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Fritz Schiess

Feinschneiden kann mehr als die Funktionsflächen sauber schneiden

| Autor/ Redakteur: Annedore Munde / Stefanie Michel

Durch Feinschneiden können Präzisionsteile aus Metall hergestellt werden, ohne dass die Schnittflächen nachgearbeitet werden müssen. Doch durch die Gestaltung optimierter Werkzeuge und die Kombination mit weiteren Fertigungsoperationen kann mit Feinschneiden viel mehr erreicht werden. Ein Schweizer Traditionsunternehmen zeigt, wie es funktioniert.

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Auf insgesamt 50 Feinschneidpressen mit optimierten Werkzeugen fertigt Schiess Blechteile mit exakt rechtwinkligen Schnittflächen.
Auf insgesamt 50 Feinschneidpressen mit optimierten Werkzeugen fertigt Schiess Blechteile mit exakt rechtwinkligen Schnittflächen.
( Bild: Fritz Schiess )

Wer Frédéric Schiess, Geschäftsführer der Fritz Schiess AG in Lichtensteig, zuhört, merkt sofort: Hier treffen Tradition, Erfolg und Zukunftsdenken aufeinander. Er erzählt von der „genialen Idee“, die sein Urgroßvater Fritz Schiess-Forrer entwickelte – ein Verfahren, welches heute als Feinschneiden bekannt und weltweit etabliert ist. Bereits im Jahr 1920 gründete Fritz Schiess-Forrer die heutige Firma. 1922 wurde das Verfahren durch das Deutsche Reichspatentamt patentiert. Heute kann das Unternehmen auf mehr als 6700 verschiedene Einzelteile oder Baugruppen verweisen, die seither gefertigt wurden – vom einfachen Zahnrad bis hin zur komplexen Baugruppe.

Ein Verfahren mit großem Gestaltungsspielraum fürs Teileformen

Mit der Feinschneidtechnik können abrissfreie, rechtwinklige Schnittflächen hergestellt werden, die ohne Weiterbearbeitung direkt als Funktionsflächen eingesetzt werden können. Das Material ist eingespannt, damit es nicht weichen kann. So kann ein Teil exakt zugeschnitten und im selben Arbeitsschritt umgeformt werden. Beim konventionellen Stanzen entstehen dagegen Abrisse auf der Schnittfläche, sodass Funktionsflächen in der Regel nachbearbeitet werden müssen.

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Auf insgesamt 50 Feinschneidpressen mit optimierten Werkzeugen fertigt Schiess Blechteile mit exakt rechtwinkligen Schnittflächen. Durch weitere Bearbeitungsschritte wie Biegen, Entgraten, spanende Bearbeitungsschritte oder eine Wärme- und Oberflächenbehandlung entsteht so für jeden Kunden das passgenaue individuelle Bauteil.

Anwendungen gibt es viele. Frédéric Schiess beschreibt, was mit Feinschneiden außer der reinen Materialtrennung noch alles möglich ist. „Man kann das Feinschneiden mit zusätzlichen Prozessschritten wie Umformoperationen kombinieren. Durch gleichzeitiges präzises Umformen unter hohem Druck entstehen so Stufen, Zapfen oder Senkungen in einem Arbeitsgang. In Verbindung mit dem richtigen Werkstoff können kostentreibende mechanische und thermische Folgeprozesse dadurch eingespart werden.“

Außerdem, so Schiess weiter, sei Feinschneiden oft eine effiziente Alternative zu spanenden Verfahren. So fertigt das Schweizer Unternehmen geradverzahnte Zahnräder und Zahnstangen bis zu einer Werkstückdicke von 10 mm. Als Materialien werden dabei Stähle bis zu einer Festigkeit von 600 bis 800 N/mm² sowie Buntmetalle und Aluminium verarbeitet.

In Kombination mit Prägen und Fließpressen sind durch Feinschneiden außerdem fast beliebige und sehr individuelle Formgebungen möglich.

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