Rohrbiegen Von Anfang an Gutteile beim Rohrbiegen möglich

Autor / Redakteur: Giuseppe Caruso / Stéphane Itasse

Gerade bei kleinen Losgrößen und beim Arbeiten mit teuren Werkstoffen wie Titan ist der Anreiz groß, den Ausschuss möglichst zu eliminieren und die Prozesseffizienz zu maximieren. Das war in der Herstellung gebogener Rohre mit Bohrungen beziehungsweise Ausschnitten bislang allerdings leichter gesagt als getan. Abhilfe schafft ein neuartiges, integriertes System.

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Kein Ausschuss mehr bei Bohrungen und Ausschnitten in gebogenen Rohren: Die Integration von Rohrbiege- und Laserschneidemaschinen bei BLM macht es möglich.
Kein Ausschuss mehr bei Bohrungen und Ausschnitten in gebogenen Rohren: Die Integration von Rohrbiege- und Laserschneidemaschinen bei BLM macht es möglich.
(Bild: BLM)

In der Vergangenheit mussten die Anwender beim Programmieren der Schneide- und Biegemaschinen üblicherweise erst einmal eine ganze Weile experimentieren, bis die Produkte den Vorgaben der Kunden entsprachen und die Bohrungen beziehungsweise die Ausschnitte nach dem Biegen der Rohre exakt an den richtigen Stellen saßen. Ausschussrohre waren kaum zu vermeiden. Ein beachtlicher Zeit- und Kostenaufwand, der vor allem dort zu Buche schlug, wo sich die Margen angesichts des Wettbewerbsdrucks im Centbereich bewegen.

Integration der Maschinen erhöht Prozesseffizienz bei der Rohrbearbeitung

Dass es heute anders geht, zeigte die BLM Group unter anderem auf ihrer Hausmesse Intube, die sie alle zwei Jahre in einem ihrer drei Werke in Norditalien veranstaltet. Dabei machte die Unternehmensgruppe deutlich: Der Schlüssel zur höheren Prozesseffizienz liegt in der Maschinenintegration. So basieren ihre integrativen Systeme letztlich auf der Softwaresuite BLM-Elements, die Werkzeuge für das Design von Rohrkomponenten, die Programmierung der Maschinen für ihre Herstellung und die Überwachung des Fertigungsprozesses in Echtzeit umfasst. All diese Werkzeuge haben eine integrative Sicht auf die verschiedenen Prozesse der Bearbeitung von Rohren, Profilen und Vollmaterial, wie das Laserschneiden, das Sägen, das Biegen sowie die Endbearbeitung, und betrachten sie mit der gleichen Logik. Und sie arbeiten alle innerhalb einer einheitlichen Softwareumgebung.

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„Das erlaubt eine besonders tiefe Integration, wie sie wohl nur ein Hersteller realisieren kann, der aus einer Hand eigenentwickelte Systeme für alle Prozessschritte anbietet, die in der Produktion gebogener Rohre mit Bohrungen beziehungsweise Ausschnitten gebraucht werden“, erläutert Dr. Rainer Vanck, Geschäftsführer der BLM Group Deutschland GmbH. Das Verschmelzen verschiedener Maschinen zu in aller Tiefe integrierten Systemen setze bei der Ansteuerung der Maschinen eine gemeinsame Basis voraus. „Diese kann wohl nur gegeben sein, wenn die Maschinen sowie ihre Steuerungen vom gleichen Hersteller stammen und dieser sowohl im Rohrbiegen als auch im Laserschneiden über entsprechendes Praxis-Know-how verfügt.“

B-Right misst und gleicht Biegefehler automatisch in der Maschine aus

Die BLM Group spricht in diesem Zusammenhang auch von ihrem All-in-one-Konzept, das Produktionsdaten letztlich so von Maschine zu Maschine fließen lässt, als wären die beteiligten Fertigungsanlagen lediglich eine Maschine. Mit anderen Worten: Die Produktionsanlagen kommunizieren und interagieren wie nie zuvor miteinander.

In diesem Konzept spielt die B-Right-Technik des Unternehmens eine Schlüsselrolle. Mit ihr lassen sich die von Charge zu Charge abweichenden Eigenschaften der zu biegenden Materialien, die Rückstellkräfte oder Dehnungen unterschiedlich beeinflussen können, in Biegemaschinen wahlweise manuell oder automatisch messen. Anschließend korrigiert die BLM-Elements-Software automatisch die Programme aller am Produktionsprozess beteiligten Maschinen, sodass Metall verarbeitende Betriebe auf Anhieb perfekte Ergebnisse erzielen und alle Parameter den Anforderungen der Kunden entsprechen. Gerade auch in der Herstellung besonders hochwertiger Werkstücke erlaubt das eine bislang nicht gekannte Produktivität bei hohem Arbeitskomfort. Zudem sind keine separaten Messgeräte mehr erforderlich.

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