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Selbstschmierende Gleitlager

Gleitlager mit hoher Bandbreite sind praktisch wartungsfrei

| Autor/ Redakteur: Martin Müller-Brodmann / Reinhold Schäfer

Selbstschmierende Gleitlager sind sowohl in filigranen Anwendungen als auch im Großmaschinenbau aus dem konstruktiven Alltag nicht wegzudenken. Zunehmend werden dazu neben Lagerbronzen, Sintermetallen und metallischen Mehrstofflagern Verbundwerkstoffe auf Metall/Polymer- oder Polymer-Polymer-Basis verwendet.

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Auch bei dieser Staumauer sorgen Gleitlager für eine leichtgängige Bewegung der blauen Wehrklappen. Bild: Verfasser
Auch bei dieser Staumauer sorgen Gleitlager für eine leichtgängige Bewegung der blauen Wehrklappen. Bild: Verfasser
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Konzern Federal-Mogul ist vor allem als Zulieferer in der Automobilindustrie bekannt. Außer Kolben, Kolbenringen, Bremsbelägen, Scheibenwischern und Dichtungen fertigt er unter der Marke Glyco auch KurbelwellenLagerschalen. Im Geschäftsbereich der industriellen Gleitlager reichen die Lagerdurchmesser von einem bis mehrere Tausend Millimeter. Die Federal-Mogul Deva GmbH, Stadtallendorf, koordiniert alle Aktivitäten.

Gleitlager mit unterschiedlichen Betriebsarten

Je nach Anwendungsbereich unterscheidet man bei Gleitlagern nach unterschiedlichen Betriebsarten:

  • den hydrostatischen Betrieb (mittels separater Ölpumpe),
  • den hydrodynamischen Betrieb (oft als Vollschmierung bezeichnet),
  • dem Mischreibungsbetrieb und
  • die Schmierung mit Festschmierstoffen im sogenannten Trockenbetrieb.

Ziel ist, die Scheu davor zu nehmen, Gleitlager unter Trockenlauf- oder Mischreibungsbedingungen zu betreiben. So sehr eine klassische Ingenieurausbildung den Konstrukteur dazu bewegt, stets nach Vollschmierung zu streben, so wichtig ist es, über maßgeschneiderte Tribosysteme nachzudenken.

Maximalen Gleitlager-Verschleiß in der Lebensdauer zuverlässig einhalten

Denn letztlich gilt es, einen maximalen, zulässigen Verschleiß der Lagerung innerhalb der geplanten Lebensdauer zuverlässig einzuhalten. Dabei sind Eigenschaften wie Reibbeiwert, Korrosionsbeständigkeit, thermische Stabilität und Duktilität (also die Fähigkeit des Lagerwerkstoffes, sich ohne „Fressen“ an die reale Wellenposition anzupassen) von Bedeutung.

Mit dafür entwickelten, selbstschmierenden Gleitwerkstoffen wie Deva.metal, Deva.bm, Deva.glide und Deva.tex, gepaart mit den ebenfalls seit Jahrzehnten im Markt etablierten Produkten der Glycodur-Reihe und den, in der Regel ölgetränkten, Sintermetalllagern der Metafram-Serie, werden die Entwicklungsingenieure und Anwendungstechniker von Federal-Mogul diesen Anforderungen gerecht.

Dünnwandige Glycodur-Gleitlager nehmen mittlere Lasten auf

In Bild 1 (siehe Bildergalerie) ist das prinzipielle Leistungsportfolio der Deva-, Metafram- und Glycodur-Gleitlagertypen dargestellt. Während die Deva-Typen bei niedrigsten Gleitgeschwindigkeiten, oft oszillierend oder translatorisch bewegt, extreme Flächenpressungen von zum Teil weit über 100 MPa ertragen, zeichnen sich die dünnwandigen Glycodur-Gleitlager durch ein mittleres Lastaufnahmevermögen auch bei erhöhter Gleitgeschwindigkeit aus.

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