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Minimalmengenschmierung

Wie man den Schmiermittelverbrauch beim Umformen deutlich reduziert

| Autor/ Redakteur: Josef Kraus /

Dass Wirtschaftlichkeit und ökologische Verantwortung beim Perforieren und Umformen von Blechen sich gegenseitig positiv befruchten, zeigt der Komponentenhersteller Solvaro. Er hat den Schmiermittelverbrauch in der Produktion um 60% reduziert. Seit der Umstellung auf automatische Minimalschmierung wurden 30.000 l Öl eingespart.

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Aufgrund der Minimalschmierung werden beim Perforieren und Umformen von Platinen Kosten bei Einkauf und Entsorgung eingespart und die Umwelt entlastet. Der Arbeitsplatz bleibt sauber. Bild: Solvaro
Aufgrund der Minimalschmierung werden beim Perforieren und Umformen von Platinen Kosten bei Einkauf und Entsorgung eingespart und die Umwelt entlastet. Der Arbeitsplatz bleibt sauber. Bild: Solvaro
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Solvaro GmbH in Kirchheim/Teck ist es gelungen, den Schmiermittelverbrauch in der Produktion um 60% zu verringern. Die Lösung lag in der Installation moderner Minimalschmieranlagen und in der Reduzierung der Anzahl der verwendeten Öltypen. Dadurch wurden nicht nur enorme Kosten eingespart, sondern auch weniger Sondermüll erzeugt und saubere Arbeitsplätze geschaffen.

Minimalmengenschmierung senkt Kosten und hilft der Umwelt

Immer noch akzeptieren viele Blechbearbeiter immense Kosten für Einkauf und Entsorgung ihrer Schmierstoffe. Die Böden der Produktionshallen „schwimmen“ im Öl, die Arbeitsbedingungen sind weit entfernt von angenehm. Vielerorts wird noch von Hand mit einfachen Farbrollen oder mit Tropfanlagen großzügig geschmiert. Dabei kann eine exakte Schmierstoffdosierung Kosten senken, die Umwelt entlasten und zudem saubere Arbeitsplätze bieten.

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Solvaro entwickelt und fertigt Komponenten aus Lochblech und nicht-perforiertem Metall. Dazu wird das Öl mit einer 30,5 m/min Geschwindigkeit von zwei Minimalschmieranlagen auf das Blech gebracht. Die Minimalschmieranlagen sind mit elektronischen Reglern ausgestattet, die für die Ölmengendosierung der Magnetventile verantwortlich sind. Nach Angaben von Solvaro fließt eine exakt vorprogrammierte Ölmenge durch die Ventile. Unterschiedliche Set-ups sorgen für die Optimierung des Schmiereffekts, der zur Weiterverarbeitung notwendig ist.

30.000 l Öl durch Minimalmengenschmierung eingespart

„Mit der neuen Schmieranlage und der Reduktion der Anzahl verwendeter Öltypen haben wir uns in diesem Bereich ökonomisch und ökologisch neu aufgestellt“, berichtet Gerhard Bullinger, Geschäftsführer von Solvaro, der im Unternehmen das Projekt „Öleinsparung“ ins Leben rief. Unter Mitwirkung der Mitarbeiter wurden Arbeitsweisen überdacht, Maschinen angeschafft und die Anzahl der verwendeten Öltypen von elf auf drei reduziert.

Die Bilanz: Eine echte Win-win-Situation für Umwelt, Unternehmen und Kunden. „Wir haben seitdem unglaubliche 30.000 l Öl eingespart“, berichtet Bullinger. Der Ölverbrauch ist seit der Umstellung um 2,5 l pro Tonne Blech reduziert.

Richtige Schmierung für jedes Bearbeitungsverfahren

Wie bei der Blechumformung entscheidet auch beim Perforieren von Metall die Schmierung über die Verfahrensgrenzen. „Unser Anspruch, die ideale Lösung für jeden Kunden zu bieten, beinhaltet auch die richtige Schmiermethode. Denn die Erzeugnisqualität und Effizienz der Fertigung werden davon beeinflusst. So entwickeln wir für jeden Auftrag ein individuelles Set-up von Schmiermethode und -stoff. Muss beispielsweise ein Bauteil zur Weiterverarbeitung besonders schnell rückstandsfrei sein, wird ein schnell verdampfendes Öl verwendet“, berichtet Bullinger.

Den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen in der Produktion schließt das maßgeschneiderte Vorgehen nicht aus. Ein Blick in die Produktionshalle von Solvaro zeigt: Dort liegt kein bares Geld in Form von Sondermüll auf dem Boden.

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