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Parallel verlaufende Schnitte halbieren die Prozesszeit
Obwohl HSK in der Lage ist, sehr schnelle Exzenterscheren mit 160 Hüben pro Minute und mehr anzufertigen, war es durch bloßes Ersetzen der bestehenden Tafelschere nicht möglich, die Prozesszeit für das Besäumen der Container zu halbieren. Um dieses Ziel zu erreichen, musste auch die Zahl der erforderlichen Positionierungen mittels Roboter halbiert werden, was durch ein neuartiges Maschinenkonzept erreicht werden sollte.
Die vorausgehende Idee war, zwei Seiten des Tiefziehformteils gleichzeitig zu beschneiden. Dafür konnten entweder zum simultanen Beschneiden gegenüberliegender Ecken respektive Längsseiten zwei Scheren parallel zueinander oder zum simultanen Beschneiden benachbarter Ecken beziehungsweise Längsseiten zwei Scheren im 90°-Winkel zueinander aufgestellt werden. Der wesentliche Vorteil des zweiten Konzepts ist hierbei, dass die beiden Scheren bei unterschiedlichen Seitenlängen der Tiefziehformteile nicht zueinander verschoben werden müssen und so wesentlich kürzere Taktzeiten realisiert werden können. Zudem entfällt das aufwendige Verfahren und Positionieren einer der beiden Scheren.
Allerdings ließ sich dieses Konzept nicht mit zwei Scheren realisieren, da diese aufgrund der Kulissenführung des Messerbalkens in den Seitenständern der Maschine nicht eng genug zueinander geschoben werden konnten.
So entstand die Überlegung,eine neuartige Sonderschere für einen Winkelschnitt zu entwickeln und herzustellen. Dazu wurde der Scherentisch und der Messerbalken einer Standardschere von HSK so modifiziert, dass zwei Unter- und zwei Obermesser winklig zueinander montiert werden. Ebenso wurde die Führung des Messerbalkens dahingehend abgeändert, dass auch zusätzliche Querkräfte von der Stirnseite der Führung aufgenommen werden.
Modifizierte Standardschere diente als Basis für die Innovation
Bestehen blieb hingegen die bewährte, manuelle Schnittspalteinstellung durch horizontales Verschieben des gesamten Scherentischs mit montiertem Untermesser mittels zweier Feingewindespindeln an der Vorderseite der beiden Maschinenseitenständer. Kombiniert wurde diese Sonderkonstruktion mit einem äußerst dynamischen Direktantrieb, welcher eine schnell rotierende Schwungmasse direkt auf die Exzenterwelle einkuppelt und somit eine Messereingriffszeit von nur 0,15 s bei sehr geringem Kupplungsverschleiß ermöglicht.
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