Rasselstein Mit glänzender Blech-Verpackung erfolgreich

Autor / Redakteur: Lothar Handge / Dietmar Kuhn

Mit der Konzentration auf die Märkte des erweiterten Europa sowie auf technisch anspruchsvolle Produkte konnte die Rasselstein GmbH in Andernach, Deutschlands einziger Hersteller von Verpackungsstahl, den Umsatz gegen den Marktrend im Verlauf der letzten beiden Geschäftsjahre um 30% steigern.

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Die Rasselstein GmbH – eine Tochtergesellschaft der Thyssenkrupp Steel AG – gehört in Europa zu den drei größten Weißblechherstellern. Mit einer Kapazität von 1,5 Mio. t im Jahr verfügt Rasselstein in Andernach zudem über den größten Weißblech-Standort der Welt. Und diese Kapazitäten sind im Gegensatz zu den Wettbewerbern in Europa voll ausgelastet, betont Dr. Ulrich Roeske, Vorsitzender des Vorstandes der Rasselstein GmbH, in Düsseldorf: „Die anderen europäischen Hersteller haben zusammen rund 1 Mio. t Überkapazitäten.“

Weißblech ist kalt gewalztes Feinstblech, das aus ursprünglich zwei bis drei mm dickem Warmband auf wenige Zehntel mm heruntergewalzt wird. Der Name rührt von einer hauchdünnen Zinnschicht her, die elektrolytisch aufgebracht wird. Heute wird der Begriff Weißblech aber auch für spezialverchromte Feinstblech-Varianten und für kunststoffbeschichtetes Material verwendet.

Das Rasselstein-Weißblech geht zu 94% in den Verpackungsmarkt, wird also zu Dosen für Nahrungsmittel und Getränke sowie zu Verpackungen für chemisch-technische Produkte wie Farben oder Sprays verarbeitet. Das Unternehmen beschäftigt rund 2400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2006/2007 einen Umsatz von 1,2 Mrd. Euro.

Laut Roeske ist der Weltmarkt für Weißblech „ein reiner Nischenmarkt, der durch niedrige Wachstumsraten charakterisiert ist“. Der aktuellsten verfügbaren Analyse zu Folge ist die Nachfrage von 1998 bis 2005 weltweit nur um 0,3% jährlich gewachsen. Für Europa verzeichnet die Studie sogar einen leichten Rückgang um 0,3% im Jahr.

Europa produziert deutlich zu viel Weißblech

Langjährig zeigt sich ein weitgehend stabiles Nachfragevolumen von etwa 16 Mio. t. Im europäischen Markt gibt es aktuell etwa 5,8 Mio. t Produktionskapazität für Weißblech. Roeske weiter: „Das ist angesichts des Verbrauchs von 4,3 Mio. t ein deutlicher Kapazitäts-Überhang“.

Attraktive Märkte sieht Roeske vor allem in Osteuropa und Russland, wo der Weißblech-Bedarf mit jährlich 2% wächst: „Unser Unternehmen ist hier seit dem Jahr 2000 erfolgreich aktiv und steigert kontinuierlich den Absatz“.

Südeuropa sei dagegen wegen der „dramatischen“ Überkapazitäten und des damit verbundenen starken Preiswettbewerbes „kein lukrativer Markt“. Ähnliches gelte für China, meint Roeske: „Die chinesische Stahlindustrie baut mehr neue Weißblechkapazitäten auf, als das Marktwachstum hergibt – hier droht ein Überhang“.

Rasselstein widersetzt sich dem schrumpfenden Weißblech-Markt

Rasselstein konnte seinen Anteil im stagnierenden europäischen Markt zwischen 2004 und 2007 um 7% erhöhen. Roeske: „Damit wachsen wir gegen den Trend“. 95% des Wachstums realisierte man mit Stammkunden.

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