Suchen

Werkstoffe/Halbzeuge

Positive Entwicklung auf dem Markt für Grobblech

| Autor/ Redakteur: Alexander Malkwitz und Gerhard Bittner / Jürgen Schreier

Wie wird sich in Europa, Nahost und Nordafrika bis zum Jahr 2020 die Nachfrage nach Grobblech entwickeln und welche Treiber nehmen darauf Einfluss? In welchen Marktsegmenten ist das stärkste Wachstum zu erwarten? Antworten darauf gibt eine gemeinsame Studie von A.T. Kearney und Evraz.

Konstruktion aus Grobblechen: Jebens aus Korntal-Münchingen bietet eine durchgängige Lieferkette bis hin zu fertigen Schweißbaugruppen.
Konstruktion aus Grobblechen: Jebens aus Korntal-Münchingen bietet eine durchgängige Lieferkette bis hin zu fertigen Schweißbaugruppen.
( Bild: Jebens )

Grobbleche kommen in vielen Bereichen zum Einsatz, und zwar immer dort, wo große Kräfte wirken und gebändigt werden müssen. So findet man sie etwa im Großmaschinenbau, in der Raffinerietechnik, im Schiffsbau und in Windkraftwerken. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die unterschiedlichen Grobblechmärkte durchweg als interessant zu bewerten sind. Prognostiziert werden bis zum Jahr 2020 durchschnittliche Wachstumsraten von jährlich etwa 5 %.

Windkarft ist das technisch anspruchsvollste Segment

Das interessanteste, wenn auch technisch anspruchsvollste Segment ist das der Windkraft mit einer kumulierten jährlichen Wachstumsrate von derzeit 9 %. Gemessen an der Steigerung des Bedarfs folgt darauf der Energiesektor. Dieser wächst jährlich mit 6 % . Die Steigerung im Röhrengeschäft liegt bei durchschnittlich 5 %, darauf folgt der Maschinenbau mit 3 % Wachstum. Das Schlusslicht bildet in den untersuchten Branchen der Bausektor mit einem Wachstum von nur noch 2 %.

Bildergalerie

Vom Volumen her ergab sich für 2010 ein Jahresgesamtbedarf von rund 12 Mio. t Grobblech. Den Volumenspitzenreiter bildet das Bausegment mit einem Bedarf von rund 3,1 Mio. t, gefolgt vom Energiesektor mit 2,8 und dem Maschinenbau mit 2,7 Mio. t. Die hinteren Plätze belegen das Röhrengeschäft mit rund 2 Mio. t sowie Windkraft mit rund 1,5 Mio. t.

Der größte Regionalmarkt ist Deutschland. Zwar ist dort das größte Volumenwachstum zu erwarten, prozentual legt der Markt aber nur um 4 % zu (Durchschnitt 5 %). Zwischen 2010 und 2020 wird das produzierte Volumen in Deutschland jährlich kontinuierlich um 4 % wachsen. Der Ausstoß steigt dabei von 3,9 (2010) auf 5,7 Mio. t (2020). Der Gesamtmarkt hat derzeit eine theoretische Überkapazität von etwa 20 %.

Alle Topplayer beherrschen die thermische Wärmebehandlung

Inzwischen beherrschen alle Topplayer (außer in Nahost und Nordafrika) die thermische Wärmebehandlung zur Härtung des Stahls. Die Herstellung von Spezialstählen ist ein deutliches Differenzierungsmerkmal in den unterschiedlichen Qualitäten und den dadurch zu erzielenden Preisen. Deutschland und die mittel- und osteuropäischen Staaten haben das höchste, die Nahoststaaten das niedrigste Preisniveau: Die Differenz liegt hier zwischen 5 und 10 % des Endpreises. Höherwertige Legierungen steigen in der Wichtigkeit, aber Standardqualitäten bilden weiterhin das größte Marktvolumen ab.

Führende Anbieter zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie eine Vielzahl an Technologien beherrschen – etwa die Herstellung von Spezialstahl mit den unterschiedlichen Legierungselementen und weiterführenden Behandlungstechnologien, sodass die metallischen Eigenschaften an jeder Stelle einer tonnenschweren Platte exakt gleich sind. Neben der Legierung bestimmt auch eine abgestimmte Wärmebehandlung die Eigenschaften des Stahls. Hier sind die Geschwindigkeit der Abkühlung und die Abkühlmedien entscheidend für die exakte Steuerung des Ergebnisses.

* Dr. Alexander Malkwitz ist Partner in der Engineering und Stahl Practice von A.T. Kearney, Dr. Gerhard Bittner ist Berater in der Engineering und Stahl Practice von A.T. Kearney

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 39876120)