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Falsch versichert

Aluminiumhersteller Trimet schreibt wegen sinkender Strompreise rote Zahlen

| Redakteur: Jürgen Schreier

Es klingt paradox: Aber die Essener Trimet AG rutschte im Geschäftsjahr 2011/201 2 trotz sinkender Strompreise in die roten Zahlen. Der Hersteller von Aluminium und Gusseerzeugnissen hatte nach Fukushima und Atomausstieg mit steigenden Stromkosten gerechnet und sich teuer dagegen versichert. Dann kam aber alles ganz anders: Die Strompreise gaben nach.

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Dr. Martin Iffert sieht große Chancen im Leichtbau: „Im Automobilbau ist der Trend zu Aluminium ungebremst.“
Dr. Martin Iffert sieht große Chancen im Leichtbau: „Im Automobilbau ist der Trend zu Aluminium ungebremst.“
( Bild: Trimet )

Die Trimet Aluminium AG, Essen, schloss das Geschäftsjahr 2011/2012 mit einem Umsatz von 1,3 Mrd. Euro nach 1,4 Mrd. Euro Im Vorjahr. Der leichte Umsatzrückgang sei allein auf die zeitweise niedrigeren internationalen Aluminiumpreise zurückzuführen, heißt es. Megenenmäßig konnte Trimet vor allem in den Bereichen Automotive und Recycling zulegen und produzierte 2011/2012 rund 500.000 t recyceltes und primär erzeugtes Aluminium sowie Gussprodukte.

Teuere Absicherung gegen steigende Strompreise sorgt für Verlust

Trotz guter Auftragslage musste Trimet im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust von 44,4 Mio. Euro hinnehmen. Das negative Geschäftsergebnis ist nach Aussagen von Vorstandschef Dr. Martin Iffert hauptsächlich auf Stromlieferverträge aus der Phase nach der Katastrophe von Fukushima im Frühjahr 2011 zurückzuführen. Nach der abrupten energiepolitischen Wende in Deutschland ging Trimet von weiter steigenden Strompreisen aus. „Dagegen haben wir uns abgesichert. Die Versicherungsprämie hat sich angesichts des später fallenden Preises als teuer herausgestellt. Die Stromkostenbelastungen haben erstmals in der Unternehmensgeschichte zu einem Verlust geführt“, so Trimet-Chef Iffert.

Alu-Hersteller peilt Rückkehr zu profitablem Wachstum an

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet er allerdings die Rückkehr zu „profitablem Wachstum“. Der zunehmende Bedarf an Aluminium, vor allem im Transportsektor und im Energiebereich, gebe der deutschen Aluminiumindustrie einen kräftigen Schub. „Im Automobilbau ist der Trend zum Leichtmetall Aluminium ungebremst. Durch den anstehenden Ausbau von Stromnetzen und erneuerbaren Energieträgern besteht allein in Deutschland bis 2020 ein zusätzlicher Bedarf von einer Million Tonnen Aluminium“, so Iffert. Für die heimische Produktion und für die nachgelagerten Bereiche in der industriellen Wertschöpfungskette liegt damit ein erhebliches Potenzial vor.

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