Huttenlocher & Schäfer (HSK) Besäumen von Tiefziehteilen mit halbem Zeitaufwand

Autor / Redakteur: Dr.-Ing. Timo Schäfer / Peter Königsreuther

Wer Blechteile mit eckigem Grundriss fertigt, kennt die Probleme, die auftreten, wenn man den Saum rund ums Teil sauber und präzise entfernen will. Eine besondere Winkelschere schafft das sowohl bei ebenen als auch geformten Blechen nun wesentlich schneller.

Diese Winkelschere von HSK beschneidet zwei Seiten eines Tiefziehteils in 0,15 s und erhöht so den Durchsatz neuer und bestehender Pressenstraßen.
Diese Winkelschere von HSK beschneidet zwei Seiten eines Tiefziehteils in 0,15 s und erhöht so den Durchsatz neuer und bestehender Pressenstraßen.
(Bild: HSK)

Der Fokus des Unternehmens Huttenlocher & Schäfer (HSK) lag bisher auf der Herstellung von motorisch betriebenen Exzenterscheren, die zum geraden Beschneiden von Blechtafeln dienten oder in Querteilanlagen als Schopf-, Querteil- oder Schrottschere zum Einsatz kamen. Dabei ist HSK darauf spezialisiert, mittels Servoantrieb oder alternativ per Schwungrad und Kupplungs-Brems-Kombination sehr kurze Zykluszeiten im Prozess zu realisieren. Die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, werden unter anderem im Rahmen der Fachmesse Blechexpo 2017 in Stuttgart unter Beweis gestellt.

Vor dem Tiefziehen werden die Blechecken jetzt automatisch beschnitten

Dieses Know-how überzeugte einen Hersteller von Medizintechnikprodukten davon, auf HSK zuzugehen und eine schnelle Exzenterschere zur Herstellung so genannter Tiefziehcontainer anzufragen, welche als Behältnisse für Chirurgiebestecke eingesetzt werden.

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Die Prozessanforderung liest sich dabei wie folgt: Um die erforderliche Ziehtiefe zu erreichen und ein Einreißen des Werkstücks zu verhindern, müssen die Ecken der verwendeten Aluminiumblechtafeln vor dem Tiefziehprozess beschnitten werden. Außerdem müssen die neu entstehenden Ecken nach dem ersten Tiefzieh-Step und vor dem zweiten Tiefziehen erneut entfernt werden – teilweise ist dabei sogar ein zusätzlicher Beschnitt an allen vier Längsseiten erforderlich.

Während es nach wie vor gängig ist, diesen für den Tiefziehprozess erforderlichen Beschnitt durch manuelles Einlegen einer Blechtafel beziehungsweise eines Tiefziehbauteils in eine gewöhnliche Tafelschere durchzuführen, wurde bei dem betreffenden HSK-Kunden eine automatisierte Fertigungslinie gebaut. In dieser ist ein frei programmierbarer Industrieroboter eingesetzt, der die Ecken respektive Längsseiten eines Containers zwischen dem ersten und zweiten Tiefziehen zwischen den Messern einer Tafelschere zum Beschnitt positioniert.

Je nachdem, ob lediglich die Ecken oder auch die Längsseiten für den Tiefziehprozess beschnitten werden sollen, muss die Positionierung mit dem Industrieroboter vier beziehungsweise acht Mal erfolgen. Das hat sich nach Inbetriebnahme der Schere als „Flaschenhals“ der Fertigungslinie herausgestellt, sodass wesentlich kostenintensivere Komponenten der Produktionslinie wie Pressen und Industrieroboter von der bisher verwendeten Schere sozusagen ausgebremst wurden.

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