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Wasserstrahlschneiden

6000 bar schneiden auch dicke Stahlbleche wie Butter

| Autor/ Redakteur: Cynthia Steinbach / Dietmar Kuhn

Wasserstrahlschneiden gilt als ein modernes Verfahren, das erst in den 60er Jahren entwickelt wurde. Gerade zum Trennen und Schneiden moderner Werkstoffe wie Verbundmaterialien oder Keramik ist es besonders geeignet, aber auch Stahl, Aluminiumlegierungen oder Glas lassen sich damit exakt, effektiv und kostengünstig trennen.

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Mit einem schnelleren Wasserstrahl und 6000 bar sind auch sehr hohe Schnittflächengüten erreichbar. Bild: Flow Europe
Mit einem schnelleren Wasserstrahl und 6000 bar sind auch sehr hohe Schnittflächengüten erreichbar. Bild: Flow Europe
( Archiv: Vogel Business Media )

Ausschlaggebend für hohe Trennleistung ist dabei die Form und Geschwindigkeit des Wasserstrahls. Physikalisch bedingt steigt mit höherem Druck der Energiegehalt des „Schneidwerkzeugs“ Wasser an, gleichzeitig reduziert sich der Strahldurchmesser und Wasserverbrauch. Ein neues „Hyperpressure“-System nutzt diesen Effekt, um mit 6000 bar das Wasserstrahlschneiden entscheidend zu verbessern.

Neue Maßstäbe im Wasserstrahlschneiden

Wasserstrahlschneiden als bewährte Technik birgt auch heute noch enormes Innovationspotenzial. Als Weltmarktführer und Erfinder des Abrasivwasserstrahlschneidens hat die amerikanische Flow International Corporation nun in diesem Werkzeugmaschinensegment mit einer Wasserstrahlschneidanlage, die unter einem Dauerarbeitsdruck von 6000 bar produziert, einen neuen Meilenstein gesetzt.

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Die Anlage zum Wasserstrahlschneiden ist serienreif und bewährt sich bereits im praktischen Einsatz. Ziel der Neuentwicklung war, die Schneidzeiten zu reduzieren und die Betriebskosten zu senken. Das neue Hyperpressure-System setzt hier Maßstäbe.

Ultra-Hochdruckpumpe bringt Schneidstrahl auf mehr als 6000 bar

Das Herz der Wasserstrahlanlage ist die Ultra-Hochdruckpumpe. Ein Öldruck von 210 bar wirkt auf einen großen Kolben, an dessen Enden kleine Druckstempel angebracht sind, die den eigentlichen Wasserdruck aufbauen.

Aus dem Verhältnis von Hydraulikkolbenfläche zu Druckstempelfläche ergibt sich der Arbeitsdruck des Wassers. Bei einem Flächenverhältnis von 30:1 werden so aus 210 bar die mehr als 6000 bar.

Was sich hier so einfach liest, ist in der praktischen Umsetzung jedoch eher kompliziert. Bisher lag der Standardarbeitsdruck für kommerzielle Wasserstrahlschneidanlagen bei etwa 3800 bar. Der Schritt hin zu 6000 bar bedeutete, technologisches Neuland zu betreten, denn bei so hohem Druck verhalten sich Werkstoffe ganz anders als bei Normaldruck.

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