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Pressenmodernisierung kann Ausbringungsleistung verdoppeln

| Autor/ Redakteur: Reinhold Gasser / Stefanie Michel

Sollen ältere, konventionell mit Schwungrad angetriebene Pressen modernisiert werden, ist auch dort der Einsatz von Servomotoren möglich. Ein neu entwickeltes Antriebskonzept erhöht dank der Servotechnik die Stößelgeschwindigkeit vor und nach dem Umformen und verkürzt damit die Zykluszeit.

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Bild 1: Beim Umbau mit Schwungrad angetriebener Pressen wird ein Servomotor auf die Antriebswelle platziert, der alte Motor bleibt erhalten.
Bild 1: Beim Umbau mit Schwungrad angetriebener Pressen wird ein Servomotor auf die Antriebswelle platziert, der alte Motor bleibt erhalten.
( Bild: Schuler )

Die Servodirekt-Technik kommt schon seit einigen Jahren erfolgreich bei neuen Anlagen von Schuler zum Einsatz. Dabei werden Torquemotoren – je nach Pressengröße bis zu vier Stück – als Hauptantrieb der Presse eingesetzt, was die Produktivität deutlich steigert. Will man diese Technik allerdings für bestehende Pressen nutzen, ist ein hoher Umbauaufwand nötig, weil die komplette Antriebseinheit entfernt und neu ausgelegt werden muss.

Konventionelle Schwungrad-Pressen nachträglich mit Servotechnik ausrüsten

Nun stellt Schuler mit der patentierten Dualdrive-Technik eine neue Möglichkeit vor, auch die konventionell mit Schwungrad angetriebenen Pressen mit Servotechnik aufzurüsten. Durch eine solche Modernisierung bleiben die Pressenmerkmale gleich, doch die Produktivität bestehender Anlagen kann um bis zu 50 % gesteigert werden.

Doch wie funktioniert das? Eine Exzenterpresse ist auf der einen Seite der Antriebswelle mit einem großen Schwungrad ausgestattet, das über einen Antriebsriemen vom darüber sitzenden Hauptmotor angetrieben wird. Am Schwungrad befindet sich eine Kupplungs-Brems-Kombination.

Soll eine solche Presse nun modernisiert werden, platzieren die Experten vom Schuler-Service einen Servomotor und die Bremse direkt auf die Antriebswelle – also auf der gegenüberliegenden Seite des Schwungrads. Somit ist die Presse mit zwei Antrieben ausgestattet: einem klassischen Hauptantrieb mit Schwungrad und einem geregelten Servoantrieb für all die Bereiche, in denen keine Umformung stattfindet. Die Kupplung kuppelt das Schwungrad lediglich während des Umformprozesses selbst ein. Es hat dabei die gleiche Drehzahl wie der Servomotor, sodass durch die hohe Synchronisation kaum Verschleiß an der Kupplung auftritt. Die Bremse dient als Sicherheitsbremse, da der Servoantrieb generatorisch abbremst.

Wassergekühlter Torquemotor sorgt für Dynamik und Leistung der Pressen

Wie schon bei seinen Servopressen nutzt Schuler für die Dualdrive-Technik erneut die Torquemotoren des Unternehmens Oswald Elektromotoren aus Miltenberg. Diese Direktantriebe überzeugen besonders durch ihre Leistungsfähigkeit und ihre hohen Drehmomente. Mit ihrer Kraftdichte und Dynamik sorgen sie dafür, dass die Pressenproduktivität gesteigert werden kann. Schuler setzt einen wassergekühlten Torquemotor mit einer Leistung von 250 kW ein. Gesteuert wird das System mit einem Sinamics-Antriebsregler von Siemens.

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