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Manufacturing-Execution-Systeme MES schafft mehr Transparenz bei der Fertigung von Stahlflaschen

Autor / Redakteur: Tino M. Böhler / Stefanie Michel

Etwa 600.000 nahtlose Rohr- und Blockflaschen stellt Worthington Cylinders pro Jahr her und nutzte als Planungssystem bisher eine manuell geführte Plantafel. Nachdem der Hersteller nun auf ein integriertes Feinplanungssystem umgestellt hat, konnte zum einen eine Lücke im digitalen Informationsfluss geschlossen, zum anderen die Effizienz der Fertigung gesteigert werden.

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Mit einem MES lassen sich nun 2500 Stahlflaschen pro Tag auftragsbezogen zu produzieren und die Planungdaten dafür aktuell und transparent aufrufen.
Mit einem MES lassen sich nun 2500 Stahlflaschen pro Tag auftragsbezogen zu produzieren und die Planungdaten dafür aktuell und transparent aufrufen.
(Bild: Worthington Cylinders)

Für erfolgreiche Metallverarbeiter haben Sicherheit, Qualität und Produktivität die höchste Priorität. Deshalb werden kontinuierlich Maßnahmen getroffen, um sichere Produkte in hoher Qualität zu liefern und schnell und flexibel zu reagieren. Im IT-Bereich galt es bei Worthington Cylinders, einem großen Hersteller von nahtlosen Rohr- und Blockflaschen, eine letzte große Schwachstelle im gesamten Informationsfluss zu beseitigen: die manuelle Planung mit einer Kombination aus Microsoft Access und Papier. „Unsere Planungsqualität war durch das hohe Know-how und die lange Firmenzugehörigkeit der Planer zwar in Ordnung, aber das Planungsverfahren war sehr aufwendig. Rückmeldungen wurden einmal täglich auf das Planungspapier eingetragen, was hohen Aufwand bedeutete und nicht die gewünschte Datenaktualität brachte“, erläutert Thomas König, Leiter des MES-Projektes bei Worthington, die Problematik. Eine integrierte Feinplanung sollte bestehende Medienbrüche weitgehend auflösen und den Aufwand für Datenabgleich und Datenpflege reduzieren. Eine wichtige Anforderung an die Lösung waren flexible Schnittstellen, um die ERP-Software SIS und die intern entwickelte Anwendung für die Betriebsdatenerfassung (BDE) zu integrieren.

Automatisierte Produktion als Herausforderung für die Feinplanung

Die automatisierte, verkettete Produktion mit Produktionsstufen von den formgebenden Prozessen über die Vergütung, Kaltbearbeitung und Lackierung bis hin zur Qualitätskontrolle stellt eine Herausforderung in der Planung dar. 2500 Flaschen pro Tag werden im 3- und 4-Schicht-Betrieb auftragsbezogen gefertigt. Um Rüstzeiten zu minimieren und möglichst effizient zu produzieren, werden passende Aufträge in einer Losfertigung zusammengefasst und in den Flaschenspeichern zwischengepuffert.

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Die Planung erfolgt automatisiert. Dafür sind Strategien zur Reihung beziehungsweise Vorreihung der Aufträge hinterlegt. Nach fünf relevanten Rüstkriterien wird am Engpass hierarchisch automatisch eingeplant. Manuell greift der Planer nur mehr für das Feintuning bei den Engpassanlagen ein. Auch die nachfolgenden Prozesse in der verketteten Fließfertigung werden dann automatisch geplant.

Weil in einer Linie gefertigt wird, muss das System dafür sorgen, dass die Reihenfolge der Arbeitsgänge auf einer Maschine nicht verändert wird. Dies realisiert eine ausgeklügelte Planungsstrategie.

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