nach Deutschland lieferte – damals zu Messer Griesheim. Der Startschuss für den Anlagenbau erfolgte dann 1984 mit der Gründung der Robotec GmbH als Generalvertreter für Motoman in Deutschland. 1999 wurde daraus eine Tochter von Yaskawa Electric.

„Mit dem Anlagenbau hat alles angefangen und er wird auch weiterhin eine wichtige Bedeutung für uns haben”, betonte Bruno Schnekenburger, President und Division Director der Robotics Division von Yaskawa in Europa, mit Blick auf 30 Jahre Anlagenbau. Um auch zukünftig schlagkräftig aufgestellt zu sein, soll zum 1. März 2015 eine neue Organisation mit den drei Geschäftsfeldern Systembau, Roboter und Kundenbetreuung in Allershausen eingeführt werden. „So wollen wir den unterschiedlichen Bedürfnissen in den Marktsegmenten besser gerecht werden.”

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Das Systemgeschäft macht laut Manfred Stern, President und COO der Yaskawa Europe GmbH, gut 50 % des Umsatzes der Robotics Division aus. „Unser Fokus liegt auf dem Schweißen und dort werden wir auch weiterhin als Systemanbieter auftreten”, verdeutlicht Stern, dass man in diesem Bereich den Wettbewerb zu Anlagenbauern in Kauf nehmen wird. Darüber hinaus arbeite man im Robotergeschäft mit Systemintegratoren zusammen.

Das Kernthema Schweißen will Yaskawa mit dem sogenannten Jigless welding (vorrichtungsloses Schweißen), dem Laser-Remote- und dem Laser-Hybridschweißen sowie dem Punktschweißen noch erweitern. „In Europa werden wir uns daher stärker im Karosserie-Rohbau positionieren, weil dort die großen Roboterstückzahlen sind”, erklärt Stern. In Japan sei man bereits im Automobilrohbau vertreten und in Europa rechnet Stern in der nächsten drei Jahren mit ersten Aufträgen von OEMs. „Innerhalb dieses Zeitraums wird Yaskawa auch seine Kapazität in der Roboterfertigung um 60 % erhöhen. Dafür werden die beiden Produktionsstandorte in Japan und China ausgebaut.” Derzeit fertigt Yaskawa pro Monat rund 2000 Roboter.

Als eine der Herausforderungen für zukünftige Entwicklungen nannte Stern die alternde Gesellschaft. „Roboter werden daher in Zukunft mehr in das menschliche Alltagsleben eingreifen. Dafür wird bei Servicerobotern eine neue Programmieroberfläche notwendig sein, die sich an der Smartphone-Technik orientiert.”

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