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3D Concepts Webshop: Der Weg zur digitalen Blechteilebeschaffung

| Autor/ Redakteur: Thomas Menholz / M.A. Frauke Finus

In der Blechbranche setzt sich der Digitaltrend mehr und mehr durch. Eine Komponente dabei ist die Einführung eines Webshops zur Blechteilebeschaffung. In Webshops können Blechbauteile online angefragt, mit einem Angebot versehen und schließlich beauftragt werden.

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Der Internetauftritt des Blechteile-Webshops von Schöberg, realisiert mithilfe von 3D Concepts.
Der Internetauftritt des Blechteile-Webshops von Schöberg, realisiert mithilfe von 3D Concepts.
(Bild: Schönberg)

Die Digitalisierung in den Metall verarbeitenden Unternehmen schreitet mit großen Schritten voran. Hierbei gibt es keine „Onebox“-Industrie-4.0-Lösung, sondern Einzelbausteine an Softwarelösungen (ERP, MES, MRP, CAD, CAM etc.) die in Summe den Weg zur digitalen Fabrik ermöglichen. Kernthema ist es die einzelnen Digitalisierung-Bausteine zu einem in sich funktionierenden, sogenannten, autonomen „Eco-System“ zusammen zu führen. Das heißt die bisher analog abgebildeten Unternehmensprozesse werden in digitale Prozesse umgewandelt. Hierbei gilt dass nur ein perfekt funktionierender analoger Prozess auch in einen ebenso perfekt funktionierenden digitalen Prozess gewandelt werden kann. SQL-basierte Systeme als quasi Industriestandard, ermöglichen hierbei das Zusammenwachsen der einzelnen Digitalisierung-Komponenten. Ferner hat jedes Unternehmen andere Prozessabläufe die berücksichtigt werden müssen. Somit muss jedes Unternehmen dabei auch seinen individuellen Weg anhand einer dedizierten Digitalisierungsstrategie finden.

Auch in der Blechbranche setzt sich der Digitaltrend mehr und mehr durch. Eine Komponente dabei ist die Einführung eines Webshops zur Blechteilebeschaffung. In Webshops können Blechbauteile online angefragt, mit einem Angebot versehen und schließlich beauftragt werden. Der jeweilige Webshop funktioniert autonom und ist 24/7 präsent und erreichbar. Grundlage sind 2D-Zuschnitte (zum Beispiel auf DXF-Basis) oder 3D-Blechbauteile (zum Beispiel auf STEP-Basis). Zu bemerken ist das immer mehr Produkte in 3D-CAD-Systemen entwickelt werden. So entsteht der „digitale Zwilling“ als Gegenstück zum späteren realen Produkt. Zu vermuten ist das die 3D-Daten in Zukunft die 2D-Daten ablösen werden was die Verarbeitung, ohne Rückfragen, vereinfachen wird. Rückfragen verhindern die nahtlose Prozessabwicklung weshalb dieser Paradigmenwechsel für viele Zulieferer oder Lohnfertiger in der Blech verarbeitenden Industrie durchaus begrüßenswert ist.

Die internen Prozesse digitalisieren

Auf Basis Vorstehendem als Einleitung haben drei Unternehmen, die in Folgendem vorgestellt werden, den digitalen Wandel analysiert, Konzepte ausgearbeitet und schließlich agiert. So wurden 2019 von der 3D Concepts GmbH drei neue Webshops auf Basis des bekannten Radan-Produktportfolios in den Unternehmen implementiert.

Das zweite beteiligte Unternehmen ist die Trio Metall und Design GmbH in Luhe-Wildenau. Trio ist Lohnfertiger für Blechbauteile und liefert von der Beratung, Konstruktion und Planung bis zu montagefertigen Baugruppen einen kompletten Service. Vor allem Kleinserien und Einzelteile gehören dabei zu den Stärken. Durch modernste Lasertechnologie können auch Buntmetalle wie Kupfer, Messing und Titan bearbeitet werden. Trio startete Anfang 2019 mit der Umsetzung seiner Digitalstrategie, die Aufgabe bestand darin die internen Prozesse zu digitalisieren und einen Webshop für die Blechteilebeschaffung zu implementieren. Gleichzeitig sollten die neuen digitalen Prozesse an das bestehendes ERP-System gekoppelt, und auch die neuen Laseranlagen mit den Radan-Lösungen angesteuert werden. Der Maschinenpark besteht bei Trio aus einer Kombimaschine EML-3610 NT zwei Laserschneidmaschinen Ensis AJ 3015 a sowie diversen Abkantbänken – alles von Amada.Die Schneidmaschinen sind jeweils mit einem Lagerturm ausgestattet, was einen Dreischicht-Betrieb erlaubt. Der neu eingeführte Webshop liefert die Aufträge digital an das ERP-System welches wiederum die Aufträge an das Radan-MRP-System zur Fertigungsabwicklung übergibt. Fertige Aufträge werden vom MRP-System an das ERP-System zurückgemeldet. In Folge werden die Prozesse für Versand und Fakturierung angestoßen. Somit ist bei Trio nun sowohl der horizontal logistische als auch der vertikal fertigungstechnische Prozess digital abgebildet.

„Sehr zeitaufwändig war bei uns immer die Angebotserstellung, unser Webshop soll diesen Aufwand minimieren respektive automatisieren. Wir haben aber festgestellt, dass über den Webshop auch größere Anfragen wie beispielsweise komplette Schweißbaugruppen direkt an uns gestellt werden. Dies bewog uns auch in das Radan-Offline-Angebotsmodul Radquote zu investieren, in Radquote können komplette Baugruppen kalkuliert werden. Der Aufwand für die Angebotserstellung hat sich dabei fast halbiert“, so Christian Weinberg, Key Account Manager bei Trio. Und Geschäftsführer Robert Käs ergänzt: „Von Anfang an war unser Ziel eine komplette Digitalstrategie zu verfolgen. Hierzu haben wir entsprechend in Software und Maschinen aber auch in neue Mitarbeiter investiert. Wir denken mit der nun dargestellten Lösung für die Zukunft gut aufgestellt zu sein. Zurzeit bewerben wir insbesondere unseren neuen Webshop intensiv und hoffen damit nachhaltig zusätzliche Umsatzerlöse zu generieren.“

Kapazitätsmöglichkeiten in der Lohnfertigung besser ausschöpfen

Das zweite Unternehmen mit einem neuen Webshop ist die Schönberg Technikhandel + Service GmbH aus Mühldorf am Inn mit Produktionsstätte in Erfurt. Seit dem Jahr 2006 werden Speicher für die Heizungstechnik produziert. Dabei werden mittlerweile nicht nur die nationalen, sondern auch die internationalen Märkte erreicht. Mit dem Laserzentrum eröffnet das Unternehmen auch die Möglichkeit Metallteile in Auftragsfertigung zu bestellen. Die Aufträge werden auf einer Mazak-Laserschneidanlage sowie auf einer Plasmaschneidanlage geschnitten. Seit 2018 komplettiert eine Abkantbank Puma XL 30220 von Dener den Maschinenpark. Schweißbaugruppen werden bei Schönberg sowohl manuell als auch mit einem vollautomatisierten Schweißroboter bearbeitet. Sowohl die Laserschneidanlage als auch die Abkantbank werden von den Radan-Softwarelösungen programmiert.

Geschäftsführer Mathias Schönberg: „Wir kannten Radan schon weil wir damit unsere Blechbearbeitungsmaschinen ansteuerten. 2018 befassten wir uns intensiver mit dem größeren Produktportfolio von Radan und insbesondere dem Radan-Webshop. Hieraus entstand die Idee unsere Kapazitätsmöglichkeiten in der Lohnfertigung mit einem Webshop noch besser auszufüllen.“ 2019 investierte Schönberg dann in den Radan-Webshop. Sobald ein Auftrag über das Portal abfällt wird dieser über Radan-MRP für die Fertigung aufbereitet und abgearbeitet. „Die Umsetzung eines Webshops muss generell vermarktet werden um den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Zuletzt haben wir 32.000 Briefe an potentielle Kunden versendet, um unsere Leistungen vorzustellen. Derzeit sind wir also noch in der Anlaufphase was Aufträge über das Webportal anbetrifft“, so Schönberg.

Pioniere bei der digitalen Beschaffung von Teilen

Und schließlich ist die Röhrle GmbH in Böblingen das dritte Unternehmen, bei dem 3D Concepts einen Webshop installiert hat. Als mittelständischer Betrieb werden die Herstellung von Klein- und Großserien sowie Einzelanfertigungen nach Kundenvorgaben übernommen. Durch den gut aufgestellten Maschinenpark können die Kunden eine Komplettfertigung aus einer Hand erwarten. Auf der rund 1200 m2 großen Produktionsfläche werden Bauteile mit einem Stückgewicht von bis zu 6 t hergestellt. Zum Leistungsumfang gehören bei Röhrle Laserschneiden, Autogenschneiden, Scheren, Gesenkbiegen, Schwenkbiegen, Rundbiegen, und Schweißen.

2016 wurde der Maschinenpark mit einer Laserschneidanlage Tru Laser 5060 von Trumpf sowie einer Abkantbank Vario Press 400-40 Tandem von EHT, zur Verarbeitung von sehr großen Blechbauteilen, ergänzt. Zusammen mit den Maschinen setzte Röhrle auf die Radan-Lösungen zur Ansteuerung der Maschinen. „Ich hatte schon immer die beiden großen Anbieter von Blechteile-Webshops beobachtet. Daraus entstand bei mir der Wunsch hier ebenfalls einzusteigen. Gemessen daran das in Deutschland, im Gegensatz zu den Niederlanden, kaum funktionierende Webshops präsent sind, erhoffe ich mir dabei einer der Pioniere in der digitalen Blechteilebeschaffung zu sein. In Folge habe ich 2019 in den Radan-Webshop investiert“, fasst Geschäftsführer Frank Röhrle zusammen.

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